Geschichte

Gegen die Unwürde der Frau

Redaktion, 16. März 2010, 13:19
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    Josephine Butler initiierte die abolitionistische Bewegung gegen die Prostitution.

Im England des späten 19. Jahrhunderts engagierten sich Abolitionistinnen für die Abschaffung der Prostitution

In England formierte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Initiative der Frauenrechtlerin Josephine Butler im Zuge der bereits bestehenden Abolitionismus-Bewegung gegen die Sklaverei eine Gruppe, die sich für die Abschaffung der Prostitution (abolitia = abschaffen, aufheben) einsetzte. Die Frauen dieser Bewegung traten gemeinsam mit den betroffenen Prostiuierten gegen deren Entrechtlichung, Reglementierung, Kasernierung und somit gegen ihre Entwürdigung auf.

Zur Gründerin Josephine Butler

Josephine Butler, geboren 1828 in Northumberland, hatte sich nach dem Tod ihrer kleinen Tochter im Sozialbereich engagiert und war auf diese Weise auf das Elend der Prostituierten gestoßen. Das hatte den Ausschlag für ihren Einsatz dagegen gegeben. Sie verfasste Flugblätter, in denen sie Sozialreformen ebenso forderte wie Ausbildung, Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen. 1868 erschien ihr Buch "The Education and Employment of Women" und ein Jahr später "Women's Work and Women's Culture". In der Folgezeit setzte sie sich besonders gegen die Kinderprostitution ein. In ihren letzten Lebensjahren engagierte sie sich noch in der National Union of Suffrage Societies. Sie starb 1906.

"Kulturbund" in Deutschland

In Deutschland war die Sozialistin Gertrud Guillaume die Erste, die 1880 öffentlich gegen die Prostitution auftrat. Trotz Rede- und Auftrittsverbots aufgrund "sozialistischer Umtriebe" gründete sie in Berlin den "Kulturbund zur Abschaffung der behördlich konzessionierten Prostitution". Ihr Vorbild machte Schule und in vielen anderen Städten wurden ebenso Beratungsstellen für Prostiuierte eröffnet. Nun brachte sich auch die bürgerliche Frauenbewegung ein und ab dem Jahr 1899, in das die Gründung der "Abolitionistischen Bewegung" fällt, entwickelte sich ein sehr heftiger Kampf gegen die bürgerliche Doppelmoral und gegen die Diskriminierung der Prostituierten.

Bemerkungen zu Gertrud Guillaume-Schack

Auch Gertrud Guillaume-Schack zählt zu den Feministinnen der ersten Stunde. Als Aktivistin der 2. Internationalen gründete sie die ersten Arbeiterinnenvereine in der Schweiz. 1890 schlossen sich fünf dieser Vereine (Basel, Bern, St. Gallen, Winterthur, Zürich) im Schweizerischen Arbeiterinnenverband (SAV) zusammen. Zu den Aufgaben des von ihr initierten "Vereins zur Wahrung der Interessen der Arbeiterinnen" zählte der Verein u.a. die Hebung der geistigen und materiellen Interessen der Mitglieder, die ausschließlich nur "Frauen und Mädchen" sein durften. Den Vereinsfrauen ging es um die Regelung der Lohnverhältnisse, gegenseitige Unterstützung bei Lohnstreitigkeiten, Aufklärung durch fachgewerbliche und wissenschaftliche Vorträge, die Beschaffung einer Bibliothek, die Pflege der Kollegialität durch gesellige Zusammenkünfte und die Errichtung eines Arbeitsnachweises. (dabu)

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Posting 1 bis 25 von 30
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Bernd Lohse
00
Fortsetzung

Die Frage lautet immer: Was sollen wir mit den an der Prostitution beteiligten Personen machen? Das führt ja offensichtlich nicht zur Lösung. Warum fragen wir nicht mal umgekehrt: Wie behandelt man in unser Kultur die Menschen die sich nicht prostituieren, bzw. die nicht genügend, unbefriedigenden - oder gar keinen Sex bekommen?

Worauf ich hinaus will ist, dass Prostitution und jede andre Art von Ausbeutung menschlicher Ressourcen von reichen Mitbürgern in Machtpositionen geschaffen werden, die nur Billiglöhne auszahlen und einen Kick davon kriegen andre zu dominieren obwohl sie es sich eigentlich ohne Weiteres leisten können ihre MitArbeiter gleichwertig und anständig zu behandeln. Erst dadurch wird Prostitution überhaupt zu einer Alter

Bernd Lohse
00
Diese Diskussion fand ich dermassen interessant..

Kommt zwar ein paar Jahre zu spät aber ich muss es einfach loswerden!
Meine These lautet
>> Prostitution ist die letzte Form des Missbrauchs eines Menschen für Geld, die gesellschaftlich noch nicht voll anerkannt ist. Noch mehr: Prostitution ist der selbige Archetyp des Missbrauchs eines Menschen für Geld. <<
Die Wahrheit ist aber, dass alle Menschen eine Wahl haben. Aber früher oder später wird jeder mehr oder weniger seine Dienste an andre verkaufen müssen, um sich die Dinge zu beschaffen die er sich nicht selber herstellen kann. In MW europa muss man sich schliesslich nicht prostituieren um überleben zu können!

Ein anständiger, nur mehr im Ausland fleissiger Öst
00
werden hier Meinungen zensiert?

Wie anders ist es sonst zu erklaeren, dass insgesamt 3 hinterfragend-kritische Postings von mir im Online-Standard nie aufgetaucht sind? Sitzen hier Frauen an den Schalthebeln, die nur "erwuenschte" Meinungen durchlassen oder wie funktioniert das auf "diestandard.at" ?

yotix
 
00
22.2.2006, 10:46
Ist es Sache des Standard, was im Forum steht und was nicht?

Falls ja, wie ist es dann zu erklären, dass dennoch immer wieder Dolme in laut wehklagendes Zensurgeheul ausbrechen; dass sich Neonazis lautstark über die fiese Diktatur der demokratisch-rechtsstaatlichen Mitte beschweren; oder - qed - dass offensichtlicheTrolle in wohlklingenden Worten bedauern, dass ihre Provokationen als unerwünscht eingestuft wurden.
Ganz ehrlich: Wenn du ungefilterten Müll lesen willst und wüste Schimpftiraden, bitte geh zu krone.at oder orf.at. Ich bin dem Standard dankbar dafür, dass die Foren halbwegs gut gepflegt sind.

zychorium blau
 
12
10.5.2005, 09:45
Ein guter Artikel

Prostitution ist Slaverei, aber das will mann ja nicht gerne hören und die ZuhälterInnen auch nicht. Die verdienen sich dumm und deppert auf Kosten der Frauen (und wenigen Männer), die dabei ihr Leben ruinieren. Da hauptsächlich Frauen ausgebeutet werden ists ok, möchte nicht wissen, was los ist, wenn hauptsächlich Männer als Prostituierte ausgebeutet werden würden.

yotix
 
10
22.2.2006, 10:54

Prostitution ist nur ein weiterer mieser Job. Allerdings einer, den es schon seeehr lange gibt -- daran, dass dies zu einem gewissen Grad mit der Natur des Menschen zu tun haben könnte, denkt ihr idealistischen Weltverbesserer wohl nicht.

Aus vielen Postings scheint eine hoffnungslos unrealistische Idealvorstellung zu sprechen, von einer Welt in der es nur verliebte Pärchen gibt und niemand für Sex Geld hergeben oder nehmen muss. Die Generalisierungen und überzogenen Behauptungen entstehen wohl aus Ahnungslosigkeit und Realitätsverweigerung.

Also 1) Prostitution wird's immer geben. 2) Gegen Ausbeutung hilft Anerkennung als Beruf, dazu Sozial- und Krankenversicherung für die Sexarbeiter/innen.

emanze c
01
14.9.2006, 13:49

Von ausschließlich verliebten Pärchen spricht niemand - und dass es die Prostitution schon soo lange gibt, heisst auch nicht, dass sie eine ewige Daseinsberechtigung hat. Die Unterdrückung der Frau gibt es genauso lang (ich denke da gibt es eine Verbindung), ebenso wie der Zwang, in Ehe zu leben. Erst die letzten Jahrzehnte haben die Fronten aufgebrochen und für mehr Freiheit gesorgt.
Noch mal zu den verliebten Pärchen und keinen "Sex ohne Gefühl" etc - für mich liegt hier das Problem, der Mann verschafft sich rücksichtlos (auf die Bedürfnisse der Frau) Befriedigung, bezahlt dafür, jemanden zu missbrauchen (denn nach Aussage vieler Prostituierter empfinden SIE keineswegs Lust, vielmehr sei dies die Ausnahme).

Der Versuch, Prostitution

emanze c
01
14.9.2006, 13:49

mit der männlichen "Natur" zu rechtfertigen, zeigt die wahre Natur dieser Institution: Kontruiertes Geschlechterverhältnis, in dem der Mann unkontrollierbar triebhaft und die Frau sittsam-asexuell, mit wenig sexuellen Bedürfnissen (außer nach ihrem Ehemann) ist. Diese Geschlechterklischees sind in Bezug auf Untreue ja mittlerweile hinlänglich ausgeräumt (wer entschuldigt heute noch männliche Untreue mit "er kann ja nicht anders"? Und wie viele Frauen sind in Wahrheit untreu?)

Daher sollte man auch unter diesen Gesichtspunkten über Prostitution sprechen, als das was sie ist, die Kehrseite des Patriarchats, Ehe und "Heilige" auf der einen, Hure auf der anderen Seite, beides zum Nutzen ausschließlich der Männer.

yotix
 
00
22.2.2006, 11:29

Dass 99% ganz normal glückliche Frauen seien, halte ich für eine groteske Fehlinformation (oder Lüge). Der Anteil von in der Kindheit misshandelten, von harten Drogen abhängigen oder abhängig gewesenen und aus sozialer Not in die Prostitution abgeglittenen Frauen soll recht hoch sein. Um so dringender wäre ein europaweites Versicherungs- Arbeits- und Gesundheitsrecht für Sexarbeiter/innen, um noch weiteres Leid zu verhindern.

sannserai
12
13.2.2005, 19:41
Natürlich

ist das ein Beruf wie jeder andere...es ist ja schließlich nicht so, dass die Frauen ihren Körper verkaufen oder keine andere Wahl hätten...und überhaupt, warum darf ich mir keinen Sklaven halten?
Langsam wird es wohl Zeit für Sie Ihr Gehirn einzuschalten.

Ein anständiger, nur mehr im Ausland fleissiger Öst
00
und wer entscheidet...

... ob eine Frau ihren Koerper verkaufen 'darf' oder nicht? Sie etwa?

Zwangsprostitution ist - wie Menschenhandel an sich - schaerfstens zu ahnden, aber dieses staendige in-einen-Topf-werfen aller Varianten von sexueller Prostitution (insbesondere durch Frauen, die sich fuer "emanzipiert" halten oder glauben, fuer die Rechte "der Frauen" eintreten zu muessen) ist unertraeglich.

Nehmen Sie zur Kenntnis, dass sich eine Vielzahl der Prostituierten bewusst und aktiv dafuer entscheidet, diesen Job auszuueben. Es muss nicht sein, dass sie ihn liebt - aber das tut ein McDonalds-Boy wohl auch nicht. Offenbar ist er es aber *wert* im Vergleich zu vielen Alternativen (wie eben McDonalds, Hofer oder Feldarbeit). Man muss es nur sehen wollen...

krenreiber
01

Nachfragen bei LEFÖ. Die Mehrzahl wurde sexuell missbraucht.Abgesehen von der Beschaffungsprostitution. Sie sind salopp unterwegs....

Spinndoktor
01
17.5.2005, 15:33
Na und...

... schlecht "nur" Abreaktion? Das nervt, dass immer nur die wahre Liebe dahinterstecken darf. Grauslich is', das hielt mich davon ab, aber wer sich mehr als Abreaktion erwartet ist ohnehin ein armer Teufel. Aha, Begründung eines "Fickmonopols" durch Abolitionists - und somit auch "Abreaktion" nur mehr gegen schön brav zahmes, blödes Wohlverhalten. Und geht das dann auch auf Krankenschein?

emanze c
01
14.9.2006, 14:06

Ja, "Abreaktion" ist abscheulich! Weil es hier um Menschen, oft sehr junge Frauen geht. Die Prostituierten, die ehrlich über ihre Arbeit sprechen, sagen, sie würden "dabei" an anderes denken und hoffen dass es "schnell vorbei" ist (und wenden angeblich Tricks dafür an, wenn sie erfahren sind). Von "Lust" keine Rede. Von physischen und psychischen Langzeitfolgen keine Rede. Wie wär's, wenn sich Männer vorstellen würden, wie es wohl um ihre physische und psychische Gesundheit bestellt wäre, würde sich täglich mehrmals ein homosexueller Mann an ihnen "abreagieren", wenn sie von "normaler Dienstleistung" sprechen? Verbote bringen nicht viel, da die finanzielle Not wohl auch im Untergrund ihre WEge findet (übrigens spricht eine prominente US

emanze c
01
14.9.2006, 14:05

Exprostituierte darüber, dass jede Handlung zw Prost und Freier Vergewaltigung sei, der Zwang bestehe in der finanziellen Not.

Wie gesagt, Verbote führen sicher nicht weit, allerdings sollte man Männern (und potentiellen Prostituierten) vor Augen führen, worauf sie sich einlassen - und gerade bei potentiellen Freiern Bewußtsein schaffen,d ass diese brutale Form, sich sex Befriedigung zu verschaffen, vielleicht nicht "ok" ist, nämlich einen Menschen für Geld zu missbrauchen. "Abreagieren" sagt wirklich alles Nötige zur Prostitution und Würde der Frau (bzw des Mannes).

Cassius
00
3.11.2004, 15:49

Ich fand es durchaus erotisch und leidenschaftlich

Spinndoktor
00
17.5.2005, 15:40
WARUM

ist das ein so erfolgreicher Markt? Warum nur? Oh Pandorabüchsen, es muss doch eine irre Nachfrage geben, sonst gäbe es auch das Angebot nicht. Wie wollt Ihr, oder besser noch wir vielleicht, diese Nachfrage senken? Das wäre eine Kardinalsfrage dazu. Verbieten? Aha! Na dann wird sofort die Nachfrage verebben oder wird nicht eher die Leistung logistisch besser aufbereitet in den extremen Graubereich abdriften? Man kann beide Beine auf dem Boden haben oder nur eines, manch einer hat aber beide in der Luft. Ich fürcht' mich vor fix und fertigen Lösungen zu komplexen, dynamischen Problemstellungen, selbst wenn's aus Schweden kommen.

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