Deine, meine, unsere Scheidung

von Redaktion  |  14. März 2005, 12:51

Wenn Eltern sich trennen

Man hätte meinen können, dass es um die Scheidungen aus drei verschiedenen Familien und nicht aus ein und derselben geht, so unterschiedlich waren die subjektiven Schilderungen der betroffenen Kinder, Mütter und Väter." So beschreiben die Autorinnen einer aktuellen, empirischen Studie über Scheidung und Trennung ihre Erlebnisse bei den qualitativen Interviews mit Betroffenen. Die Ergebnisse der vom Programmbereich Childhood and Youth am Europäischen Zentrum Wien durchgeführten Analyse sind nun in Buchform erschienen.

Bemerkenswert an dem Buch ist die konsequente Berücksichtigung der Perspektiven der Frauen, Männer und Kinder. Dabei zeigt sich deutlich, dass sowohl die Trennungsphase als auch der anschließende Bewältigungsprozess hochgradig geschlechtsspezifisch differieren.

Besonders aufschlussreich ist die Beschreibung der Verlaufsmuster von Scheidungen und Trennungen. Scheidungswillige Frauen treffen auf überraschte Männer. Motto: Wenn sie in der Beziehung etwas ändern will, glaubt er noch, dass das ohnehin ein sich selbst organisierender Prozess ist. Wenn sie dann sagt, sie will gehen, ist er überrascht und beginnt, über Veränderungen nachzudenken. Da ist sie aber schon einen Schritt weiter - beim Ende.

Zentraler Angelpunkt für die Autorinnen sind aber die Kinder. Für ihr Wohl ist es entscheidend, den Auflösungsprozess als Paar zu schaffen, aber Eltern zu bleiben. In welcher Form sich Kinder das wünschen, verrät das Buch.

Ergänzt wird der Band durch einen Vergleich der ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die vor allem eine deutliche Beeinträchtigung der Frauen nach Scheidung belegen. (Lisa Nimmervoll/DER STANDARD, Print, 16.2.2005)

Ulrike Zartler, Liselotte Wilk, Renate Kränzl-Nagl:
Wenn Eltern sich trennen
Europäisches Zentrum Wien
Campus Verlag 2004
500 Seiten
46,30 Euro
ISBN 3-593-37460-9
weitersagen:
drucken
bor
17.02.2005 16:08
War nicht uninteressant, die Präsentation letzten Montag.

Rührig erzählte Frau Dr. Wilk, dass die Männer, die ihre Kinder nach der Trennung nur mehr in 14tägigen Intervallen sehen dürfen, doch sehr belastet wären. Auf die Frage eines Zuhörers - männlich - ob man denn auch Familien befragt hätte wo die Kinder beim Vater lebten kam die Antwort, dass auf Grund des "schwierigen Testsetups" nur bei Mütter nachgefragt wurde bei denen der Hauptaufenthaltsort der Kinder läge.

Die Juristin Dr. Mottl brachte in langen Sätzen vor, dass die Gesetze ohnehin geschlechtsneutral verfasst wären, bei der Rechtsprechung - also so wie die Richter dann urteilen - doch sehr das Rollenbild strapaziert wird.

Tja, sogeht es natürlich auch; Österreich 2005!

janina xxx
16.02.2005 12:22
ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die vor allem eine deutliche Beeinträchtigung der Frauen nach Scheidung belegen.

ich frage nur, warum wollen frauen die kinder und das alleinige sorgerecht, wenn sie dann finanziell so schlecht da stehen??
sicher stehen sie schlecht da (aber nur das erste jahr, auch statistisch erwiesen, aber danach) aber männer stehen die nächsten 20 jahre finanziell schlecht da
sie erhalten das kind und geld (ein psychisch entscheidender vorteil)
und im scheidungsrecht sollen frauen benachteiligt sein??? stichwort verschuldensunabhängiger unterhaltsanspruch seit 2000 (nur ein punkt von vielen dcer nur frauen zugute kommt)

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