Auch eine eingesetzte Eizelle führt zum Erfolg

19. Dezember 2012, 16:42

Eine Schwedische Studie bestätigt, dass IVF-Zwillingsschwangerschaften riskanter sind als Ein-Kind-Schwangerschaften

Mit Zwillingen nach einer künstlichen Befruchtung (IVF) schwanger zu sein, birgt sowohl für Mutter als auch für die Embryos höhere Risiken als hintereinander jeweils einen Embryo auszutragen. Das ist das Ergebnis einer neuen Schwedischen Studie, die diese Woche präsentiert wurde.

Diskussion über beste Vorgehensweise

Dass Mehrlingsgeburten riskanter sind, ist seit langem bekannt. Doch obwohl inzwischen zahlreiche Fertilitätskliniken davon abgekommen sind, mehr als eine befruchtete Eizelle bei Frauen einzusetzen, wird weiter darüber diskutiert, ob künstlich herbeigeführte Mehrlingsschwangerschaften bei Frauen mit Kinderwunsch nicht doch zu vertreten seien.

Die Ergebnisse von Antonina Sazonova und ihrem Team schütten nun Wasser auf die Mühlen der Mehrlingsschwangerschaften-GegnerInnen. "Das Ergebnis hinsichtlich der Neugeborenenphase und dem Zustand der Mutter ist erheblich besser bei Frauen, die sich hintereinander einer IVF-Behandlung mit einer Eizelle unterziehen, als bei jenen mit einer Zwillingsschwangerschaft nach einer einzigen IVF", schreibt die Studienautorin im Fachjournal "Fertility and Sterility". 

Studienumfang

Die Studie untersuchte das Ergebnis künstlicher Befruchtungen an Schwedischen Fertilitätskliniken in den Jahren zwischen 2002 und 2006. Inkludiert waren dabei sowohl frische als auch eingefrorene Embryos, die in den Uterus der Patientinnen eingesetzt wurden. In der Studie wurden 991 Frauen erfasst, die nach einer IVF Zwillinge gebaren und 921 Mütter, die mit zwei hintereinander liegenden Eingriffen mit einer Eizelle zwei Kinder zur Welt brachten. Schweden ist weltweit einer der wenigen Ländern, die die Zahl der Eizellen stark regulieren. Seit 2003 ist es nur mehr in Ausnahmefällen erlaubt, zwei befruchtete Eizellen einzusetzen.

Das Ergebnis zeigte, dass 47 Prozent der Zwillinge frühzeitig auf die Welt kamen. 39 Prozent waren bei der Geburt untergewichtig. Bei den künstlich herbeigeführten Einzelschwangerschaften belief sich der Anteil bei den Frühgeborenen auf sieben Prozent und weniger als fünf Prozent hatten ein niedriges Geburtsgewicht.

Keine erhöhtes Risiko auf lebensbedrohliche Gesundheitsprobleme

Zwillinge waren auch öfter von Atemproblemen, Sepsis oder Gelbsucht betroffen. Ihre Mütter litten zwei bis dreimal öfter unter Präeklampsie (Bluthochdruck und verstärkte Eiweißausscheidung) und wurden viermal häufiger via Kaiserschnitt entbunden als Mütter, die eine Einzelschwangerschaft hatten. Jedoch konnten keine signifikanten Unterschiede beim Risiko schwerwiegender Missbildungen und anderer lebensbedrohlicher Gesundheitsprobleme festgestellt werden.

Fertilitätsexpertin Lynn Westphal von der medizinischen Universität in Stanford gibt zu bedenken, dass viele betroffene Frauen es als Bonus betrachten, wenn sie auf einen Schlag zwei Babys bekommen. "Am sichersten ist es allerdings, immer nur ein Kind nach dem anderen zu bekommen", so Westphal, die an der Studie selbst nicht beteiligt war. In ihrer Praxis würden sie immer mehr Frauen dazu raten, nur eine befruchtete Eizelle einsetzen zu lassen, vor allem wenn diese noch jünger und bei gutem Gesundheitszustand seien.

Eltern wollen auf Nummer sicher gehen

Die Frage, ob eine Schwangerschaft durch das Einsetzen von nur einer Eizelle gleich wahrscheinlich sei wie bei mehreren, könne nicht eindeutig beantwortet werden, so Westphal. Es gäbe inzwischen Daten, die zu diesen Ergebnissen gekommen seien, doch die Faktenlage sei diesbezüglich noch uneinheitlich.
Viele betroffene Paare seien vollkommen auf das Schwangerwerden fokussiert, ohne an die gesamte Schwangerschaft und an eine Zwillingsgeburt zu denken, so Westphal. Viele Eltern seien auch der Meinung, dass mit einer Zwillingsgeburt der gesamte Kinderwunsch auf einmal erledigt sei. (Reuters/red, dieStandard.at, 19.12.2012)

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