US-Soldatinnen wollen sich an die Front klagen

Betroffene betrachten Kämpfen und Töten als Karrierechance - Frauenanteil derzeit bei rund 14 Prozent

Washington - Die US-Bürgerrechtsorganisation ACLU hat im Namen von vier Soldatinnen Klage gegen das Verteidigungsministerium wegen des Verbotes von Kampfeinsätzen für Frauen eingereicht. "Es ist kaum zu glauben, dass es im heutigen Amerika immer noch Dinge gibt, die man nicht tun darf, nur weil man eine Frau ist", erklärte die Marineinfanteristin Zoe Bedell am Dienstag auf einer Pressekonferenz.

Kampfeinsatz als "staatsbürgerliches Recht"

In der Klageschrift werden patriotische Töne angeschlagen: Ihnen werde ein wichtiger Bestandteil ihres Staatsbürgertums verwehrt, gleichberechtigt bei der Verteidigung ihres Landes dienen zu dürfen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, es werde laufend geprüft, auf welchen Gebieten Frauen eingesetzt werden könnten.

Von Kampfeinsätzen ausgeschlossen

Im US-Heer beträgt der Frauenanteil zum Beispiel etwa 14 Prozent. Nach Vorschriften aus dem Jahr 1994 sind sie von Kampfeinsätzen ausgeschlossen. Allerdings zeigen die Kriege in Afghanistan und im Irak, dass eine klare Trennung in Kampf- und andere Einsätze oft nicht zu ziehen ist. Der Klage zufolge sind Hunderttausende aus den Konflikten zurückkehrende Veteraninnen wegen des Verbots viele Karrieremöglichkeiten im US-Militär verwehrt. In der Luftwaffe sind 99 Prozent der Stellen für Frauen offen, bei den Marines und im Heer dagegen etwa 70 Prozent. (APA/Reuters, 28.11.2012)

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