Huren fordern ihre Rechte

von Redaktion  |  03. Juni 2005, 12:50
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Am 2. Juni wurde in Wien zum vierten Mal der Internationale Hurentag begangen. Die Aktion dient dazu, auf die mangelnde soziale und rechtliche Absicherung von Prostituierten hinzuweisen. Am Urban-Loritz-Platz in Wien nutzten die MigrantInnen-Organisation Lefö/Tampep, A.U.S. sowie die Grünen Frauen Wien die Gelegenheit, PassantInnen mit der Thematik zu konfrontieren.
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Cassius 
06.06.2005 14:33

Mich wundert, dass nur im Bezug auf Prostitution solche Ängste auftreten. Wieso wurde die Öffnung der Bundeswehr für Frauen bejubelt, während keine einzige Frau Angst hatte irgendwann mal fürs Vaterland Zwangsrekrutiert zu werden.

Spiegelbild der Triebe
30.11.2005 21:14
Wieso Ängste?

Wer fürchtet sich denn?

MarioV 
04.09.2005 20:16
Geschichtsfälschung

Das ist eine ziemliche Geschichtsfälschung. Tatsächlich gab es seitens der SPD-Frauen etwas 20 Jahre lang Widerstand gegen die Öffnung der deutschen Bundeswehr für Frauen. Und letztendlich gelang es nur durch ein EuGh-Urteil (die Klägerin wurde vom Bundeswehrverband finanziell unterstützt)den Zugang durchzusetzen.
Geschichtsfälscher versuchten später das Ganze umgekehrt erscheinen zu lassen und die Männer des Bundeswehrverbandes als Verhinderer darzustellen die sich gegen die Aufnahme von Frauen gewehrt hätten. (Und Nichtinformierte können sich da ja leicht täuschen lassen.)

dakila dakila
22.07.2005 16:48
Die Öffnung des Bundesheers für Frauen wurde tatsächlich bejubelt?

Anneliese Rumpel
06.06.2005 08:05
Nach Abschaffung aller Moral- und Wertvorstellungen

ist es nur recht und billig, wenn Sexarbeit als zumutbare Arbeit für Arbeitslose gelten würde. Wird die Annahme einer solchen Arbeit verweigert, folgt die sofortige Streichung des Arbeitslosenbezugs.

RS69 
30.11.2005 20:30

Sie sind berufstätig?

Irma la Douce1
30.09.2005 17:41
Moral- und Wertvorstellungen?

Wien im 19. Jahrhundert nach Schnitzler: Strassenzüge voller Prostituierten, die es für ein Stück Brot machten. Die kamen aus den hunderten sogenannten "Waisenhäusern", wo die vergewaltigten Dienstmädchen ihre Säuglinge abgaben, nachdem sie ihre Arbeit verloren hatten, weil sie schwanger wurden. Syphilis, Tripper und Tuberkulose. Da hatten aber alle sehr hohe Wertvorstellungen! Nein, dann lieber offen und geregelt.

Daniela Verrall
06.06.2005 13:58
Das meinen sie hoffentlich ironisch,

wenn nicht kann ich nur annehmen, dass sie selbst in diesem Gewerbe taetig sind. Da eruebrigt sich wohl jeder weitere Kommentar. Fassungslos.

Anneliese Rumpel
07.06.2005 07:21
Schauen Sie nach Deutschland, dort gab es den

Fall dass vom Arbeitsamt versucht wurde, eine arbeitslose Frau in dieses Milieu zu vermitteln. Da ist nichts ironisches dabei. Wenn man Prostitution entkriminalisiert, Ehebruch ohne Konsequenzen geschehen lässt, darf man sich nicht wundern dass das Ganze zu solchen Blüten führt. Übrigens bin ich absolut dafür legale und illegale Prostituion als sittenwidrig anzusehen und Ehebruch mit Konsequenzen zu belegen, dann gibt es so etwas nämlich nicht.

Herr Mann 
02.01.2006 14:13

und was ist mit denen, die single sind ?

Cassius 
06.06.2005 11:18

Das gerade sie als Frau das fordern wundert mich. Eine Arbeitslose muss nicht jede Tätigkeit annehmen. Eine Arbeitslose Frau riskiert ebensowenig ins Bordell geschickt zu werden, wie sie es riskiert als Soldatin zum Auslandseinsatz abkommandiert zu werden.

Anneliese Rumpel
06.06.2005 14:18
Natürlich kann sie zumutbare Arbeit ablehnen,

aber sie verliert damit auch den Anspruch auf Unterstützung. Übrigens ist das nur eine Folge des konsequenten Weiterdenkens, unmoralischer Forderungen, nämlich zu sagen dass Prostitution etwas vollkomen legales und nichts sittenwidriges ist, das hat mit Geschlecht nichts zu tun.

Cassius 
07.06.2005 00:59

Prostitution wird sicher nicht als Zumutbare Arbeit gelten, deren ablehnen zu einer Streichung des Arbeitslosengeldes führen wird. Gewisse Sachen werden einfach nicht eintreten, wie die Euthanasie ungewollter Babies als nächste Stufe nach der Abtreibung.

Jambala Magdalena
05.06.2005 19:05
Meines Wissens

ist das eine selbständige Tätigkeit und müsste dann doch auch beim Finanzamt als Betrieb gemeldet sein mit Steuernummer und so und würde das auch eine Mitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer bedeuten, im Alter würden sie dann eine Pension wie Wirtschaftstreibende erhalten? Für Migrantinnen käme noch hinzu eine entsprechende Aufenthaltsgenehmigung. Aber ich glaube den Damen geht es mehr um die Möglichkeit Arbeitslosengeld beziehen zu können, da müsste dann der Arbeitgeber? sie bei der Sozialversicherung anmelden.

Irma la Douce1
30.09.2005 17:44
Eine Selbständige

kann keine Arbeitslose beziehen.Die sind ja selbst im Bordell nicht angestellt. Das würde ja den Herren zuviel kosten! Aber wer Steuern zahlt, soll auch Rechte haben.

Spiegelbild der Triebe
05.06.2005 10:42
Welche Mehrrechte sollen für andere Gewerbebetriebe

aus der Steuerpflicht resultieren, die Sexarbeiterinnen verwehrt bleiben? Mir fällt keines ein. Jeder Gewerbetreibende muss für den Erwerb sozialer Rechte zusätzlich Sozialabgaben leisten. Warum sollte das bei Prostituierten anders sein? Prostituierte sind nach dem GSVG sozialversichert, vorausgesetzt sie üben ihr Gewerbe legal aus. Was übrigens für alle Gewerbetreibende gilt. Schwarzarbeiter sind ja genauso nicht versichert.

RS69 
30.11.2005 20:32

Anrechnung von Betriebsausgaben.
Einklagbarkeit von offenen Forderungen.

Sind 2 grosse Benachteiligungen.

Au Weia 
06.06.2005 11:48
stimmt!

Ich stimme ihnen vollkommen zu. weiters sollten sich die aktivistinen die ökonomischen konsequenzen ihrer forderungen gut überlegen: wenn "sexarbeit" gesellschaftlich voll akzeptiert wäre und keinen tabu-bruch bedeutete dann sähen sich die arbeiter/innen vermutlich einem drastischen einkommensverlust gegenüber: 1. würden viele andere frauen/männer auf den "sex-arbeitsmarkt" drängen, und die "überbezahlung", die schlicht durch die überschreitung von gesellschaftlichen normen begründet ist fiele mit ihnen weg. es bleibt nur mehr eine niedrig-qualifikations-dienstleistung übrig für die keine fundierte ausbildung erforderlich ist. angeborenes/ererbtes (d.h. ungerechtes?!) gutes aussehen würde den marktwert noch mehr bestimmen als heute!

Au Weia 
06.06.2005 12:24
abgesehen davon...

ist die vorstellung einer "vollen" gesellschaftliche akzeptanz von sexarbeit völlig absurd: die natürliche "knappheit" (wegen der vielfach höhern "kosten" einer fortpflanzung halten (nichtgewerbliche) frauen das "gut" sex im verleich zu männern, knapp (ja, auch in zeiten von verhütung etc.)) von verfügbaren weibl. geschlechtspartnern wäre aufgehoben und männer könnten sex an jeder straßenecke zum pfuscher-lohn erwerben ohne sich "genieren zu müssen". die gesellschaft würde praktisch aus den fugen geraten. es gibt sicher gesellschaften in denen "liebesdiener/inen" (ausgebildete!) mehr akzeptanz finden, aber eine "völlige" gleichstellung mit "normaler" erwerbsarbeit halte ich schon aus biologischen gründen für ausgeschlossen!

Irma la Douce1
30.09.2005 17:24
Die Prostitution

kann man nicht abschaffen. Da müsste eine ganz andere Gesellschaft her als das Patriarchat eine ist. Dass die "Huren" rechtlos bleiben, hilft nur jenen, die auf ihrem Rücken Geld verdienen. (Apropos: wer sind denn die Kunden? Genug brave Familienväter und Ehemänner. VW Skandal vergessen?) Aber dafür sorgen, dass die Frauen für ihre Arbeit wenigstens halbwegs "normale Arbeitsbedingungen" haben, gesundheitlich geschützt sind und vom Geld selber etwas sehen sehr wohl. Was passiert, wenn das Ganze in der Illegalität der Mafia überlassen wird, hat man im letzten Frauenhandelsskandal bemerkt. Oder in Italien. Mehr Rechte für die Frauen, staatliche Kontrolle und härtere Strafverfolgung von Verbrechen wie Zwangsprostitution.

Cassius 
04.06.2005 12:55

Da fordern Frauen ihre Rechte, nur ledier die falschen Frauen, nicht wahr meine Damen ;)

Walter Tiefentaler
05.06.2005 01:33
lieber cassius!

lassen sie bitte diese primitive fraternisierungen sein. ob nun die richtigen oder die falschen frauen ihre rechte fordern, dies zu entscheiden steht ihnen nicht zu. wenn frauen, die sich selbst als 'huren' bezeichnen ihre rechte fordern, dann ist dies zu respektieren. diese damen sind schwerarbeiterinnen, nicht zuletzt, weil uebergewichtige und ungewaschene kerle (wie wahrscheinlich sie) diese arbeit an den rand der gesellschaft draengen... und zum moralischen ausgleich spielen dann phariseaer wie sie dann die moralapostel...

Cassius 
05.06.2005 12:32

Dem will ich nicht wiedersprechen, keine Frau sollte sich aufgrund ihres Berufes auserhalb der Gesellschaft fühlen. Mein Posting war sarkastisch gemeint, tut mir leid, dass das nicht so rüberkam. Was mich betrifft, so liegt mir (noch) nichts an den von Huren angebotenen Dienstleistungen, dennoch will ich die Grundsätzliche Freiheit haben, das in Anspruch nehmen zu können, was andere anbieten, genauso wie Huren, oder Anwältinnen ungehindert ihrer Tätigkeit nachgehen sollten.

Cassius 
05.06.2005 12:29

Dem will ich nicht wiedersprechen, keine Frau sollte sich aufgrund ihres Berufes auserhalb der Gesellschaft fühlen. Mein Posting war sarkastisch gemeint, tut mir leid, dass das nicht so rüberkam.

default user
04.06.2005 19:23

Es gibt also Menschen, die ihre Rechte fordern dürfen und andere wiederum nicht? Weshalb? Vielleicht aufgrund eines antiquierten Moralverständnisses? Eigenartige Vorstellung von Gleichberechtigung.

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