Kinderbetreuungsatlas 2012: Leichte Fortschritte, große Defizite

Die AK ÖÖ präsentierte den Kinderbetreuungsatlas 2012 - Noch immer sind einige Bezirkshauptstädte ohne umfassendes Angebot

Linz - In ihrem jüngsten "Kinderbetreuungsatlas" sieht die Arbeiterkammer Oberösterreich leichte Fortschritte beim Kinderbetreuungsangebot in den oberösterreichischen Gemeinden. Jedoch gebe es weiterhin große Defizite bei der Betreuung von Unter-Dreijährigen. Auch Ganztagsschulen seien nach wie vor Mangelware, und in vier Bezirkshauptstädten - konkrekt: Gmunden, Perg, Rohrbach und Schärding - fehle es an einem umfassenden Angebot für Kinder und Eltern.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Daten des aktuellen Kinderbetreuungsatlas - es ist der 13. seiner Art - basieren auf einer zwischen Juni und September 2012 durchgeführten Erhebung bei den Gemeindeämtern bzw. direkt bei den Einrichtungen. Seit 2010 legt die AK OÖ hierbei den Fokus auf den sogenannten Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf (VIF).

Dem Atlas zufolge gibt es derzeit in 13,3 Prozent der oberösterreichischen Gemeinden Kindergärten, die den Eltern eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen. Im Vorjahr waren es 11,7 Prozent. 2010, als die VIF-Kriterien erstmals erhoben wurden, waren es nur 9,5 Prozent.

Neben den täglichen Öffnungszeiten seien auch die Schließzeiten während der Ferien wichtig für die Berufstätigkeit der Eltern. Deshalb hat die AK diesmal erstmals Alternativangebote (Sommerkindergärten) abgefragt. Das diesbezügliche Angebot variiert stark: Im Bezirk Gmunden bieten 15 von 20 Gemeinden einen Sommerkindergarten an, im Bezirk Rohrbach gibt es in keiner einzigen der 42 Gemeinden einen Sommerkindergarten.

Betreuung, Bildung, Förderung

Zwar gebe es auch heuer wieder ein wenig mehr Angebote für Unter-Dreijährige. Der Prozentsatz jener Gemeinden, die kein Angebot für die Kleinsten haben, ist von 23,9 Prozent auf 21,4 Prozent gesunken. Doch für viele Eltern gehen diese Fortschritte zu langsam, so die AK OÖ. Sie sehen sich nach wie vor mit dem Problem konfrontiert, dass nach dem Ende der Karenz kein Betreuungsplatz für das Kind da sei. 

Aber auch das Angebot für ältere Kinder hinsichtlich Betreuung, Bildung und Förderung sei verbesserungswürdig: In 29,5 Prozent der Gemeinden gebe es nicht einmal eine Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder.

Johann Kalliauer, Präsident der AK OÖ, möchte den Kinderbetreuungsatlas zukünftig als Instrument weiter ausbauen: Es gehe längst nicht mehr nur um Betreuung, sondern auch um Bildung und Förderung  der Kinder. "Es lohnt sich, in ein flächendeckendes Angebot zu investieren", sagte Kallauer in einer Aussendung. Die Investitionen bringen bessere Lernerfolge und mehr Chancengerechtigkeit für unsere Kinder, und sie rechnen sich wirtschaftlich sehr rasch." (red, dieStandard.at, 20.11.2012)

Die detaillierte Auswertung kann unter auf der Website der AK OÖ nachgelesen werden.

Share if you care