Flashmob gegen die gemeinsame Obsorge

20. November 2012, 17:05
  • Zum heutigen Lunch: Flashmob-Protest der Plattform "20.000 Frauen" vor dem Parlament
    foto: diestandard.at/yun

    Zum heutigen Lunch: Flashmob-Protest der Plattform "20.000 Frauen" vor dem Parlament

  • Uneinige Eltern, verordnete gemeinsame Obsorge - auf der Strecke bleibt das Kindeswohl.
    foto: diestandard.at/yun

    Uneinige Eltern, verordnete gemeinsame Obsorge - auf der Strecke bleibt das Kindeswohl.

  • Ein lautes Nein: Gegen die gemeinsame Obsorge durch Gerichtsurteil gegen den Willen eines Elternteils.
    foto: diestandard.at/yun

    Ein lautes Nein: Gegen die gemeinsame Obsorge durch Gerichtsurteil gegen den Willen eines Elternteils.

Vor dem Parlament protestierten feministische Initiativen gegen die geplante Obsorge-Regelung

Im Zuge der geplanten Neuregelung der Obsorge machte die Plattform "20.000 Frauen" mobil und organisierte Dienstagmittag einen Flashmob vor dem Parlament. Protestiert wurde nicht nur gegen den vorliegenden Gesetzesentwurf, sondern auch gegen die Hauruck-Aktion des Gesetzgebers.

Demokratiepolitische Defizite

"Die gerichtlich verordnete gemeinsame Obsorge darf nicht Gesetz werden", fordert Plattform-Vertreterin Rosemarie Ertl stellvertretend für eine Reihe von Frauenorganisationen - darunter der Frauenring, die Autonomen Frauenhäuser oder das Netzwerk der österreichischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen -, die Bedenken gegen die neuen Gesetzesvorlage geäußert und umfassende Stellungnahmen abgegeben haben.

Eben diese zahlreichen Expertinnen-Meinungen seien - ebenso wie die Erfahrungswerte von Beratungsstellen - jedoch bei der Ausarbeitung des Gesetzes nicht berücksichtigt worden, kritisiert Ertl. Angesichts der ungewöhnlich kurzen Begutachtungsfrist von nicht einmal vier Wochen sei es auch unrealistisch gewesen, dass die hochqualifizierten Inputs von den befassten Stellen im Justizministerium eingearbeitet worden wären.

Viele Aspekte sind so außen vor geblieben, wie etwa eine Regelung für Eingetragene PartnerInnenschaften. Auch der Umstand, dass unverheiratete Eltern das gemeinsame Sorgerecht künftig am Standesamt vereinbaren können, ist auf Kritik - nicht nur von Frauenorganisationen - gestoßen. Ertl: "Dafür sind StandesbeamtInnen nicht geschult."

Kritik an der gemeinsamen Obsorge per Gerichtsbeschluss

Neu ist die feministische Kritik am Institut der gemeinsamen Obsorge nicht. Schon vor 2001, als es mit dem neuen Kindschaftsrecht möglich wurde, die gemeinsame Obsorge nach einer Scheidung beizubehalten, wurden Bedenken formuliert.

"Gemeinsame Obsorge bedeutet in der Praxis nicht automatisch auch die Verteilung der Pflichten. Wenn sich die Eltern einig sind, brauchen sie ohnehin keinen gerichtlichen Beschluss. Aber wenn sie miteinander im Konflikt sind und nicht miteinander sprechen, können sie keine Vereinbarungen treffen, die zum Wohl des Kindes sind. In solchen Fällen ist es in der Regel im Alltag für das Kind besser, wenn ein Elternteil alleine entscheidet. Da geht es um ganz praktische Dinge wie zum Beispiel medizinische Entscheidungen", so Rosemarie Ertl.

Verlängerung der Gewalt

Von Frauenhäusern und anderen Fraueneinrichtungen gibt es zudem schwerste Bedenken gegen die sogenannte "Abkühlphase". "In Gewaltbeziehungen bedeute dies eine Verlängerung der Gewalt und eine Traumatisierung von Kindern und Frauen. Ein gewalttätiger Partner hat seinen Anspruch auf das Sorgerecht verloren. Das muss gesetzlich garantiert sein", sagt Ertl. Gefordert wird außerdem eine dem Gericht vorgeschaltete Schlichtungsstelle, um Konflikte im Fall von Trennungen nicht noch zu verschärfen. (red, dieStandard.at, 20.11.2012)

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wow ganze 5 Frauen waren bei dem Flashmob

muss ja den Organisationen ein sehr großes Anliegen sein lol

Ich hab schon bei der imposanten Ring-Zeltstadt gemutmasst, dass der Punkt in "20.000 Frauen" eine Kommastelle ist. Da Nullen als Nachkommastellen nicht geführt werden, halte ich für praktische Zwecke die Umbenennung in "20 Frauen" für zweckmäßiger. Angesichts des "Flashmobs" vielleicht auch 2 Frauen. Dagegen ist die Judäische Volksfront eine nationale Erhebung.

Hm Redaktion gibt's wohl keine im Standard ..

.. die hätte ja die Aufgabe Nachrichten zu Filtern und nur Artikel zu relevanten Themen zu veröffentlichen.

5 Frauen die gegen Gleichberechtigung demonstrieren gehören eindeutig nicht in die Nachrichten.

Berichtet der Standard jetzt über jedes Treffen von 5 Frauen??

Statt sich ernsthaft mit dem Thema der Obsorge bei Scheidungs/Trennungskindern zu beschäftigen, zu recherchieren und zu analysieren wird über das Treffen von fünf Frauen berichtet??

Ein bescheidener journalitischer Beitrag, net bös sein!

und so ein schwachsinn fällt halt den feministinnen ein.
btw. wo ist eigentlich der flashmob?
ich sehe 5 frauen und das war es dann?

...

Wo bleibt hier die von den Frauen so vehement geforderte Gleichberechtigung der Geschlechter?

Der Mann hat genauso das Recht seine Kinder zu sehen und mitzubestimmen.

Gleichberechtigung wird wohl nur dort gefordert wo man selbst einen Vorteil daraus zieht :/.

Es kommt immer auf den jeweiligen Fall drauf an.

Wenn z.B. ein Mann nichts vom Kind wissen will, aber nach Jahren doch irgendwie Vater sein will, hat er meiner Meinung nach sein Recht auf eine mögliche gemeinsame Obsorge verwirkt.

und wieso? das sollte doch wohl die entscheidung des kindes sein.

Wenn sich das Kind entscheiden kann und sich auch über die Konsequenzen bewußt ist.

Z.B. dass es dann immer hin und her pendeln MUSS.
Ich kenne solche Fälle und die anfängliche Ablehnung gegenüber dem eigenen Kind kann dann nicht mit allen Rechten belohnt weren.

sie belohnen das kind damit einen vater zu haben, wenn es dann noch möchte.

Nicht jedes Kind will jeden Vater haben.

Wenn sie alt genug sind, sich das selbst aussuchen zu könne, auch wie und wann der Kontakt mit dem Vater (oder der Mutter - zumindest theoretisch) vonstatten gehen soll, dann ist das ja o.k. Aber niemand kann ein Kind dazu zwingen. Für ein kleineres Kind ist das wohl eher eine Belastung, wenn da ein Fremder in sein Leben schneit und dann eventuell fordert, dass Kind müsse so und so oft zu ihm.

und was habe ich zuerst geschrieben?

Dass der Mann genaus ein Recht darauf hat, sein Kind zu sehen UND mitzubestimmen.

nein. das kind soll entscheiden.

Mütter dürfen nicht über Gerichten stehen.

Gemeinsame Obsorge bedeutet natürlich Arbeit. Aber wenn beide Elternteile der Meinung sind, das sie diese Entscheidungen treffen können, dann sollten sie das auch tun, solange nichts dagegenspricht.

Das Gericht soll für das Kindeswohl handeln, und wenn das objektive Gericht für die gemeinsame Obsorge entscheidet, dann sollte man dem Gericht vertrauen.

Durch die gemeinsame Obsorge werden NICHT Gewaltbeziehungen unterstützt. Das ist ein Scheinargument.

Um was geht es also dann?

Die Anmerkung zum letzten Bild macht es deutlich:"Gegen die gemeinsame Obsorge durch Gerichtsurteil gegen den Willen der Mutter." Es geht offenbar um die reine Macht der Mutter und ihren Willen.

diese radikale haltung finde ich sehr bedauerlich.

So Leute wie sie ...

Was genau meinen sie damit?

Und woher wissen sie das?

Einfach löschen, das Posting gehört da nicht her.

Aber die aufmerksamen Rotstrichler werde ich lobend erwähnen!

hahahahaha

Ertl: "Ein gewalttätiger Partner hat seinen Anspruch auf das Sorgerecht verloren. Das muss gesetzlich garantiert sein."
liebe frau erstl! sie sollten sich vielleicht einmal die mühe machen und die neuesten statistiken über gewalt an kindern in familien recherchieren. ich denke sie wären mehr als erstaunt und wohl auch erschüttert über die ausgewiesenen zahlen!
bitteschön. dankeschön.

wenn Sie die Statistiken schon erwähnen, dann scheuen Sie bitte nicht davor zurück gleich die Zahlen zu präsentieren.

soweit ich informiert bin herrscht bei Gewaltausübung in Familien ca. 50% Frauenanteil.

Sind das Racheengel,

denen Väter oder Männer Unrecht getan haben?

Die meisten Frauen wünschen sich MEHR Teilhabe der Väter an der Kindererziehung.

nein. das sind die, welche keinen abbekommen.

Der Protest ist verständlich,

wenn frau jeglich männliche Mitwirkung an der Erziehung ausschalten will.

Wenn wir Männer in die Pflicht nehmen wollen, geht das vor allem über Rechte.
Manchmal wundere ich mich schon über meine Geschlechtsgenossinnen. Mit Kindererziehung haben diese Aktivistinnen wohl noch nicht viel am Hut gehabt.

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