Sprachforscherin: Deutsch ist "männerzentriert"

Redaktion, 13. Oktober 2005, 11:15
  • Rechts- und Verwaltungssprache sei eine Abkehr vom Androzentrismus zu beobachten.
    grafik: archiv
    Rechts- und Verwaltungssprache sei eine Abkehr vom Androzentrismus zu beobachten.

Karin Eichhoff-Cyrus fordert zu mehr Kreativität beim Sprechen auf

Frankfurt - Die deutsche Sprache wird nach Ansicht der Geschäftsführerin der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden, Karin Eichhoff-Cyrus, noch immer nicht geschlechtsneutral verwendet. Lediglich in der Rechts- und Verwaltungssprache habe sich in den vergangenen 15 Jahren Entscheidendes geändert, sagte sie am Mittwochabend in Frankfurt. Die gesprochene Sprache sei jedoch auch nach 35 Jahren Feminismus weiterhin "männerzentriert".

"Hier ist noch viel zu tun", sagte sie bei einem Vortrag über den Einfluss des Feminismus auf die deutsche Sprache. In den meisten Fällen sei es möglich, neutrale Ausdrücke zu verwenden. Als Beispiel nannte sie die Verwendung des Ausdrucks "Studienausweis" statt des früher üblichen Begriffs "Studentenausweis". Dabei rief sie zu deutlich mehr Kreativität beim Sprechen auf: "Warum soll ein Mann, der den Beruf der Hebamme ausübt, nicht Hebammer heißen?"

"Sprache ist lebendig und veränderbar", sagte Eichhoff-Cyrus. Sie sei Ausdruck des Denkens. Daher helfe es nichts, wenn Empfehlungen ausgesprochen würden. Entscheidend sei, dass ein Umdenken und damit ein geänderter Sprachgebrauch stattfinde. (APA/dpa)

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Dann einfach nur mehr Neutra!

Das Mann
Das Frau

....aber dann haben die FeministInnen sicher wieder ein Problem als Sache gesehen zu werden.

"der nächste bitte" - frauen herzlich mitgemeint?

meine zustimmung - auch das wort `mannschaft` kann durch das wort `team` ersetzt werden. frauen-team statt frauenmannschaft.
die hartnäckigkeit, wie viele das männerzentrierte deutsch verteidigen , passt zu unserer patriarchalischen gesellschaftl. kultur . sobald frauen auch i.d. sprache sichtbar gemacht werden, wehrt sich das `maskulinum` - das ist nicht neu. diese reaktionen treffen auf alle bemühungen von frauen zu, die für frauen-rechte kämpf(t)en.
"glaube nicht, es muss so sein, weil es so ist und immer so war. unmöglichkeiten sind ausflüchte steriler gehirne, schaffe möglichkeiten." Hedwig Dohm, fem. theoretikerin
http://www.journalistinnen.de/aktuell/p... hlberg.pdf

sie machen recht auf "kultur" ... und sprachkultur? ... noch mehr englisch in's deutsche ... toll ... schei* auf sprachkultur, hoch lebe das "femininum"! O.o

Eine Alibipartei kann nur Alibilösungen anbieten.

Der Fr. Eichoff sollte sich einmal mit anderen Sprachen beschäftigen

Im Norwegischen heisst "die Frau" "en kvinne" (sprachlich verwandt mit der engl. queen). Und "en" ist die männliche Form des unbestimmten Artikels.

Keine Norwegerin fühlt sich benachteiligt, wenn das grammatische Geschlecht von "kvinne" männlich ist. Die Norweger (hoppala, da steht ja "die" vor "Norweger") sind eben schlau genug, um zwischen "genus" und "sexus" zu unterscheiden.

Und im übrigen: die Norwegerinnen sind im Durchschnitt viel besser emanzipiert als die Mitteleuropäerinnen, vielleicht deswegen, weil sie sich nicht um so einen Schmarrn kümmern, sondern um wichtige Dinge.

Besonders unpassendes Beispiel

Schon blöd, wenn eine "Sprachforscherin" nicht zwischen einem Maskulinum und einem Plural unterscheiden kann. Der "Studentenausweis" ist ein Ausweis für Studenten, also Mehrzahl. Der einzelne Ausweis wird für einen Studenten oder eine Studentin ausgestellt, aber der Begriff als solches bezeichnet ein spezielles Dokument für eine spezielle Personengruppe, wie ein Diplomatenpass oder Presseausweis.

Numerus schließt Genus aus?

„Studenten“ mag zwar ein Plural sein, das ändert aber nichts daran, dass es maskulin ist. Oder was sind „Studentinnen“ sonst?

Na und? Wo ist das Problem?

"Die Männer" sind auch männlich, trotzdem die Mehrzahlform mit dem "weiblichen" "die" gebildet wird. Die Männer machen aber aus dem kein Drama. Kein Wunder, dass wir von den Männern belächelt werden, die sich um so einen sch++s nicht kümmern.

Sehen wir einmal ins Tierreich:
die Amsel - sind die alle weiblich?
der Ochse - ist der wirklich noch männlich, wäre "das" nicht passender?

Das Unglück begann damit, als einige dt. Grammatiker begannen, die genera als "masc","fem" und "neutr" zu bezeichnen, obgleich man dafür ohne weiteres auch "rot", "gelb" und "grün" nehmen hätte können. Und jetzt nehmen die "Vergenderer" in einer Art Rückprojektion ohne Grundlage eine Zuordnung zum tatsächlichen Geschlecht vor. Das ist doch unsinnig!

Studienausweis?

ich glaub fast sie dürften sich verlesen haben... die Rede war von einem "Studienausweis"

Ob man in der Sprache wirklich mehr Kreativität fordern sollte... um wohl endgültig alle zu benachteiligen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, hängt natürlich auch irgendwie von der politischen Gesinnung ab.

Ich glaub fast, SIE dürften sich verlesen (und einen Beistrich vergessen) haben.

>Als Beispiel nannte sie die Verwendung des Ausdrucks "Studienausweis" statt des früher üblichen Begriffs "Studentenausweis".<

studentInnenausweis

wäre ja eine alternative...damits ganz umständlich wird.wundere mich nur jedesmal wieder, worüber sich leute den kopf zerbrechen...mir als student(in) is das soooo wurscht, ob ich jetzt meinen studenten oder studentinnenausweis verliere....

lustig irgendwie wenn eine linguistin

genus und sexus nicht unterscheiden kann :)

Nein, das ist nicht lustig. Es bringt das ganze Fach in Verruf.

schon wieder diese alte leier...

lernen sie erst mal ein bisschen linguistik (achtung! seit 1960 hat sich was verändert!), und dann versuchen sie doch nochmal, den herrn/die frau oberlehrerIn zu spielen. natürlich sind genus und sexus nicht ident. aber personenbezeichnungen im maskulin bezeichnen nun mal....männer. frauen sollen sich mitgemeint fühlen - und das war lange zeit konvention, die jetzt aber zerbröckelt. finden sie sich doch langsam damit ab...

"personenbezeichnungen im maskulin bezeichnen nun mal....männer. frauen sollen sich mitgemeint fühlen"

falsch im deutschen, wie auch in den romanischen sprachen gibt es einen plural der alle umfasst und einen weiblichen plural.
die arbeiter gingen in den hörsaal. = arbeiter + arbeiterinnen + arbeiterkinder gingen in den hörsall

die arbeiterinnen gingen...=die arbeiterinnen gingen...

genaugenommen wurden/werden die männer diskriminiert weil es einen eigenen femininen plural gibt aber keinen männlichen.

PS: das hab ich mir übrigens nicht selbst ausgedacht sondern kommt von einem linguisten der an der uni lehrt.

wallisch latein?

Der Rat, ein bisschen Linguistik zu lernen, sollte beherzigt werden!

Personenbezeichnungen im Maskulinum bezeichnen nun mal Männer? Was machen wir mit "der Star/Stern"?

Was bezeichnen denn feminine Personenbezeichnungen? Nur Frauen?

Wie sieht es aus mit:
die Waise,
die Wache,
die Geisel?

Was bezeichnen denn neutrale Personenbezeichnungen? Geschlechtslose?
Beispiele:
das Mitglied
das Opfer
das Mädchen
das Knäblein
das Staatsoberhaupt?

Fragen über Fragen ...

Keine Antwort? - Wenn die feministische Linguistik diese Fragen nicht ausreichend beantworten kann, sollte sie vielleicht mal ihre Prämissen überprüfen, so wie man das von einem seriösen Wissenschaftler erwartet.

Vielleicht noch ein paar maskuline Personenbezeicnungen, anhand derer Sie mir nachweisen, dass damit nur Männer gemeint sind?

Wir hatten schon: der Star/Filmstar. Ist Julia Roberts ein Filmstar?

Aber auch:
der Filou,
der Page
der Major
der Reeder
der Geldanleger
der Kaptän.

Haben Sie je das Wort "die Major/Majorin" oder "die Kapitänin" gehört oder gelesen?

Wie nenne ich eine männliche Prostituierte: der Prostituierte?

Helfen Sie mir!

Als Fachfrau im Bereich moderner Linguistiktheorien sollten Sie mir den Zusammenhang zwischen grammatischem und biologischm Geswchlecht anhand dieser Beispiele spielend erklären können.

Ich wäre Ihnen - gerade als Germanist - dankbar, wenn Sie mir anhand dieser Beispiele mal den Zusammenhang von Genus und Sexus erklären würden.

also, daß die Sprache ein geschlecht hat ist mir neu, werde das nächste mal die lage von unten betrachten, ob es sich um ein mannderl oder weiberl handelt

und in vielen Belangen ist es auch vollkommen nebensächlich, welchen Geschlecht der angesprochene angehört, wobei man behaupten kann, daß die mehrzahl immer weiblich ist, z.b. die männer ggggg, die frauen, also dominanz des weiblichen und wem regt es auf, zum aufregen ist nur die verschandelung der sprache, wie schüler und schülerinnen

Unbestätigten Gerüchten zufolge

haben die Vertreterinnen des feminosexistischen Neusprechs gefordert, daß Männer die Innenstadt ab sofort nicht mehr betreten dürfen.

Binnen-I und alte deutsche Rechtschreibung

Kommt nur mir das so vor oder verwenden überdurchschnittlich viele Kritiker der Binnen-Is (etc.) die alte deutsche Rechtschreibung?

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