Italien will Familienleistungen stärken

  • Die fehlende Unterstützung von Eltern durch den Staat wird u.a. durch geringe Geburtenraten sichtbar.
    foto: apa/helmut fohringer

    Die fehlende Unterstützung von Eltern durch den Staat wird u.a. durch geringe Geburtenraten sichtbar.

Künftig 300 Euro für berufstätige Mütter im ersten Lebensjahr des Kindes

Rom - Berufstätige Mütter kleiner Kinder sollen künftig mehr staatliche Unterstützung erhalten. Dies geht aus den Plänen von Sozialministerin Elsa Fornero hervor. Ihr Plan sieht vor, berufstätige Mütter künftig mit 300 Euro monatlich über sechs Monate im ersten Lebensjahr des Kindes zu unterstützen. Mit dem Geld sollen Eltern den Kindergarten und Babysitter bezahlen können, heißt es.

Kostenpunkt 20 Millionen Euro

20 Millionen Euro will die Regierung bis 2015 pro Jahr auf den Tisch legen, um diesen Plan zu finanzieren, berichteten italienische Medien. In den letzten Monaten wurden die ItalienerInnen mit teils drastischen Einsparungsmaßnahmen im sozialen Bereich konfrontiert. Die Regierung will mit dieser Initiative versuchen, die Beschäftigung unter den Italienerinnen anzukurbeln. Lediglich 46 Prozent der Frauen sind in Italien berufstätig. Der europäische Durchschnitt liegt bei 58 Prozent. Einkommensschwache Familien werden Priorität bei dem Erhalt des Regierungsbeitrags haben.

Wegen der anhaltenden Schwierigkeiten von Frauen, Beruf und Familie zu vereinen, sei die Geburtenrate in Italien stark rückgängig, verlautete es aus dem Sozialministerium in Rom. 2011 sind 15.000 Kinder weniger als 2010 zur Welt gekommen. Bereits vor der Krise hatte Italien eine besonders niedrige Geburtenrate zur verzeichnen. (APA/red, dieStandard.at, 28.11.2012)

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