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Obwohl Susie Orbachs Anti-Diät-Buch bereits Ende der 70er-Jahre erschienen ist, hat es bis heute nicht an Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil. Angesichts der enormen Zunahme an Ess-Störungen zählt es nicht bloß zu den grundlegenden Werken vorallem des feministischen Therapieansatzes auf diesem Gebiet, sondern setzt sich - folglich - mit den gesellschaftlichen Zusammenhängen dieses Problems gestörter Nahrungsaufnahme, was Magersucht und Bulimie ebenso betrifft, tiefer und schonungsloser auseinander als hinlänglich der Fall ist.
Die Autorin versucht, dem extremen sexistischen Druck, der nach wie vor auf Frauen ausgeübt wird, auf die Spur zu kommen. Dabei erweist sich das Thema Nahrung sowohl im eigentlichen Sinn der Ernährung als auch symbolisch - was nährt die Frauen selbst, wen nähren sie, was geben sie und was bekommen sie zurück, was können sie sich in einer patriarchalen Gesellschaft mit ihren wahnwitzigen Anforderungen, Verweigerungen und Diskriminierungen an das weibliche Geschlecht selbst geben? - als zentral.
In den Kapiteln "Was bedeutet Dicksein und was Schlanksein für Ess-Süchtige und wie erleben Ess-Süchtige Hunger?" fließen auch die Stimmen betroffener Frauen ein. Im Anschluss erweist sich der Abschnitt mit Hinweisen zur "Selbsthilfe" als sehr praktisch und zielführend als auch die medizinischen Standpunkte zur Ess- und Fettsucht sowie die Erörterungen des Zusammenhangs von Ess- und Magersucht aufschlussreich sind.
Ein empfehlenswertes und sehr kritisches Buch, das hiermit auch Nicht-Essgestörten ans Herz gelegt wird. Übrigens ist in der Zwischenzeit ein Folgeband erschienen: Susie Orbachs Anti-Diät-Buch II. Eine praktische Anleitung zur Überwindung der Ess-Sucht, Frauenoffensive, München 1983. (dabu)
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