Merkel sieht Entscheidungsjahr für die Quote 2018

  • Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wirft den Unternehmen vor, frühere Versprechen zur Erhöhung des Frauenanteils nicht eingehalten zu haben.
    foto: ap/jens meyer

    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wirft den Unternehmen vor, frühere Versprechen zur Erhöhung des Frauenanteils nicht eingehalten zu haben.

In diesem Jahr finden turnusmäßige Wahlen für die Aufsichtsräte statt - Gleichberechtigung dürfe sich nicht auf Aufsichtsräte beschränken

Berlin - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wies den Vorwurf zurück, die CDU würde die Durchsetzung einer Frauenquote in Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen auf die lange Bank schieben. Zwar habe die CDU nun im Wahlprogramm das Ziel einer Quote von 30 Prozent Frauen in Aufsichtsräten ab dem Jahr 2020 verankert, während eine parteiübergreifende Initiative im Bundestag ein Zieldatum 2018 geplant habe. Aber der Unterschied sei nicht groß, weil 2018 die turnusmäßigen Wahlen für die Aufsichtsräte stattfänden, sagte Merkel.

"Wenn man 2020 30 Prozent haben will, muss man 2018 die Wahl schon so machen, dass man dann bis 2020 die Zahl verankert hat", sagte Merkel Donnerstagabend in Berlin auf einer Veranstaltung der Zeitschrift "Brigitte". Unternehmen warf sie zugleich vor, frühere Versprechen zur Erhöhung des Frauenanteils in ihren Top-Positionen nicht gehalten zu haben. Die Gleichberechtigung dürfe sich nicht auf die wenigen Posten im Aufsichtsrat beschränken.

Gesetzliche Quote erst am 2020

Die CDU hatte sich nach einem parteiinternen Streit entschieden, bis 2020 im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Firmen eine Zahl von 30 Prozent Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen anzupeilen. Ins Wahlprogramm soll zudem die Forderung nach einer gesetzlichen Quote ab 2020 aufgenommen werden. SPD und Grüne hatten dies als unzureichend kritisiert. (Reuters, 3.5.2013)

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