SPÖ-Bundesliste: Mehr als Reißverschlussprinzip

Frauenministerin Heinisch-Hosek erfreut über sechs Frauen unter ersten zehn - Partei verordnet sich Jungkur

Wien - Die SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek hat sich am Montagnachmittag mit dem vom Parteipräsidium präsentierte Vorschlag für die Bundesliste zur Nationalratswahl sehr zufrieden gezeigt. Unter den Top Ten finden sich sechs Frauen, das selbst verordnete Reißverschlussprinzip werde damit "im positiven Sinn durchbrochen". Sie rechnet mit einem höheren Frauenanteil im nächsten SPÖ-Klub, derzeit beträgt dieser rund 37 Prozent.

"Das ist total erfreulich", sagte Heinisch-Hosek, die in die Listenerstellung involviert war. Dass der Frauenanteil im Reißverschlussverfahren übererfüllt ist, gehe auf einen Vorschlag von Parteichef Werner Faymann zurück, so die Frauenvorsitzende.

Mehrere AnwärterInnen unter 35

An der Spitze der Bundesliste steht erneut Faymann, gefolgt von Heinisch-Hosek, FSG-Chef Wolfgang Katzian und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Mit der Vorsitzenden der Jungen Generation, Katharina Kucharowits, Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas, der Steirerin Elisabeth Hakel und der Salzburgerin Cornelia Ecker wurden auch einige Kandidatinnen deutlich unter 40 Jahren auf wählbare Positionen gesetzt. Insgesamt finden sich sieben AnwärterInnen unter 35 am Wahlvorschlag.

Prominente Opfer gab es bei der Listenauswahl nicht. Sämtliche Regierungsmitglieder dürfen damit rechnen, im Fall eines Ausscheidens aus dem Kabinett einen Platz im Nationalrat zu haben. Bei der letzten Wahl erreichte die SPÖ neun Mandate über die Bundesliste. Gelingt das wieder, sind alle Positionen bis 16 sicher, da sieben KandidatInnen über den Regionalwahlkreis oder die Landesliste einziehen.

Mehr weibliche Abgeordnete zu erwarten

Heinisch-Hosek nimmt an, dass im nächsten SPÖ-Klub mehr Frauen als heute sitzen werden: "Ich erwarte mir eine deutliche Steigerung gegenüber der jetzigen Verteilung. Ich glaube schon, dass wir das schaffen werden." Die Liste bilde das "bunte Spektrum" der SPÖ ab. Sie biete eine Mischung aus Jungen, Erfahrenen, allen Berufsgruppen und Arbeitnehmervertretern. (APA, 1.7.2013)

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