Organisiert wurde die Tagung von den Wiener Einrichtungen STICHWORT und Frauensolidarität im Auftrag von frida, der Vernetzung frauenspezifischer Informations- und Dokumentationseinrichtungen in Österreich.
"Gedächtnis der Bewegung"
Frauenarchive und -bibliotheken haben seit den Siebzigern eine wichtige Stellung in der Neuen Frauenbewegung, sie fungieren einerseits als "Gedächtnis der Bewegung" und dokumentieren die bis heute mühsamen Schritte zur Erlangung umfassender Frauenrechte. Andererseits bieten sie Grundlagen für Forschungs-, Bildungs- und Informationsarbeit und leisten so einen essentiellen Beitrag zu Gleichstellungspolitik und Menschenrechten.
Fraueninformationseinrichtungen in aller Welt sind Mittlerinnen zwischen den Informationsreichen und den Informationsarmen, sie unterstützen den Zugang von Frauen zu dieser wichtigen Ressource zur Verbesserung der Lebensbedingungen und fördern damit das Empowerment von Frauen. Eine Gesellschaft, die Frauen als Quelle, Produzentinnen und Nutzerinnen von Information ausschließt und die geschlechtsspezifische Diskriminierung ausblendet, habe nicht das Recht, sich als Informationsgesellschaft zu bezeichnen. Das stellten die Vertreterinnen von rund 30 Einrichtungen bei der Tagung klar.
Eingespart
Den Chancen der Technik stehen die tristen finanziellen Rahmenbedingungen gegenüber, die sich durch die gegenwärtige Sparpolitik im Bildungssektor wie im frauenpolitischen Sektor verschärfen. In den vergangenen Jahren mussten viele Fraueninformationsstellen im deutschsprachigen Raum trotz steigender Nachfrage wegen öffentlicher Mittelkürzung schließen.
Gesellschaftspolitisch wichtige Information sei so bereits verloren gegangen. Frauenbibliotheken müssten sich heute entscheiden, ob sie die ohnehin geringen Gelder in die Technik oder die inhaltliche Arbeit investieren – "und das in einem Arbeitsbereich, der beides gleichermaßen benötigt", so frida in einer Aussendung. (red)
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