Offensive für geschlechtergerechten Sprachgebrauch

von Redaktion  |  23. August 2004, 09:26

SP-Seiser für Standardisierung der Ausdrucksformen, die beiden Geschlechtern gerecht wird - ÖH: "Endlich Unterstützung"

Klagenfurt/Wien - Um eine Forderung der besonderen Art hat am Donnerstag der Kärntner Landtagsabgeordnete Herwig Seiser die derzeitige Diskussion um die Rechtsschreibreform erweitert: Seiser verlangt, "einem standardisierten, geschlechtergerechten Sprachgebrauch besonderes Augenmerk" zu schenken, sollte die neue Rechtschreibung noch einmal überarbeitet werden. Konkret reklamiert der Abgeordnete von "den Hütern und Hüterinnen der deutschen Sprache" die Vereinheitlichung geschlechtsneutraler Formulierungen.

"Krieg der Geschlechterformulierungen"

Derzeit würden verschiedenste geschlechtsneutrale Schreibweisen Verwirrung stiften. Diese würden von AbsolventInnen über der/die Lehrer/in bis hin zu einE BegünstigteR reichen und oftmals als Ausrede dafür dienen, dass der Einfachheit und Verständlichkeit halber ausschließlich männliche Formulierungen gewählt würden.

Seiser will in diesem "Krieg der Geschlechterformulierungen" Ordnung schaffen, und fordert bei einer etwaigen Reform der Rechtschreibreform eine Standardisierung und klare Regeln für geschlechtsneutrale Ausdrucksformen. Seine Forderung sei als antidiskriminierendes, sprachliches Bekenntnis zur Gleichstellung von Mann und Frau zu verstehen: "Ein kleiner Schritt für einen Mann, aber ein großer Schritt für die Sprache der weiblichen Menschheit".

ÖH: "Endlich Unterstützung"

Dass der geschlechtergerechte Srachgebrauch nun auch seitens der Politikerinnen und Politiker thematisiert wird, freut indes die ÖH: "Endlich gehen die Diskussionen um die Rechtschreibreform bzw. die Rücknahme dieser in eine produktive und sinnvolle Richtung", erklärt Patrice Fuchs aus dem Vorsitzteam der ÖH. "Statt sinnloser, zeitraubender Debatten über ss oder ß werden endlich jene Dinge angesprochen die wirklich ein Problem in der deutschen Sprache darstellen", so Fuchs weiter.

"Höchste Priorität"

"Die Vereinheitlichung der deutschen Sprache in Bezug auf geschlechterneutrale Formulierungen ist der ÖH schon lange ein Anliegen", ergänzt Barbara Wittinger aus dem Vorsitzteam. "Die Forderung von Seiser auf eine standardisierten Sprachgebrauch hat auf jeden Fall Berechtigung und sollte höchste Priorität geniessen", so Wittinger.

"Der Umstand, dass für die deutsche Sprache ausschließlich männliche Fomulierungen gewählt wurden, gehört endlich beseitigt und nun scheint der Stein endlich ins Rollen zu kommen. Dem Umstand das über 50 Prozent der Bevölkerung weiblich sind muss endlich Rechnung getragen werden", verkündete das Vorsitzteam unisono. (red)

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