Die Hormonersatztherapie beleuchtet Sylvia Schneider von kritischer Seite
In "Tatort Frau", dem neuen Buch von Sylvia Schneider, widmet sich die Chefredakteurin von "Gesundheit für Frauen" der Hormonersatztherapie für Frauen in und nach den Wechseljahren. Millionen von Frauen weltweit nehmen Hormonpräparate ein, um Begleiterscheinungen der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Gemütsschwankungen zu lindern.
In den USA wurde eine große Studie unter 16.000 Frauen zur Hormontherapie in den Wechseljahren wegen Sicherheitsbedenken abgebrochen. Eine britische Untersuchung bestätigte Studien aus den USA, wonach durch Hormontherapien das Brustkrebs- und Schlaganfall-Risiko zunimmt.
Inhalt
Das aktuelle Buch widmet sich diesen Studien, der Rolle der Hormone, der männerlastigen Geschichte der Medizin, der Diskussion um die Studienergebnisse in der Fachwelt und nicht zuletzt dem (finanziellen) Markt, der dahinter steht. Abschließend erklärt Schneider andere Wege, Altersbeschwerden vorzubeugen.
Hochgelobt durch Pharmaindustrie und zahlreiche ÄrztInnen beleuchtet Schneider die Hormonersatztherapie von einer anderen Seite, die "mindestens so objektiv" ist wie die, die "aus Eigennutz Wahrheiten unter den Teppich zu kehren versucht". Um frau eine für sie passende Entscheidung zu ermöglichen, ist umfassende Information nötig. Diese bietet das Buch vor allem von der Seite, die der Hormonersatztherapie kritisch gegenüber steht; passend zum Ansatz, dass
die Wechseljahre eine Chance sind, "Bilanz zu ziehen und Änderungen herbeizuführen". (dy)
Sylvia Schneider.
Tatort Frau.
Der große Hormonschwindel.
Ueberreuter, Wien 2003.
157 S. / 18,50 €.
ISBN 3-8000-3916-8