ARGE Dicke Weiber: Mit dicken feministischen Grüßen

8. Jänner 2013, 19:00
  • Die ARGE Dicke Weiber startet im neuen Jahr wieder durch.
    foto: arge dicke weiber

    Die ARGE Dicke Weiber startet im neuen Jahr wieder durch.

Fat Rights reloaded: Die ARGE Dicke Weiber ist zurück aus der Winterpause. Ab Jänner finden wieder regelmäßig Treffen für alle dicken Frauen statt

Kaum sind die Weihnachtsferien vorbei, werben die klassischen Frauenmagazine bereits mit den neuesten Abnehmtipps - von der Detox-Diät ("Freundin") bis hin zur alljährlich upgedateten "Brigitte"-Diät mit "50 köstlichen Rezepten unter 450 Kalorien". Gerade rechtzeitig meldet sich da die ARGE Dicke Weiber zurück aus der Winterpause.

War on Fat

Mit feministischem Selbstverständnis stellt sich die 2009 gegründete Initiative gegen Diät-Stress und Schlankheitsterror. "Die Zeit war reif, um aus der Isolation der eigenen Betroffenheit herauszutreten und sich mit anderen dicken Frauen zu verbünden", rekapituliert die ARGE Dicke Weiber in ihrer Selbstbeschreibung. "Denn Tatsache ist, dass die gesellschaftliche Diskriminierung dicker Frauen und Mädchen unaufhaltsam zunimmt. Ob Job-Kündigungen, Vernachlässigungsvorwürfe, Gesundheitsvorschriften, Abnehmcamps, Magenband Operationen, Kleidergrößennorm (...) - das Leben von und mit dicken Frauen ist mittlerweile massiven Beeinträchtigungen ausgesetzt und das Selbstwertgefühl aller Frauen und Mädchen wird dadurch tiefgreifend zerstört."

Fat Liberation Movement

Von Diätmitteln bis Body-Mass-Index: Die soziale und medizinische Normierung von Frauen und ihren Körpern begreift die ARGE Dicke Weiber als Sexismus - und damit auch als Angriff auf die Vielfältigkeit und Gesundheit von Frauen. In Anlehnung an das "Fat Liberation Movement" in den USA, wo schon in den 1970er-Jahren "Fat Rights"-Gruppen gegründet wurden, will die ARGE Dicke Weiber demnach mehr sein als bloße Selbsthilfegruppe.

Es geht um Empowerment - oder anders gesagt: Hier wird Dicksein zum Politikum erhoben. "Wir verstehen uns als Teil einer weltweiten Dickenbewegung, die angetreten ist, die Dickenfeindlichkeit in dieser Gesellschaft zu beenden. Unsere Strategien dazu sind: Stärkung des Selbstbewusstseins, Selbstermächtigung, politische und persönliche Reflexion und Auseinandersetzung sowie Öffentlichkeitsarbeit, Aktivismus und jede Menge Spaß."

Für positive Selbstbilder und Vielfalt

Die Pathologisierung des dicken Körpers richtet sich aber nicht nur gegen dicke Frauen: "Schlanke und Dicke werden gleichermaßen konditioniert", wie die ARGE Dicke Weiber feststellt. In Zeiten, in denen der eigene Körper immer mehr als "soziale Visitenkarte" fungiert, ist der Druck auf sogenannte Übergewichtige jedoch besonders groß.

"Jeder von uns wurde jahrelang oder jahrzehntelang eingehämmert, dick zu sein ist hässlich, ungesund, Dicke sind charakterschwach, Dicke können sich nicht beherrschen. Dick zu sein ist abzulehnen, damit müssten auch Dicke abgelehnt werden." Positive Selbstbilder zu etablieren und vielfältige Körperbilder zu propagieren, gehört daher zu den erklärten Zielen der Fat-Rights-Aktivistinnen.

Gemeinsam im Kampf gegen Size Zero

Im Schön- und Schlankheitswettbewerb werden Frauen entsolidarisiert und zueinander in Konkurrenz gestellt. Die ARGE Dicke Weiber antwortet darauf mit Kollektivität als Strategie: Jeden zweiten und vierten Freitag im Monat trifft sich die selbstorganisierte Gruppe im Autonomen Frauenzentrum in Wien. Willkommen ist hier jede dicke Frau - wobei die Definition von "Dicksein" eine ganz subjektive ist. "Auf die häufig gestellte Frage 'Bin ich dick genug für die ARGE Dicke Weiber?' geben wir die Antwort: 'Ja! Wenn du dich selbst als dick begreifst und das Thema Dick-Sein dein Leben geprägt hat.'"

Neben dem persönlichen Erfahrungsaustausch in der Gruppe werden gemeinsam Veranstaltungen organisiert und Aktionen zum Anti-Diät-Tag (6. Mai) vorbereitet, positives Bildmaterial wie Fotos und Filme gesammelt und auch fleißig gebloggt - für einen Feminismus im XXL-Format. (viyu, dieStandard.at, 8.1.2013)

Nachlese:
Ge/wichtige Frauen: Big is beautiful
- Interview mit der ARGE Dicke Weiber

Gruppentreffen der ARGE Dicke Weiber - um Anmeldung wird gebeten: argedickeweiber@gmx.at
Termin: Freitag, 11. Jänner, 17.00 Uhr
Ort: FZ-Bar (Frauenzentrum im WUK), Währinger Straße 59 (Eingang Prechtlgasse), 1090 Wien

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Hier scheint sich postingmäßig die Ärztekammer....

...ein Stelldichein zu geben.

Fast jeder 2. Beitrag eine Diagnose vom praktischen Arzt. Haben Ihnen allen hier die Frauen der Initiative auch ihre ecard vorgezeigt?

voellig falscher ansatz

wie kann man big is beautyful behaupten und sich gleichzeitig gegen bestimmte rollenbilder wehren? Es gibt schon huebsche mollige frauen, aber dicke finde ich nicht schoen. Bin selbst zu dick, aber es stoert mich nicht, solange ich fit und beweglich bin. Schoen ist es nicht, aber das ist mir auch egal, ich muss nicht schoen sein. Warum versucht man zwanghaft, etwas als schoen hinzustellen, statt davon auszugehen, dass auch menschen die nicht schoen sind, ihren wert haben?

Zum Glueck scheren sich Fakten ueber die Gesundheitsgefahren von Fettleibigkeit nicht um political correctness

...man soll auch folgendes von klein auf machen:

nie mit essen belohnen, ihnen nie schokoladeriegel geben sondern nur kleine naps, auch die fetten (gesunden!) kindergesichter auf milupa gläsern sollten kein schlechtes gewissen hervorrufen. gemeinsam kleine kuchen backen da sind dann keine geschmacksverstärker drinnen. und zum frühstück muss es nicht immer marmelade und semmerln geben !

...twiggy oder skiny ist genauso blöd wie

glückliche ditos die sich glücklich fressen müssen.
man muss ihnen von klein auf lernen als vorbild wie eine ausgewogene ernährung aussieht. die jause muss nicht täglich wurstsemmel und eistee sein.
kindern zeigen das ausgewogene ernährung auch gut schmeckt. wir haben am anfang zum frühstück gemüsse mänchen am teller aufgelegt mit der auflage das sie diese nicht fressen darf da sie sie ja sonst ein böser gemüsefresser sein würde. nichts war lustiger als dies täglich selbst von ihr zu kreieren ...
aber auch als eltern muss man vorbild sein. vieles was in der kindheit nicht funktioniert wird im erwachsenen alter dann umgesetzt. wichtig ist es zu lenen. z bsp. es gibt nur wasser als getränk. milch ect sind energiereiche lebensmittel...

Mich würde interessieren...

1.) Würde "dieStandard" auch einer Pro-Ana Bewegung eine Plattform bieten? Im Dienste der Gewichtsvielfalt?

2.) Betrachten die Mitglieder der ARGE dicke Weiber Anorexie als Krankheit?

3.) Wenn "zu dünn sein" eine Krankheit ist, wieso ist es dann "zu dick sein" in den Augen dieser Frauen nicht?

Und ich speche hier nicht von schlanken Frauen, die sich "normal" ernähren und nicht zunehmen. Die haben nicht irgendwann 39 kg. Genausowenig wie ich Frauen meine, die "normal" essen und von Natur aus etwas molliger sind, die kriegen auch keine 130 kg. Aber egal, was hier behauptet wird: Mich kann keiner davon überzeugen, dass extrem dick gesund ist, genausowenig wie extrem dünn. Und wenn es noch so der Vielfalt dient.

wissen sie, was anorexie ist?

das ist das krankhafte verschlingen von essensbergen, nur um sie gleich darauf wieder hochzuwürgen. alles dreht sich nur mehr ums essen, ums einkaufen usw. neben den stoffwechselstörungen ist es auch sehr gefährlich für speiseröhre, mundhöhle.
ich würde eine 75 kg schwere frau nicht als gefährdet oder krank bezeichnen, eine 60 kg schwere frau (oder mann) mit anorexie schon. bei anorexie ist gefahr im verzug.

Ja, ich weiß, was Anorexie ist. Was Sie beschrieben haben, ist übrigens Bulimie.

Ich weiß aber auch, dass bei schwerem Untergewicht niemand daran zweifelt, dass das gesundheitsschädlich ist, während diese Plattform schweres Übergewicht als unbedenklich propagiert und jeden der Diskriminierung bezichtigt, der anmerkt, dass 130 kg auf 1,70m vielleicht nicht so ganz optimal für den Körper sind. Mit unbewiesenen aussagen wie "Bewegung und Essen hängen nicht mit dem Körpergewicht zusammen". Gehts noch? Wovon wird man denn dann dick über dünn? Und wer mir jetzt mit genetischer Veranlagung kommen will, der möge es bitte gleich bleiben lassen. Dadurch werden in aller Regel keine "Extremwerte" erreicht.

wo sie recht haben, haben sie recht.

ist mir unerklärlich, wie mir dieser fauxpas passieren konnte.

Stellt sich nur die Frage: was ist das geringere übel? Status quo oder die Fettleibigkeit resultierend aus einer Gesellschaft die sich um Schönheitsideale ebensowenig schert wie um die Gesundheit.

Dürr macht alt

Wie war das nochmal mit dem Normieren von Körpern?

Habe mir grad ein Video der ARGE Dicke Weiber auf youtube angesehen und muss sagen, dass ich selten soetwas widerliches gesehen habe.

Die Damen sind jenseits von dick, die sind einfach nur krankhaft fett.

Wenn man sich schon so fett gefressen hat, dass einem der Bauch an den Knien hängt und die Brüste jenseits des Bauchnabels hängen, dann stellt sich nicht nur die Frage der Ästhetik, sondern an allererster Stelle die Frage der Gesundheit.

Mich würde die Anzahl der Diabtikerinnen, Bluthochdruckpatientinnen ect. an diesen Personen interessieren.

Daswas heute als "normal"

wäre noch vor ein paar Jahren wegen Gefahr der Unterernährung behandelt worden.

Aber simma uns ehrlich: Wer möchte mit einem Mädel/Frau ins Bett gehen, bei deren Anblick man sofort an Hungersnöte denkt und anstatt mit ihr zur Sache zu kommen erst mal in der Küche aufpäppeln muss?
Außerdem tuts weh wenn man ständig gegen Knochen stößt

Warum glaubst du, bestimmte Körper abwerten zu können?

da weiter unten mit viel positiver resonanz eigene vorlieben geäußert wurden, erlaube ich mir das hiermit ebenfalls: ich steh auf 90-60-90.

Ich auch bei Frauen

nur schau ich selber nicht so aus.
Manche Frauen schauen dünn aber schlechter aus als dicker (Rachel Bilson zB wie ein "Lollipop": Kinderkörper und Riesenkopf proportional)

Bei Männern mag ich nur eins nicht: unnatürlich aufgepumpt, Solarium, sexistisch, dumm, Prolohaft.
Ich mag sonst dicke, magere, welche mit Wohlstandsbauch.
Intelligenz, Witz, gut riechen, gut küssen, mich wie eine Prinzessin behandeln ist mir da weit mehr wert als irgendwelche Körpermaße.

Wäre es angesichts der lächerlich falschen Behauptungen auf der Website nicht notwendig, deutlich kritischer zu berichten?

"Dicksein ist nichts Schlechtes, sondern Teil der Vielfalt." - fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker!

"Es gibt bis heute keine langfristig funktionierende Methode um abzunehmen." - oh doch, von FDH bis Magenband.

"Gewicht und Bewegung hängen nicht miteinander zusammen." - ROFL wer bitte kann einen Verein ernst nehmen, der solche Lächerlichkeiten behauptet?!

Gewicht und Bewegung hängen nicht miteinander zusammen

Gewicht und Bewegung hängen natürlich schon miteinander zusammen, keine Frage.

Siehe die Keplersche Himmelsmechanik und v.a. die Newton´schen Bewegungsgesetze die in der klassischen Physik immer noch Gültigkeit haben.

PS:

es gibt auch Menschem mit Magenband, die zuerst zwar abgenommen haben, aber dann wieder zugenommen haben.

Ich würde mal sagen, dass das mechanisch unmöglich ist.

Doch ..

.. Magenband OHNE Ernährungsumstellung ist sinnlos!

Fragen Sie mal bei Medizinern nach oder suchen Sie mal einfach im Internet auf Fachseiten!!

doch ist es, das magenband hindert Dich nicht dran über den ganzen tag verteilt schoki, chips, cola und andere gesundheiten in dich reinzuschütten, der paderborner taxiblogger hat da mal was dazu geschrieben dass er trotz magenverkleinerung ca 150 kg mit süßigkeiten aufgefuttert hat.

Warum...

...fragen Sie nicht Ihren Arzt oder Apotheker, was er/sie zur Magersucht zu sagen hat?

wenn sie jetzt noch eine seite hervorzaubern können die propagandiert das magersucht und unterernährung gesund sind lasse ich ihren vergleich gelten

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