Lockerung der Ein-Kind-Politik in Aussicht

29. November 2012, 09:47

Das bevölkerungsreichste Land der Welt müsse angesichts der alternden Bevölkerung handeln - Die Lockerung solle schrittweise erfolgen

Peking - China erwägt angesichts der alternden Bevölkerung offenbar eine weitere Lockerung seiner Ein-Kind-Politik. ExpertInnen-Vorschlägen für die Regierung zufolge soll Paaren in Städten künftig ein zweites Kind erlaubt werden, wie Regierungsberater Zhang Weiqing der Zeitung "China Daily" sagte. Bisher ist dies nur unter der Voraussetzung möglich, dass kein Elternteil eigene Geschwister hat. In ländlichen Gebieten gelten bereits lockerere Bestimmungen. WissenschaftlerInnen warnen davor, dass die Ein-Kind-Politik zu einer schnell alternden Bevölkerung führe, was die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Landes bedrohe.

Die Lockerung der Familienpolitik für städtische BewohnerInnen könnte zuerst in "wirtschaftlich erfolgreichen Regionen" sowie an Orten, die sich streng an die bisherigen Regeln gehalten hätten, erfolgen, berichtete die Zeitung weiter. Jede Art der Änderung würde schrittweise eingeführt, betonte Zhang.

Kritik: Erzwungene Abtreibungen

Das bevölkerungsreichste Land der Erde hatte die Geburtenbegrenzung 1979 eingeführt. GegnerInnen kritisierten, die Regeln würden durch erzwungene Abtreibungen durchgesetzt. Angeordnete Schwangerschaftsabbrüche sind in China zwar illegal, doch gab es immer wieder Berichte über erzwungene Eingriffe, um die Geburtenrate einzuhalten. Zuletzt hatte für Aufsehen gesorgt, dass Beamte eine Frau in der nordwestlichen Provinz Shaanxi dazu anhielten, ihre Schwangerschaft im siebten Monat zu beenden. (APA, 29.11.2012)

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6 Postings
Es gibt schon jetzt viel mehr Ausnahmen, als hier beschrieben.

Nur so nebenbei.

Ein schwerer Fehler!

Die weitere Lockerung ist ein schwerer Fehler!

Statt dessen hätte sich die Regierung besser um den Femizid kümmern sollen. Das potenziert sich nun auch noch, denn der Männerüberschuss wird noch weiter steigen und in einigen Jahrzehnten auch die Armut. Wobei sich gerade ein gesunder Mittelstand herausgebildet hat, macht es die Regierung wieder zunichte.

die Ein-Kind-Politik hat den Femizid bzw. die Bevorzugung männlicher Nachkommen doch nur weiter verschärft!

Die Lockerung der EKP kann allerdings dazu führen, dass jetzt auch wieder mehr Mädchen das Licht der Welt erblicken...

Wobei Dir die Logik oder simple Mathematik sagen muss, dass sich das Missverhältnis damit nicht auflösen wird.

Im Gegenteil wird es noch verschärft werden, denn ein einfältiges Gemüt will dann eben 2 und mehr Babies vom gleichen und bevorzugten Geschlecht.

Indien ist das beste Beispiel! Dort ist die Situation noch viel schlimmer. Dort hat es die Regierung nie geschafft die 1-Kind-Politik durchzusetzen. Der Grossteil der Bevölkerung lebt in furchtbarer Armut und zeugt weiter Kinder. Diese sind dann von ihren Eltern dazu verdammt ebenso ein leidvolles Leben zu fristen. Der Femizid ist viel schlimmer als in China.

Abgesehen davon werden in China dann auch noch viele Menschen vom Land in die überfüllte Stadt umziehen.

Aber Dir müsste die Logik oder simple Mathematik dann auch sagen, dass die EKP in China das Missverhältnis nicht aufgelöst, sondern eher ausgelöst hat. Denn ein einziges Kind ist somit für die spätere Versorgung der Eltern usw. verantwortlich.

In India ist die Problematik eine andere, wenn auch die Konsequenzen ähnlich sind. Jedenfalls ist dort vor allem die hohe Mitgift für die Braut sowie die Erbschaftsnachfolge ausschlaggebend für die Bevorzugung männlicher Nachkommen.

Ich kann nur sagen, dass sie Situation in China sich für die Menschen dort wieder verschlechtern wird, wenn die 1-Kind-Politik aufgehoben wird.

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