Ciudad Juarez: Hunderte rote Schuhe erinnern an verschwundene Frauen

11. Dezember 2012, 12:18

Demonstration in mexikanischer Grenzstadt - Bis heute ist der Großteil der Femizide ohne Aufklärung

Mexiko-Stadt - Mit hunderten Paaren roter Schuhe haben DemonstrantInnen in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez auf das weiter unaufgeklärte Verschwinden zahlreicher Frauen aufmerksam gemacht. Die DemonstrantInnen versammelten sich am Montag vor dem Rathaus der an die USA grenzenden Stadt, in der die Verbrechensrate besonders hoch ist. Etwa 300 Menschen setzten mit roten Schuhen an den Füßen ein sichtbares Zeichen.

Femizid-Welle

Zu dieser ungewöhnlichen Aktion hatten die Künstlerin Elina Chauvet und der spanische Journalist Javier Juarez aufgerufen. Auch soziale Organisationen und Angehörige verschwundener Mädchen und Frauen nahmen teil. "Das ist eine Weise, die Behörden daran zu erinnern, dass es in der Stadt noch Dutzende Fälle von verschwundenen Frauen gibt und dass sie nicht gelöst wurden", sagte Chauvet.

Seit 2009 wird Ciudad Juarez von einer Welle der Gewalt erschüttert, die mit dem Drogenkrieg in Mexiko zusammenhängt. In den 1990er-Jahren und in den ersten Jahren nach dem Jahrtausendwechsel erlangte die Stadt durch brutale Frauenmorde traurige Berühmtheit. Nach Angaben mehrerer Nichtregierungsorganisationen wurden damals rund 400 Frauen ermordet, die meisten Fälle wurden bis heute nicht aufgeklärt. (APA, 11.12.2012)

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9 Postings
unglaublich,

dass - nachdem Mexiko unwillig ist, etwas aufzuklären-die UNO dieses seit jahren anstehende verbrechen so ganz und gar nicht aufklären will. frauen, mädchen und weibliche kinder werden verschleppt, vergewaltigt und dann umgebracht. und die ganze welt sieht weg!

Also wurden seit 1990 400 Frauen wurden umgebracht.

Das bedeutet, gut 18 im Jahr. Da allerdings alleine im Jahr 2010 in Ciudad Juárez 3.111 Menschen ermordet wurden, waren nur in diesem einen Jahr demnach 3.093 der Ermordeten Männer. Das ist keine Erwähnung wert?

die ermordeten männer

sind im rahmen von drogenbanden-kämpfen ums leben gekommen. das läßt sich wirklich nicht mit der vergewaltigung und ermordung von unschuldigen frauen und mädchen vergleichen!

Klar.

Alle ermordeten Männer sind von Haus aus Drogenbosse, und alle Frauen unschuldig. Logisch. Warum hab ich nicht selber dran gedacht.

schauen sie sich die doku und den film an, dann verstehen sie vielleicht wovon hier die rede ist.

Und ihnen kommt es nicht irgendwie komisch, wenn vor von der grossen medial aufbereiteten Frauenmordserie berichtet wird. Und die Zahlen dann so aussehen, dass bei dieser Serie pro Jahr ca. 40 Frauen ermordet wurden, insgesamt aber pro Jahr ca. 1600 Morde dort geschehen? (die 1600 stammen von http://www.bild.de/news/2009... .bild.html nach Hafniumcarbid wären es sogar über 3000)

Daher die Mordserie, die ca. 3% der Morde in dem Gebiet ausmacht sind es über die Berichtet wird und als Femizid bezeichnet wird, die 97% (egal wie viele davon Männer oder Frauen waren) werden ignoriert!

Ja genau und Maenner werden in Mexiko ueberhaupt keine umgebracht..

schon, aber darum gehts hier jetzt nicht.

wenn i-wo "frauenmorde" oder "femizid" steht löst das bei einigen hier anscheinend den "und was ist mit den männern?"-reflex aus. warum? um eine mögliche diskussion um ermordete frauen zu verdrängen? hab ich manchmal das gefühl.

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