Klarerweise theoriegeleiteter stellt sich die erste Variante an, da es Prostitution in dieser oder anderer Form in fast allen Gesellschaften der Erde gibt. Wesentlich ist der Fokus auf den gewalttätigen und zwanghaften Aspekt von Sex gegen Geld. Frauen, die in der Prostitution arbeiten, werden als Opfer einer frauenfeindlichen Umgebung gesehen, das der jeweils Betroffenen keine andere Wahl lässt, als sich ihren Lebensunterhalt mit Prostitution zu verdienen. Vorschub leistet dieser Argumentation die zunehmende Ausbreitung und Thematisierung von Frauenhandel in die westlichen Industrienationen, wenngleich diese nicht ausschließlich in die Prostitution führt.
Demgegenüber formierte sich seit den frühen 80er-Jahren das "Sex Workers Rights Movement", das im Gegensatz zu den Gegnerinnen auch aus aktiven "Huren" besteht. Im Zentrum steht hier der Kampf um die Anerkennung von Sexarbeit als normales Gewerbe mit gleichwertigen Rechten und Pflichten. Einhergehend mit dieser Anerkennung würden Arbeitsbedingungen und Status von Sexarbeiterinnen verbessert werden, argumentieren die Befürworterinnen.
Auch in Deutschland gibt es seit 1980 eine autonome Hurenorganisation, genannt "Hydra", die für die Anerkennung von Sexarbeit als Job wie jeder andere kämpft.
Den Prostitutionsgegnerinnen wird von dieser Seite vorgeworfen, Sexarbeiterinnen per se als Opfer darzustellen, wie generell in einer konservativen, bürgerlichen Logik von der Untrennbarkeit von Liebe und Sexualität zu verharren. Das "Unmenschliche" in der Prostitution sei nicht grundsätzlich, wenn sich Frauen bewusst zu dieser Tätigkeit entscheiden. Wesentlich sei aber der gesellschaftliche Rückhalt in Form von Integration und Gesetzen. (red)
In der Politik würden Prostitutionsgesetze beschlossen, ohne die Betroffenen nach ihrer Meinung zu fragen, meint ein Insider
Anti-Prostitutionshaltung des US-HIV-Programms im Visier: "PEPFAR kills People"
Das Pilotprojekt im 15. Wiener Gemeindebezirk ist laut den Grünen ohne rechtliche Grundlage
FPÖ Rudolfsheim-Fünfhaus fordert SPÖ-Stadträtin auf, "sofort und unverzüglich" Pläne umzusetzen
"Sexarbeiterinnen brauchen Rechte": Prekäre Situation der Prostituierten werde ausgenützt und begünstige Gewalttaten
Steuerpflichtig, aber sittenwidrig: Beratungsstellen und selbstorganisierte Prostituierte fordern den Schutz und rechtliche Anerkennung
Gewalttätige Übergriffe sorgten schon immer für große Betroffenheit am Strich - Hinter den aktuellen Verbrechen wird weder ein normaler Kunde noch ein Zuhälter vermutet
Politischer Hintergrund und Entwicklung des Aktionstages der Sexarbeiterinnen
Ob vor gewalttätigen Freiern oder Krankheiten: Etwa 5.000 Prostituierte arbeiten in Wien, 60 davon sind Männer
Neues Gesetz im Kampf gegen Gewalt, Missbrauch und Menschenhandel sieht neben Anhebung des Mindestalters auch nationales Sexarbeiterinnen-Register vor
Sexarbeit geschieht im Verborgenen. Prostitution wäre zwar in Bordellen erlaubt, Bordelle werden aber nicht genehmigt. Beim Seelax-Festival wurde über die Folgen der Illegalität diskutiert
Vana bezeichnet Ankündigungen von SPÖ und FPÖ in diese Richtung als "billigen Wahlkampfpopulismus" - 24-Stunden-Notruftelefon als Gegenvorschlag
Novellierung des Prostitutionsgesetzes samt flankierender Maßnahmen: Kondompflicht für Freier, Anlaufstellen für AnrainerInnen, deklarierte Areale für Prostituierte
UMP-Plan für größere Rechtssicherheit kommt bei Betroffenen nicht gut an: Prostituierte wollen nicht für eine "Firma" arbeiten
Was genau ist ein Bordell, wer darf es wo betreiben? Die Wiener VP fordert dafür rechtliche Grundlagen. Ein "Bordellgesetz" ist laut SP nicht geplant - die Situation der Prostituierten soll aber verbessert werden.
Hintergrund ist hohe Quote von Migrantinnen, die sich aus Armut als Tänzerin verdingen und oft in Zwangsprostitution landen
Sex mit einer Prostituierten, die zu ihrer Tätigkeit gezwungen wird, ist im Vereinigten Königreich nach einem neuen Gesetz strafbar
Im kolumbischen Bogota wurden Freier und Sexarbeiterinnen zu ihren emotionalen Verhältnissen befragt - Fast ein Viertel der Freier war schon einmal verliebt
Prostitution soll in Nachtlokalen und Bars vor sich gehen um sie transparenter zu machen
Großteil des Budgets zur Bekämpfung der Sexarbeit bleibt ungenutzt: Man habe im Alltag eben oft Wichtigeres zu tun, erklären hohe Polizeibeamte dazu
Frauenservicestelle "Frau & Arbeit" neuer Trägerverein - Mobile Beratung "PiA" erhält Subventionen
In Deutschland hat sich eine hitzige Diskussion darüber entsponnen, ob Flatrate-Angebote frauenfeindlich sind
Sexarbeit ist in Österreich so geregelt, dass sich Prostituierte nur entwürdigt vorkommen können, beklagen ExpertInnen - Der Gesetzgeber drückt sich vor Maßnahmen
Können Prostituierte autonom sein? - Ausschnitte eines feministischen Diskurses
Einige historische Spuren zur Geschichte der Prostitution in Europa
Im England des späten 19. Jahrhunderts engagierten sich Abolitionistinnen für die Abschaffung der Prostitution
Von 1000 Euro bis zu 10 Jahren
Zitate prominenter Frauen zu Prostitution und Frauenhandel in Geschichte und Gegenwart
...von Sexarbeit als normales, beschränkt zumutbares Gewerbe mit gleichwertigen Rechten und Pflichten ist automatisch ein auf Verständnis basierender Standpunkt eines jeden reifen Menschen. Gerade zumal eine solche Anerkennung die Arbeitsbedingungen und den Status von Sexarbeiterinnen wesentlich verbessern würde. Hierzu sei im Besonderen auf eine bessere Vermeidung von Zwangsprostitution, Betrügereien und Gewalttaten hingewiesen. Prostitution sollte stets auf freier Basis erfolgen, entsprechend dem Grundrecht der freien Entscheidung. Ausnahmen des diesbezüglich freien Entscheidungsrechtes sollte zum Bsp. ein Prostitutionsverbot wegen Gefährdung anderer Menschen durch eine Krankheit, etc. darstellen.
REP von Reifeentwicklungsprozess.
...entschuldigt mal.
es gibt zweierlei formen von prostitution;
1. erzwungene (frauenhandel etc.)
2. freiwillige
mit perspektivlosigkeit hat letzteres gar nichts zu tun.
das ist einfach nur eine unterstellung.
prostitution kann ein sehr lukrartives geschäft sein, und das bei flexibler arbeitszeit.
ein job wie jeder andere!
es ist so. der zwang besteht in jedem fall. die "freiwilligikeit" basiert auf perspektivenlosigkeit. man soll die huren weder kriminalisieren, noch darin unterstützen. man muss sie aus ihrer perspektivenlosigkeit rausholen. jede wette: gäbe es keine armut, gäbe es keine prostitution. hier geht´s nicht um "zwangsmoral", sondern um den freien willen der prostituierten. sexuelle freiheit hat nix mit prostitution zu tun.
... wäre sicherlich wichtiger als klare legistische Regeln für Prostitution...
Diese Projekt ist aber ungleich schwieriger umzusetzen...
Ich glaube aber nicht, dass es in einer Welt, in der das grundsätzliche Überleben z.B. durch einen Basislohn abgesichert wäre, keine Prostitution mehr geben würde....
Wenn es aber Prostitution gibt, dann soll diese in einem legalen Rahmen ablaufen... alles andere führt nur zu zusätzlichen Problemen....
PS: Nicht alles, was erlaubt ist, ist moralisch zulässig oder der Gesundheit zuträglich. Es ist erlaubt sich ungesund zu ernähren, die Kronen-Zeitung zu kaufen, Alkohol zu trinken, die FPÖ zu wählen, Nicht-Fair-Trade-Kaffee zu kaufen...
die damen haben aber auch in den meisten fällen keinerlei berufsaussichten und nicht viel chance, nach einem bestimmten alter noch was zu verdienen. gleichzeitig gibt es studien, die belegen, dass das verdiente geld selten produktiv angelegt wird, sondern für konsum drauf geht (was auch mit dem erhöhten risiko für psychische krankheiten vereinbar ist)... prostitution ist, so seltsam es klingt, eine armutsfalle, jedenfalls langfristig gesehen.
man muß akzeptieren, daß eine abschaffung der prostitution leider nicht möglich ist, dazu gibt es auf männlicher seite zu viel nachfrage, nicht zu vergessen: das viele geld daß damit gemacht werden kann!(geld regiert über menschenrechte und menschenwürde).Daher müssen die bedingungen verbessert werden.anerkennung als normales gewerbe mit allen rechten würde eine bessere kontrollierbarkeit und damit einen besseren schutz der frauen mitsichbringen.freier würden entmachtet, frauenhandel etwas entgegengesetzt, prostituierten ein stück Würde zurückgegeben.
mich wunderts daß man/frau das nicht schon längst durchgesetzt hat, aber von unserer konservativen regierung kann man nicht viel erwarten, vom frauenministerium hört man auch nur sehr wenig
pardon, aber zur nachfrage muss auch ein gewisses anbot vorhanden sein? ohne bäckerei kein brotverkauf. im übrigen bezweifle ich, dass prostitution wirklich freiwillig ausgeübt wird. genauso wie ich bezweifle, dass männer freiwillig ihren chefs in den hintern kriechen und ihnen die schuhe lecken, nur damit sie ihren täglichen erwerb ausüben dürfen, um genügend geld zu ernten um überleben zu können.
ich denke auch frauen entscheiden sich in den wenigsten fällen freiwillig für ihre arbeit, alleine die notwendigkeit, geld zu vedienen, zwingt sie dazu. und manche sehen eben in der sexualarbeit ein "leichteres" und "schnelleres" einkommen als in einer fabrik zu löten.
[...<]anerkennung als normales gewerbe mit allen rechten würde eine bessere kontrollierbarkeit und damit einen besseren schutz der frauen mitsichbringen[>...] Eine Diskussion mit Sachverstand ist leider nicht möglich wenn es leicht ist mit etwas Populismus zu punkten.
Prostitution würde übrigens sofort verschwinden wenn jeder erwischte Freier einer Dame ihr ein Jahr lang Unterhalt zahlen müsste.
... meinem mann kastrieren wenn er mich mit ner nutte betrügen würde!!!
mir würde vor ihm grausen!
aber solange die moral in unserer gesellschaft immer tiefer sinkt, wird sich leider nichts an der situation ändern! es fängt ja schon im teenie alter an, dass mädls mit burschen ins bett hupfen nur damit sie "es" endlich erlebt haben anstatt auf den richtigen zu warten!! true love waits ....
ich möchte ja auch keinen mann haben der schon xx freundinnen vor mit hatte ... da würd ich mich nicht gerade einzigartig fühlen!
lg
Tina
also ich persönlich habe es lieber, wenn die mädels schon erfahrung haben, und ich bin mir sicher: vice versa.
leutln, schauts doch amol: weil die männer viel zu wenig über die frauen und ihre wahren bedüfnisse wissen und die frauen auch ein bisserl zu wenig darüber was männer gerne hätten passieren viele missverständnisse: wer gibt schon zu, dass er zu wenig weiss? wer sagt es schon dem anderen? "nein, nein, da genier ich mich vor ihm, das kann ich ihm doch nicht sagen ..."
SEXUALITÄT IST EIN GESCHENK, nehmt es doch einfach an
Vermutlich ist es für die Freier einfacher, ihre Probleme in einer Situation zu besprechen, in der sie zahlen und damit die Stärkeren sind. In einer Therapiesituation gibt man ja zu, dass man der Schwache ist.
Mich würden einmal die Erfahrungen mit Menschen interessieren, die Sexarbeiterinnen machen. Diese Frauen müssen doch große soziale Kompetenzen besitzen. Und das, obwohl die überwältigende Mehrheit von ihnen diese aus einer Position der Schwäche heraus erwirbt. Auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass Frauen dafür herhalten sollen, Vergewaltigungen zu verhindern oder Männer zu therapieren, die in ihnen ein Objekt sehen, sollten schon auch die Erfahrungen von Sexarbeiterinnen als Kompetenz anerkannt werden.
aber deine argumentation kommt bei mir wie eine entschuldigung für "freier" die rein prinzipiell zwar therapiert werden müssten aber ihre probleme gegen bezahlung einer nicht qualifizierten aber schwächeren frau erzählen !!!
ganz so ist es meiner meinung nicht!ich sehe es eher als vehikel der machtausübung quer durch alle bildungs- u. vermögensschichten resultierend aus den nebulösen machtverteilung in gesellschaften!(allg.) den dort wo macht aus abstrakten gründen ausgeübt wird!entsteht wiederum für die über die macht ausgeübt wird ebenso das bedürfniss selbst macht auszuüben!begonnen hat das mit dem ersten arbeitsteilungssystem und natürlcih den abstrakten wert/moralvorstellungen die mit diesen arbeitsteilungssystemen einhergehen!
denk denk denk qäul qäul quäl
Komplizierte Theorie
Es ist ganz einfach: Menschen (dzt. zum Großteil Männer) bezahlen andere für Sex weil sie den Sex den sie sich wünschen am freien Markt nicht bekommen.können. Das sollte unter der Vorraussetzung"consenting adults" doch leicht zu akzeptieren sein?
Bei Prostituion geht´s genauso wenig/viel um Macht wie im Büro oder Familie oder Partei oder Partnerschaft
schule ist schon zulange her aber war vielleicht wirklich zu lange !!!
im umkehrschluss bedeutet dein "theorie" das frauen ein erfülltes sexualleben haben und es deswegen nicht "nötig" haben männer mit geld zu kaufen !..klingt doch irgendiwe ziemlich haarsträubend odeR?
tatsache ist das in allen von dir angesprochenen sozialen feldern büro,(der chef der schlecht gelaunt ungerechtfertigt auf der sekräterin rumhackt => ausnutzung der machtverhältnisse; familie=> gewalt v. männern gegen ihre frauen ,partei=zuviele beispiele um überhaupt die aufzählung zu beginnen;
der polizist, der beamte,der artzt, der nachbar der sich im recht fühlt, alles instituionell geregelt machtverhältnisse(via gesetzte!) => nur prostitution ist ungeregelt !
Auch frage ich mich, ob die Tabuisierung von Sexarbeit und die fehlende Absicherung nicht dazu beiträgt, dass eben größtenteils finanziell und psychisch schwächere Frauen so ihr Geld verdienen. Würde eine Enttabuiisierung und Aufwertung von Sexarbeit, auch andere Frauen dazu bringen, Sexarbeit in Erwägung zu ziehen?
Wird die Erfahrung von Prostituierten z.B. in der Psychotherapie genutzt? Aber wäre das dann nicht doppelte Prostitution?
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.