Und Gleichberechtigung bringen: "Heimat großer Töchter, Söhne" - Rauch-Kallat: "Frauenpolitik ist auch Sprachpolitik"
Wien - Die Bundeshymne dürfte künftig der Gleichberechtigung
von Frau und Mann Rechnung tragen. Frauenministerin Maria
Rauch-Kallat (V) hat nun einen Textvorschlag erstellt, in dem neben
den "großen Söhnen" Österreichs auch die "großen Töchter" vorkommen
und statt "Vaterland" der Begriff "Heimatland" verwendet wird. Aus
Kreisen der ÖVP hieß es dazu auf Anfrage der APA am Montag, der
Vorschlag müsse erst dem Koalitionspartner BZÖ gezeigt werden.
Auch was mögliche Probleme mit dem Verlag betrifft, habe man von
Fritz Molden, dem Sohn von Paula von Preradovic, bereits gesprochen.
So habe Molden sein Einverständnis zu einer Abänderung gegeben.
Außerdem sei der Text Eigentum der Republik.
Konkret soll es in der Hymne mit der Mozart-Musik statt "Heimat
bist Du großer Söhne" künftig "Heimat großer Töchter, Söhne" heißen.
Und statt "Einig lass in Brüderchören, Vaterland Dir Treue schwören"
soll gesungen werden: "Einig lass in freud'gen Chören, Heimatland Dir
Treue schwören".
Im "Kurier" sagt Rauch-Kallat: "Frauenpolitik ist auch
Sprachpolitik und Bewusstseinsbildung. Im Fall der Bundeshymne
passiert eine Diskriminierung. Wenn von Söhnen die Rede ist, dann
soll auch von Töchtern die Rede sein. Die Bundeshymne ist eine Sache
der Identität jeder Österreicherin und jedes Österreichs". (APA)