"Der Wohnungsmarkt ist ein Albtraum"

Isabella Lechner
2. Dezember 2012, 18:00
  • Für die meisten Schwangeren und Mütter in Not bleibt es ein täglicher emotionaler Kampf, wieder auf die eigenen Beine zu kommen und dabei auf Hilfe von außen angewiesen zu sein. Die Wohnungsnot verstärkt den psychischen Druck.
    foto: apa/gindl

    Für die meisten Schwangeren und Mütter in Not bleibt es ein täglicher emotionaler Kampf, wieder auf die eigenen Beine zu kommen und dabei auf Hilfe von außen angewiesen zu sein. Die Wohnungsnot verstärkt den psychischen Druck.

Für viele alleinstehende Schwangere und Mütter in Not sind die Mieten am freien Wohnungsmarkt nicht mehr leistbar - Übergangslösungen gibt es nicht

Das Schlimmste sei das Gefühl, ihrer Tochter kein Zuhause schaffen zu können, sagt Jana M.* Einen kinderfreundlichen Ort, an den sie sich zurückziehen können, und vor allem: den sie sich leisten kann. Die junge Mutter lebt seit einem Jahr von ihrem Ex-Freund getrennt, aber mangels Geld und Alternativen noch immer in derselben Wohnung mit ihm.

"Als ich im fünften Monat schwanger war, ist die Beziehung zerbrochen", schildert sie. Jana M. verließ ihren Freund, hatte Hoffnung, dass sie doch noch eine Familie werden und ging wieder zurück. "Mein größter Fehler", sagt sie im Nachhinein, denn: "Seit das Baby da ist, bin ich von ihm und seinen Launen abhängig. Er ist unzuverlässig und einmal schlug er auch zu." Ihre FreundInnen und Verwandten wohnen weit weg, außer dem Kindesvater hat sie niemanden für die Kinderbetreuung. Anspruch auf eine Sozialwohnung hat sie nicht und alleine kann sie sich keine Wohnung auf dem freien Markt leisten. Derzeit arbeitet sie geringfügig im Gastgewerbe, wo sie auch vor der Schwangerschaft tätig war. "Solange ich in Karenz bin, kann ich nicht genug dazuverdienen. Und das Karenzmodell wechseln, das geht ja im Nachhinein nicht mehr."

Prekäre Gruppe

Frauen wie Jana M. stellen für Beratungseinrichtungen für alleinstehende Schwangere und Mütter eine besondere Gruppe dar: Frauen, die gut alleine für sich und ihr(e) Kind(er) sorgen könnten, aber durch Trennung oder andere Probleme während oder kurz nach der Schwangerschaft in eine finanzielle und wohnliche Notsituation geraten. Mütter, die nach der Geburt kurzfristig Unterstützung brauchen, bis sie wieder arbeiten und sich selbst erhalten können. Eine Gemeindewohnung bekommen sie nicht, weil sie kein Bezugskriterium erfüllen, wie zum Beispiel zweijähriger Hauptwohnsitz in Wien. Für einen betreuten Wohnplatz sind sie zu wenig bedürftig. Mutter-Kind-Heime sind überfüllt und haben lange Wartelisten.

Wohnungsnot als "unlösbares Problem"

"Bei der Wohnungsnot stehen wir vor einem unlösbaren Problem", bestätigt Martina Kronthaler vom Verein "Aktion Leben", der Schwangere und Familien in Not betreut. Mindestens jede zweite Frau, die sich an den Verein wendet, hat auch ein Wohnungsproblem: "Geht die Beziehung in die Brüche, steht die schwangere Frau oft auf der Straße oder muss die gemeinsame Wohnung plötzlich alleine bezahlen. Eltern verweisen schwangere Töchter des Hauses, schwangere Studentinnen müssen Wohnheime verlassen." Für viele ihrer Klientinnen sind die Mieten am freien Wohnungsmarkt aber nicht mehr leistbar.

Der überteuerte Wohnungsmarkt führe auch zu verdeckter Wohnungslosigkeit, die viele Betroffene zwingt, vorübergehend bei Bekannten, Freunden oder Verwandten unterzukommen oder in Gewaltbeziehungen zu bleiben, um ein Dach über dem Kopf zu haben.

Mietvertrag als Hürde

Schon die Hürden, einen Mietvertrag für eine eigene Wohnung zu bekommen, sind enorm, da vorab meist drei Monatsmieten Kaution und die Maklerprovision aufgebracht werden müssen. "Immer wieder zögern Vermieter auch bei der Vergabe des Wohnraums an schwangere Frauen, weil sie fürchten, andere Mieter könnten sich vom Kinderlärm später gestört fühlen oder dass die Frau ihre Miete nicht aufbringen wird können", schildert Kronthaler.

Enttäuschte Hoffnungen

Diese Erfahrung hat auch Barbara K.* gemacht: Die gelernte Grafikerin wohnt mit ihrer eineinhalbjährigen Tochter in einer dunklen, nur teilweise beheizbaren 36-Quadratmeter-Wohnung um 310 Euro. Ihr Einkommen besteht derzeit aus Familienbeihilfe, Kindergeld und Mindestsicherung. Ihr Vater hätte ihr den Finanzierungsbeitrag für eine Genossenschaftswohnung geliehen, damit sie mit ihrer Tochter aus der zu kleinen, kalten Wohnung ausziehen kann. "Fast hätte es auch geklappt. Aber dann verlangte die Genossenschaft den Nachweis eines monatlichen Mindesteinkommens von rund 1.200 Euro, das ich nicht habe. Das war ihnen zu unsicher und wir haben die neue Wohnung, in die ich so viel Hoffnung setzte, doch nicht bekommen." Dabei würde sie schon in ein paar Monaten, wenn ihre Tochter im Kindergartenalter ist, wieder Arbeit suchen und das Geld aufbringen können, sagt sie. "Aber ich habe das Gefühl, ich bekomme keine Chance."

Lange Wartelisten - und keine Wohnungen

Während ihrer Schwangerschaft half Barbara K. der gemeinnützige Verein "Immo humana" bei der Wohnungssuche. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, schwangeren alleinstehenden und alleinerziehenden Frauen zu helfen, indem er mit Haus- oder Wohnungsbesitzern zusammenarbeitet, die Wohnräume zu günstigen Mietpreisen zur Verfügung stellen. Aber auch hier ist die Warteliste bereits endlos lang, sagt Vereinsgründer und -obmann Georg Slawik: "Wir haben derzeit viel mehr Mütter, die suchen, als wir Wohnungen anbieten können, sodass wir manche auch wieder wegschicken müssen. Für viele sind wir die letzte Anlaufstelle, aber es gibt zur Zeit einfach kaum erschwingliche Wohnungen am Markt."

Dem Jugendamt sind in solchen Fällen ebenso die Hände gebunden. "Wohnungen haben wir keine. Wir können nur beraten, Ansprüche und finanzielle Möglichkeiten abklopfen oder, bei Frauen, die selbstständig wohnen können, eine Wohnungsbefürwortung für die soziale Wohnungsvergabe ausstellen", sagt Eveline Holzmüller, diplomierte Sozialarbeiterin beim Amt für Jugend und Familie (MA 11) der Stadt Wien. Aber auch sie weiß: "Die Wartezeiten in der Wohnungsvergabe sind lang."

Leistbare Übergangslösungen erwünscht

Auch Anna Millauer, Beraterin im Hilfsfonds für Schwangere der St.-Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien, bezeichnet den aktuellen Wohnungsmarkt in Wien als "Albtraum": "Es bräuchte eigens geschaffene Häuser mit kleinen Wohnungen, in denen betroffene, eigenständige Frauen ein bis zwei Jahre zu günstigen Mietpreisen mit ihren Kindern leben können." Aber: "Schnell verfügbare, leistbare Übergangswohnmöglichkeiten in geschütztem Raum, bis die Situation wieder besser ist, die gibt es nicht", sagt Brigitte Schiansky, diplomierte Sozialarbeiterin und Leiterin des Mutter-Kind-Hauses der St.-Elisabeth-Stiftung in der Wiener Arbeitergasse. Hilfestellung sei derzeit stark an den Betreuungsbedarf gekoppelt. "Wie tief muss ich erst auf der sozialen Leiter hinabsteigen, um Anspruch auf Hilfe zu haben?", hinterfragt Schiansky. "Wenn man Kriterien nicht erfüllt, fällt man dann durch das soziale Netz?"

"Die Stadt Wien und der Bund sind gefragt, Wohnen wieder erschwinglich zu machen. Die privaten Vereine können dieses Problem nicht lösen", appelliert Martina Kronthaler an die Politik. Der Verein fordere schon seit langem einen Hilfsfonds für genau diese Gruppe Frauen. Mit einem eigenen Fonds hätten die Frauen zumindest einen Rechtsanspruch auf Überbrückungshilfe für ein bis zwei Jahre.

Täglicher emotionaler Kampf

Für Jana M. und Barbara K. bleibt es ein täglicher emotionaler Kampf, wieder auf die eigenen Beine zu kommen und dabei auf Hilfe von außen angewiesen zu sein: "Ich will keine Bittstellerin mehr sein, sondern ein normales Mitglied der Gesellschaft und etwas einbringen", sagt Barbara K. Das Ansuchen um Mindestsicherung war für sie "der bisher schlimmste Schritt".

Auch Jana M. ist froh, wenn sie nach der Karenz wieder arbeiten kann und nicht mehr die privaten Vereine um Hilfe abklappern muss. "Ich möchte meiner Tochter doch nur einen Ort der Kontinuität und Sicherheit bieten. Ich hätte nicht gedacht, dass das bei uns in Österreich so schwierig ist." (Isabella Lechner, dieStandard.at, 3. Dezember 2012)

*Namen von der Redaktion geändert

Links und Spendenkonten:

Aktion Leben Österreich

Hilfsfonds für Schwangere in Not der St.-Elisabeth-Stiftung

"Haus Luise" für Mutter und Kind

Immo Humana - Verein für Mütter in Wohnungsnot

derStandard.at/Immobilien:
Immo Humana: "Wohnungen, die 'wahnsinnig viel Gutes tun können'"

Sachspenden dringend erbeten

Die Aktion Leben und die Wiener Mutter-Kind-Häuser bitten dringend um Sachspenden, um ihre Lager wieder auffüllen zu können. Gebraucht werden derzeit vor allem warme Winterkleidung für Frauen, Babys und Kleinkinder, Hygieneartikel, Babynahrung und haltbare Lebensmittel. Immer erbeten sind außerdem Kinderwägen und -betten. Bei den meisten Einrichtungen können die Spenden zu den Öffnungszeiten direkt vor Ort abgegeben werden (Adressen und Kontaktdaten siehe Links).

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wichtiger Beitrag. warum nur auf diestandard?

Ich lese den Standard und bin sehr verwundert nun diesen Beitrag in diestandard zu finden. Warum schafft es solche Information nicht in die Printausgabe? Das Reden über Schwierigkeiten beim Kinder versorgen und großziehen ist in Österreich kein Thema. Dass Kinder Kriegen und zu verantwortungsvollen Mitgliedern der Gesellschaft zu erziehen eine wichtige gesamtgesellschaftliche Leistung ist wird gerne übersehen. Ein Kind zu bekommen gilt bei uns als Unfall oder für die eigene "Romantik" (weil die eigenen Gene weitergegeben werden, weil ich an jemanden vererben kann, weil Kinder halt so lieb sind, ...). Der wesentliche Beitrag den Eltern und besonders Mütter leisten wird nicht gesehen . Bitte sowas für alle LeserInnen abdrucken!!!

das kanns wohl auch nicht sein!

auf der einen seite wundern sich alle, dass die österr. frauen, insbesondere viele akademikerinnen, keine lust auf kinder haben (auch wenn hier ein anderer eindruck vermittelt wird) und dann sind die besten 'ratschläge' ad absicherung 'heirat', 'eltern' und 'zurückstecken'? die österr. mentalität am modell 'heile welt' festzuhalten und dann allen, die daran scheitern, 'selber schuld' zuzurufen treibt seltsame blüten! im artikel wird aufgezeigt, dass es trotz sozialsystems besonders für frauen in notlagen schwierig ist schnelle, unbürokratische hilfe zu bekommen. das ist tragisch und dem sollte entgegengesteuert werden!

daran sind aber die strengen MR-Gesetze schuld, die Vermieter stark benachteiligen z.B. bei Kündigung aufgrund von Mietentgang. Deswegen werden die Mietverhältnisse an strenge Einkommensnachweise gebunden. Noch dazu in diesem Fall ist das KEIN privater Vermieter, sondern die Genossenschafts-Gesellschaft.

weiters: würde man die Eintrittsrechte für Nachkommen bei Altbaumieten so einschränken, dass die Miete an den Marktpreis angepasst wird, wäre mehr Wettbewerb am Markt und die Preise würden fallen, und der Wohnungsmarkt wäre nicht so dermaßen verzerrt. Denn durch die Altmieten kann kein Gewinn mehr erwirtschaftet werden, weshalb das mit Neuvermietungen hereingewirtschaftet wird.

.. die Mietpreise

sind doch auch schon ein Witz für die Normalen Bürger.
Neubeuten in Linz zahlt man für 55m2 bis zu 500+ Euro.
Und ich finde das 55m2 schon wirklich minimum zum Leben sind für eine Person. Vielleicht sehen das andere nicht so, aber ich will nicht mehr in einem 30m2 WohnKlo leben. Und selbst für die 30m2 kenn ich Wohnungen wo du mehr als 350+ ablegst.

schau, schau, die 'aktion leben'...

zuerst den frauen einreden, dass sie das baby unbedingt kriegen sollen - und wenn es um konkrete hilfe geht, dann sind sie - leider, leider - machtlos.

nur so zur info: die aktion leben wird von der katholischen kirche finanziert, um deren ideen zum thema abtreibung zu promoten; die katholische kirche ist eine der größten grund- und immobilieneignerin österreichs. es wäre ein leichtes, wohnungen oder das benötigte geld locker zu machen...

aber die kirchenführung sieht das sicher anders. die trennen schön säuberlich ihre scheinheilige moral von ihrem immobilienbesitz. und schon gar für alleinstehende frauen... wo kommen wir da denn hin!

das ist zynisch.
auch der Staat hat leerstehende Immobilien und Grundstücke. Er könnte z.B. genauso die leeren Militärgebäude zu Frauenhäuser ummodellieren. Nur der Erhalt einer Immobilie, als auch die Betreuung so einer Einrichtung kostet Geld. Und weder der Staat noch die Kirche haben unendlich viel Geld.

die katholische Kirche macht genauso schon viel Soziales, wo eigentlich der Staat das finanzieren sollte.

simple Frage

Warum zieht sie nicht vorübergehend zu ihren Eltern? (Papa wollte ja auch mit Geld helfen für die Genossenschaftswohnung) Einstweilen etwas sparen, Wohnung + Job geziehlt suchen und dann umziehen? Immer nur jammern und alles vom Staat haben wollen ist nicht angebracht.

....

Es könnte mehrer Gründe geben.
Die Eltern wollen die Tochter mit Kind nicht einziehen lassen.
Weil einfach kein Platz vorhanden ist.
Eltern für ihre Kinder wenn sie einmal augezigen sind nicht einmal Selbständig waren auch nicht mehr sich um diese schren müssen. So nach dem Moto "Dein Leben , dein Problem. Lass und in frieden damit!"
Frauen mit Kinden sind in der Wirtschaft nicht bliebt. Alleinerziehende schon garnicht. Und wenn der Mann nciht zahlen will.. dann hast du ein Problem.
Also ich versteh gut warum Frauen keine Kinder haben wollen.....

Simple Antwort

Noch einmal: Die zwei Frauen und deren Situation die darin kurz geschildert sind, dienen rein als Auszug für vielerlei Bespiele. Es ist sehr einfach, sich darauf aufzuhängen. Das lenkt von der eigentlichen Thematik ab, wenn man so will. Es geht nicht darum, sich etwas vom Staat „erbetteln“ zu wollen sondern Aufklärungsarbeit zu leisten. Wenn dies alles so einfach möglich wäre, wie Sie behaupten, dann würde sich diese Mutter wohl kaum an die Vereine und sozialen Einrichtungen wenden. Denn das ist kein leichter Schritt.Kennen Sie Barbara K. persönlich? Kennen Sie ihre Situation und deren Umstände, in der Sie sich befindet genauer? Dann schlagen Sie ihr doch einmal diese sinnvollen Tipps vor? Sie ist bestimmt noch nicht selbst darauf gekommen.

Sie wissen, wie der vater wohnt?

wenn man etwas will, erreicht man es!

ich habe dasselbe durchgemacht, vor langer zeit.
als "ausländerin" habe ich nur familiebeihilfe bekommen, sonst nichts.
aber ich habe nicht gejammert, ich habe mich durchgekämpft: hab allein die sprache gelernt, habe geschafft, eine eigene wohnung zu bekommen, habe gearbeitet und studiert - und ein kind alleine großgezogen.
dass man in österreich so viel jammert und alles vom staat erwartet, verstehe ich nicht.
in diesem land hat man die chance etwas zu bewegen, wenn man will, in anderen ländern dieser welt hat man diese chance nicht!

°°°

Dasselbe durchgemacht zu haben, ist sehr unwahrscheinlich, so hat doch jeder seine ganz individuelle Geschichte und als Solches ist es auch zu behandeln. In der Tat, können Sie durchaus Stolz darauf sein, diese schwierige Situation gemeistert zu haben. Ein jeder Alleinerziehender wird die Situation früher oder später schaffen, so sind es doch in erster Linie die Kinder an die man denkt und das ist eine sehr große Motivation. Nur wäre es umso besser früher als später, eben gerade für die Kinder die meist die Leidtragenden dabei sind. Hätten Sie sich manchmal nicht ein wenig Unterstützung für sich gewünscht? Um mehr Kraft und Aufmerksamkeit ihren Kindern schenken zu können? Anstatt sich durchkämpfen zu müssen, vielleicht mehr als wirklich nöt

...

nötig wäre.Ehrlichgesagt sehe ich diesen Artikel nicht als „Jammerei“ an, sondern viel mehr als Aufklärung über eine immer noch vorhandene Problematik, für die es gilt eine Lösung zu finden. Die zwei Frauen und deren Situation die darin kurz geschildert sind, dienen rein als Auszug für vielerlei Bespiele. Es ist sehr einfach, sich darauf aufzuhängen. Das lenkt von der eigentlichen Thematik ab, wenn man so will. Natürlich wenn man sich in anderen Ländern umsieht, ist die Hilfestellung sehr oft bei weitem schwächer bis gar nicht vorhanden. Jedoch stellt sich hier eine Grundfrage, möchte man an den „ schlechteren“ Beispielen festhalten oder in eine noch effizientere Richtung gehen, um noch mehr zu „bewegen“, wie Sie sagen?!! ...

...

...denn sonst würde sie die "ansprüche" verlieren. Und so kann sie ein großteil ihres lebens verbringen: bekommt alles vom staat und betrachtet es als selbstverständlich, als ihr "anspruch".
Ist dieses beispiel denn so weit von der realität entfernt? gibt es nichts bereits in anderen bereichen genug solche beispiele?

Sozialer Staat vs. Mißbrauch

Sie haben vollkommen recht, sozialer staat ist schön und gut, und es soll notleidender personen geholfen werden, wieder auf eigenen beinen zu stehen.
Das system wird aber leider zu oft mißbraucht.
Zur veranschaulichung werde ich jetzt übertreiben: jede frau die schwanger wird, behauptet dass sie alleinstehend ist, und sofort bekommt sie vom idealen sozialstaat eine schöne und billige wohnung. Diese wohnung wird sie nie verlassen müssen, weil der soziale staat alleinstehende mütter nicht auf der strasse setzt. Inzwischen hat sie einen neuen freund, der sich aber nicht in ihrer wohnung anmeldet, um den anspruch nicht zu verlieren. Mit den ganzen beihilfen + freund kann sie relativ gut leben, selbst arbeiten muss sie nicht...

sie sind tüchtig und ein wertvoller zugewinn für österreich.

gratulation

36m2 Wohnung - das entspricht Altbau, Zimmer/Küche und das ist nicht riesig aber für eine Mutter mit Säugling groß genug.
Kalt? Fenster abdichten oder mit Decken abhängen und heizen kann man so eine kleine Wohnung zur Not auch elektrisch, mit Heizstrahler.
Ein Luxusleben ist das nicht aber viele Menschen wohnte Jahrzehnte lang so inkl. Substandard und Kohleofen, dafür war es leistbar (und in meiner Erfahrung durchaus auch gemütlich). Was will die? Eine drei Zimmer Wohnung, von der Allgemeinheit finanziert?

°°°

Ist es wirklich eine Zumutung, wenn man sich als Mutter etwas Besseres für sein Kind wünscht? Es ist doch das Mindeste, dass die Wohnung gut beheizt ist, gerade während der Wintermonate. Elektrisch heizen, ist natürlich eine ganz billige Variation ;) Wir sehnen uns wieder an das Jahre dazumal, da ja alles so vieles besser war! Ein Hoch, auf den Rückschritt. Wer sagt den eigentlich, dass Frau Barbara K. das gerne von der Allgemeinheit finanziert hätte. Irgendwie muss ich das wohl überlesen haben. Das nötige „Kleingeld“ ist aufgebracht, nur machen ihr die Richtlinien der Genossenschaft einen Strich durch die Rechnung. In Zeiten der Karenz, ist man an ein gewisses „Einkommen“ gebunden, dass man nicht überschreiten darf.Also von einem

...

Mindesteinkommen von 1.200 € etwas entfernt. Es handelt sich nur um ein paar Monate, nicht mehr und nicht weniger, dann ist auch dafür gesorgt. Kann es wirklich sein, dass es für diese Übergangszeit keine stimmige Zwischenlösung gibt? Natürlich ist es möglich in dieser unmöglichen Situation auszuharren, aber um welchen Preis? Vor allem, wem tut man weh damit, wenn gewisse Richtlinien für Ausnahmesituationen aufgelockert werden? Damit spreche ich nicht nur die Wohnungsgenossenschaft an. Sondern ganz im Allgemeinen. Wir sind ja ach so starr und so stolz darauf.Hauptsache wir befolgen die Regeln wie das vorhandene System und wagen uns nicht zu hinterfragen, wer diese eigentlich macht.Eine Frage der Einstellung. Nur nicht aus der Reihe fallen.

Eine Wohnung, wo man nicht umziehen muss wenn das Kind 3 ist?

genau!

meine wohnung war 40m², substandard: im erdgeschoß, kein bad, WC am gang, keine küche, heizung mit öl, das ich alle 2-3 tage von der tankstelle schleppen musste. NA UND? ich war glücklich & unabhängig!

Ein schöner Vergleich ;)

Gut, man stelle sich das bitte einmal realistisch mit einem Baby vor.In der einen Hand, das Kleinkind (Gewicht ab 13 kg aufwärts) und in der anderen den Ölkanister (wie viel Liter braucht man davon? Aufklärung bitte!). Küche gibt’s keine, das Kind ernährt sich nämlich von Luft und Liebe. Warmes Essen unnötig. Bad braucht man auch nicht, Hygiene und Sauberkeit sind ohnehin nämlich überbewertet. Vor allem bei einem Baby. WC am Gang, na fein womöglich noch mit den Nachbarn zu teilen. Natürlich ist es machbar, allerdings leben wir nicht in der Nachkriegszeit und noch dazu in keinem verarmten Land. Es muss also wirklich nicht sein. Denn das sind schlicht und weg keine Verhältnisse für ein Kind. Nicht in dieser Zeit und nicht an diesem Ort!!!

Wo soll das Baby in Ruhe schlafen? In einem gemeinsamenwohn-Schlafzimmer?
Bin aber der Meinung jeder ist seines glueckes Schmied und man soll sic halt genau ueberlegen mit wem man eine Familie gruendet und dann zu seiner Entscheidung stehen. Zuerst eine stabile Lebenspartnerschaft/ehe aufbauen und dann Kinder zeugen.

Geschmiedetes Glück oder So ähnlich...

Natürlich. Man sollte es sich schon genau überlegen, mit wem man eine Familie gründet. Sie haben Ja vollkommen recht. Es ist ja auch immer bereits im Vorhinein Sonnenklar, wie die gemeinsame Zukunft wird. Haben Sie dafür, eine Patentrezept? Damit würden Sie sicher ganz schnell reich werden. Denn wie ich hörte, ist selbst eine Ehe kein Versprechen. Wahrscheinlich nur Gerede. Darauf sollte man nicht viel halten. Zur Entscheidung stehen, tun die Wenigsten. Vermutlich weil Sie ja ach so damit beschäftigt sind, die Konsequenzen dafür zu ziehen. Was für ein Pack. ;)

Einen Raum kann man auch abtrennen! Ein Säugling schläft sowieso meistens bei den Eltern im Zimmer. Fernsehen kann man auch mit Kopfhörer.

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