St. Pölten - Der Gender Mainstreaming Arbeitskreis der NÖ
Landesverwaltung hat kürzlich einen Leitfaden herausgegeben, der sich
eingehend mit dem geschlechtergerechten Formulieren befasst. "Das
Ziel ist es, Frauen und Männer, ihre unterschiedlichen Rollen und
Aufgaben in unserer Gesellschaft sowie ihre unterschiedlichen
Lebenssituationen und daraus entstehende Probleme gleichermaßen
sichtbar zu machen", erklärt dazu die zuständige Landesrätin
Johanna Mikl-Leitner die Bedeutung geschlechtergerechter Sprache.
Geschlechtergerechte Sprache helfe mit, den Blick für das Wesentliche
zu schärfen.
Gegen Geschlechterstereotypen und Klischees
Der neue Leitfaden mit dem Titel "geschlechtergerechtes
Formulieren" enthält Empfehlungen und Vorschläge für eine
einheitliche Schreibweise im öffentlichen Dienst in Niederösterreich
bzw. gibt Tipps für den richtigen Einsatz von geschlechtergerechten
Formulierungen und Anreden. Weiters sensibilisiert er dafür, wie der
Sprachgebrauch Geschlechterstereotypen und Klischees tradiert und
gibt Hinweise darauf, wie entsprechende Wendungen durch
geschlechtsneutrale Wendungen ersetzt werden können. Insofern lädt
die Broschüre auch dazu ein, über Sprache als Spiegel der
Gesellschaft zu reflektieren.
Der Gender Mainstreaming Arbeitskreis hat im Vorfeld der
Erstellung des Leitfadens die unterschiedlichen Vorgangsweisen von
in- und ausländischen Verwaltungsstellen im deutschsprachigen Raum
recherchiert. Ziel war es, in knapper und übersichtlicher Form
anwendbare Hinweise zum einfachen Formulieren geschlechtergerechter
Texte zu geben. Der neue Leitfaden weist einen Umfang von elf
A4-Seiten auf.
Einfluss
Die Notwendigkeit des geschlechtergerechten Formulierens wurde in
der Vergangenheit bereits mehrfach wissenschaftlich untersucht. Bei
derartigen Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass die gewählte
Sprachform die Vorstellungen über die jeweils beschriebene Person
sehr wohl beeinflusst und dass der Gebrauch lediglich der männlichen
Sprachform zu einer geringeren gedanklichen Einbeziehung von Frauen
führt. (red)