Erstmals UNO-Resolution gegen weibliche Genitalbeschneidung

21. Dezember 2012, 10:32
  • Aktivistinnen in Somalia protestieren gegen die weibliche Genitalbeschneidung: Das Land weist eine der höchsten Beschneidungs-Raten von Frauen in Afrika auf.
    foto: epa/stringer
    Aktivistinnen in Somalia protestieren gegen die weibliche Genitalbeschneidung: Das Land weist eine der höchsten Beschneidungs-Raten von Frauen in Afrika auf.

Drei Millionen Mädchen in dreißig Ländern betroffen

New York - Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat erstmals in einer Resolution zum Kampf gegen die weibliche Genitalbeschneidung aufgerufen. In dem am Donnerstag in New York verabschiedeten Dokument fordert das Gremium die internationale Staatengemeinschaft auf, Gesetze gegen die Beschneidung zu verhängen und deren Einhaltung streng zu überwachen.

Langzeitfolgen für Betroffene

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüßte die Resolution. Ihren Angaben zufolge sind rund drei Millionen Mädchen in fast dreißig Ländern der Welt von der oftmals mit Tradition oder Religion begründeten Praxis betroffen. Die Betroffenen leiden oftmals unter psychischen und körperlichen Langzeitfolgen wie etwa Problemen bei sexuellen Beziehungen und Geburten. Der schmerzvolle und riskante Eingriff kann schlimmstenfalls sogar zum Tod führen. (APA/red, dieStandard.at, 21.12.2012)

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Beschnitten

Liest man die Kommentare, kommt man automatisch zum Schluß, dass es auch eine Gehirnbeschneidung geben muss.
Denn wie sonst wäre erklärbar, dass die Hardliner hier den Unterschied permanent ausblenden: die weibliche Genitalbeschneidung bzw. -verstümmelung dient einzig und allein dazu, den Frauen jegliches Lustempfinden zu nehmen. Während die Vorhautbeschneidung bei Jungen oder Männern keinerlei Einfluß auf das Sexualverhalten oder die sexuellen Empfindungen des Mannes hat.

Und warum wird so großer Wert darauf gelegt, den Frauen die Lust am Sex zu nehmen? Für unbeschnittene Gehirne beantwortet sich die Fragen von selbst - für die anderen lohnt es nicht der Erklärungen.

zeichen für die grösstmögliche gehirnbeschneidung ist es aber immer noch,

wenn menschen der freie wille abgesprochen wird, darüber zu entscheiden, welche religiös motivierten körperlichen eingriffe sie durchführen wollen.
es ist völlig unerheblich, was diverse beschneidungen an frauen oder männern auslösen und was nicht. das einzig erhebliche ist das recht jedes menschen, über seinen körper selbst entscheiden zu können.

In Österreich nicht gegeben

Die freie Entscheidung über den eigenen Körper ist in Österreich eigentlich nicht gegeben, sonst könnte z.B. Beihilfe zum Selbstmord nicht strafbar sein.

http://www.welt.de/politik/a... ieren.html

Völlig unerheblich ist es aber nur für die Frage, ob es zulässig sein sollte oder nicht. Aber natürlich ist es absolut legitim, dass sich der Kampf gegen die Genitalverstümmelung zunächst auf den schlimmeren und leichter zu gewinnenden Fall der FGM konzentriert hat.

Ich finde das Interview leider nicht mehr, aber eine Vertreterin eines deutschen Vereins gegen FGM hat erklärt, dass der Verein ursprl. auch gegen MGM kämpfen wollte, dann aber nicht als gemeinnützig anerkannt worden wäre!

Bei FGM sind wir schon vor Jahren an dem Punkt angekommen, dass es um das Wie des Verhinderns geht, nicht um das Ob. Es scheinen aber noch nicht alle verstanden zu haben, dass gerade diese Errungenschaft jetzt über das Einfallstor MGM in Gefahr ist, s. Link.

"DIE" weibliche Genitalbeschneidung gibt es so nicht. Es gibt verschiedene Formen davon, angefangen beim sog. "pricking", dem Einritzen der Klitoris bis hin zur Amputation der Klitoris und Schamlippen mit abschliessendem Vernaehen der Vulva. Dazwischen ist viel moeglich, wie man sich unschwer vorstellen kann.

Ich lehne natuerlich jegliche Form dieses Wahnisnns ab.

Bei den Maennern weiss man mittlerweile dass die Vornhaut unzaehlige Nervenzellen enthaelt und somit zu den empfindlichsten Teilen des Penis gehoert. Die Argumentation, dass sich dadurch eh nichts aendert, haelt nicht stand.

FGM und MGM sind archaische, blutruenstige Kulturrituale, die endlich abgeschafft wrden.

"Während die Vorhautbeschneidung bei Jungen oder Männern keinerlei Einfluß auf das Sexualverhalten oder die sexuellen Empfindungen des Mannes hat."

Das ist einfach nicht wahr. Auch wenn man es 1000 mal wiederholt.

Circumcision

Wenn die Zirkumzision (vulgo "Beschneidnung") Nebenwirkungen hat, dann sind sie positiver Natur: sie ist hygienischer als mit Vorhaut und durch die Reduktion der Sensibilität der Eichel verbessert sich die sexuelle Performanz. Nur Vorteile also.

diese Vorurteile sind erfunden und schön geredet. Die Beschneidung wurde in Nordamerika vom Ärzten eingeführt, weils angeblich gegen die "schädliche" Selbstbefriedigung hilft.

Die ganzen Vorteile, die du da aufzählst, sind nicht belegt bzw zum teil sogar widerlegt.
Die reden sich nur Betroffene selber ein, damit sie sich besser fühlen.

Und dazu kommt, dass selbst wenn so schwindlige Vorteile wie "Verbesserung der sexuellen Performanz" stimmen sollten, warum zum Teufel nicht warten, bis der junge Mann alt genug ist, über seine Sexuelle Performance selber zu entscheiden.

perverse Argumentation, als ob ich Mädels schon als Säugling Busenwundermittel und Silikon einsetze, damit sie dann als Frauen einen schön festen, großen Busen haben.

Vorteile?

Für wen? Und falls doch, sicher nicht für SIE...

Troll

Verbesserung der "sexuellen Performanz" durch Reibung zwischen Schleimhaut und trockener Haut statt Druck zwischen gut geschmierten Schleimhäuten?

Und was soll daran hygienisch sein, einem Säugling die dann noch fest mit der Eichel verwachsene Vorhaut abzureißen und abzuschneiden, mit der Folge, dass eine riesige Wunde frei in der Windel liegt?

Bei jüdischen Beschneidungen kriegt man den ersten Schritt oft nicht zu sehen. Wenn ein Säugling bei einer rituellen Beschneidung sehr ruhig ist, liegt das meist daran, dass er beim Abreißen der Vorhaut in einen Schockzustand gefallen ist und deshalb gar nichts mehr mitbekommt. Das Trauma ist manchmal noch nach über einem Jahr nachweisbar.

Nein?

Sicher können Sie das belegen, denn ich habe bisher nichts derartiges gehört - auch nicht von beschnittenen Männern.

"Alongside these direct medical complications, psychological problems and complications in the area of sexuality have also been reported, as have extreme pain experiences in newborns causing behavioural changes which are still apparent years later. Similarly, the high social costs of circumcision as a result of complications have been cited."

Aus der gemeinsamen Stellungnahme gegen Vorhautbeschneidung der niederländischen Ärzteorganisationen. http://knmg.artsennet.nl/web/file?... tid=771754

Historisch war die Behinderung der Sexualität (v.a. Selbstbefriedigung) immer der Hauptgrund. Erst seit <100 Jahren schiebt man andere Gründe vor.

Das stimmt so nicht.

Auf Wikipedia werden mehrere Gründe für die weibliche Genitalverstümmelung angeführt. "Tradition wird als wichtigster Grund für diese Praxis angenommen."
Die männliche Beschneidung wird von Juden und Muslimen auch mit Tradition bzw. Religion begründet, ist also um nichts akzeptabler.

Lesen!

Ich habe nichts über die sogenannten Gründe für die jeweilige Beschneidung geschrieben, sondern über die Konsequenzen.

Ansonsten verweise ich auf den letzten Satz meines Kommentars.

Was den letzten Satz Ihres Kommentars betrifft:

Historisch ist die Vorhautbeschneidung in Ägypten zusammen mit der Infibulation bei Mädchen aufgekommen. Die Penetration einer Infibulierten ist nämlich auch für den Mann so schmerzhaft, dass das kein Unbeschnittener freiwillig macht. (Im Gegensatz zu den ungeheuren Schmerzen der Frau, scheint das damals relevant gewesen zu sein.) Die Lösung: Den Mann auch ein bisschen verstümmeln, so dass er nicht mehr soviel spürt.

Viele Frauen berichten, dass der Verkehr mit beschnittenen Männern schmerzhaft ist. Kein Wunder: Hauptzweck der Vorhaut ist neben der Produktion von Pheromonen die Verringerung der Reibung - durch natürliches Gleitmittel und teilweise Verlagerung der Bewegung.

Es gibt zwei wesentliche Unterschiede zwischen FGM und MGM:

(1) Bei FGM sind die schlimmeren, radikaleren Formen (Typ 2/3) verbreiteter als die relativ harmlosen (Typ 1a). Verboten sind sie aber alle. Bei MGM sind die mit FGM Typ 2/3 vergleichbaren Formen so selten, dass man sie nicht diskutieren muss. Die normale Vorhautbeschneidung ist aber selbst im besten Fall schlimmer als FGM Typ 1a, und in den letzten Jahrhunderten wurde sie immer radikaler.

(2) Stand der Debatte: Gewalttätige Initiationsriten werden bei männlichen Personen eher akzeptiert. Bei MGM sind unsinnige Vorwände wie Hygiene, Ästhetik oder angebliche sexuelle Vorteile noch gesellschaftsfähig, die sich bei FGM niemand mehr zu nennen traut.

gleichberechtigung bei beschneidungen im genitalbereich!

Sorry, sitz' grad voll auf der Leitung!

Warum schreien Sie hier nach Gleichberechtigung?

Wissen Sie, worum es geht? Frauenverstümmelung?!

Das Problem der Verstümmelung von Frauen und Mädchen wird sicher nicht dadurch besser, dass man gleichzeitig die Verstümmelung von kleinen Buben gutheißt, wie es der deutsche Bundestag gerade gemacht hat und diverse WHO-Stellen gelegentlich tun. Ganz im Gegenteil. Eigentlch sollten alle gegen alle Formen von Genitalverstümmelung an einem Strang ziehen.

Wundert es Sie wirklich, dass es Männern, die ja z.T. ganz genau wissen, wozu ihre Vorhaut tatsächlich gut ist, aufstößt, wenn harmlos sein soll, kleinen Buben mehrere Quadratzentimeter äußerst sensible, noch mit der Eichel verwachsene, Vorhaut abzuschneiden, während dasselbe bei der weniger funktionalen Klitorisvorhaut als verwerflich gilt (FGM Typ 1a) und bestraft wird?

Was machen wir dagegen?

Es haben ja alle Glaubensrichtungen es für gut geheißen das Genitalbeschneidungen nichts schlechtes sind. So jetzt ist die UNO und Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sich auch dafür hergeben das diese Entstümmelung sogar zum Tode führen kann. Das heißen unsere Glaubensgemeinschaften für Richtig. Ich bin sicher das der Herr der Liebe und Meister was alle Glaubensgemeinschaften so verehren und auf Ihm hören kann es nicht sein das solche Fehlentscheidungen getroffen werden. Oder ist da was anderes dahinter? Schämt euch!

Indonesien hat schlechte Erfahrungen mit dem Verbot gemacht -

beschnitten wurde weiter, aber brutaler und unhygienischer.

Seit 2010 ist weibliche Beschneidung wieder erlaubt, die genauen Regeln sind am Ende des links nachzulesen:

http://www.huffingtonpost.com/julia-lal... 30330.html

Der Verantwortungsethiker wird diese Lösung zumindest akzeptieren, der Gesinnungsethiker sich darüber empören.

Endlich!

Und jetzt noch eine Resolution gegen die Beschneidung von männlichen Kindern, und die Welt ist wieder ein bisschen besser geworden.

Höchst fällig.....und

wann engagieren sich noch mehr Männer und Frauen dafür, dass auch MGM (Männliche Genitalverstümmelung) an Minderjährigen verboten wird?!
http://www.youtube.com/watch?v=i8gRNBvCDpU

Das sind halt auch zwei unterschiedliche Themen.

Der Grund warum das gemacht wird und die Folgen für die Betroffen sind extrem unterschiedlich.

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