Geschlechtergerechtes Formulieren

Redaktion, 10. September 2009, 18:20

St. Pölten - Der Gender Mainstreaming Arbeitskreis der NÖ Landesverwaltung hat kürzlich einen Leitfaden herausgegeben, der sich eingehend mit dem geschlechtergerechten Formulieren befasst. "Das Ziel ist es, Frauen und Männer, ihre unterschiedlichen Rollen und Aufgaben in unserer Gesellschaft sowie ihre unterschiedlichen Lebenssituationen und daraus entstehende Probleme gleichermaßen sichtbar zu machen", erklärt dazu die zuständige Landesrätin Johanna Mikl-Leitner die Bedeutung geschlechtergerechter Sprache. Geschlechtergerechte Sprache helfe mit, den Blick für das Wesentliche zu schärfen.

Gegen Geschlechterstereotypen und Klischees

Der neue Leitfaden mit dem Titel "geschlechtergerechtes Formulieren" enthält Empfehlungen und Vorschläge für eine einheitliche Schreibweise im öffentlichen Dienst in Niederösterreich bzw. gibt Tipps für den richtigen Einsatz von geschlechtergerechten Formulierungen und Anreden. Weiters sensibilisiert er dafür, wie der Sprachgebrauch Geschlechterstereotypen und Klischees tradiert und gibt Hinweise darauf, wie entsprechende Wendungen durch geschlechtsneutrale Wendungen ersetzt werden können. Insofern lädt die Broschüre auch dazu ein, über Sprache als Spiegel der Gesellschaft zu reflektieren.

Der Gender Mainstreaming Arbeitskreis hat im Vorfeld der Erstellung des Leitfadens die unterschiedlichen Vorgangsweisen von in- und ausländischen Verwaltungsstellen im deutschsprachigen Raum recherchiert. Ziel war es, in knapper und übersichtlicher Form anwendbare Hinweise zum einfachen Formulieren geschlechtergerechter Texte zu geben. Der neue Leitfaden weist einen Umfang von elf A4-Seiten auf.

Einfluss

Die Notwendigkeit des geschlechtergerechten Formulierens wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach wissenschaftlich untersucht. Bei derartigen Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass die gewählte Sprachform die Vorstellungen über die jeweils beschriebene Person sehr wohl beeinflusst und dass der Gebrauch lediglich der männlichen Sprachform zu einer geringeren gedanklichen Einbeziehung von Frauen führt. (red)

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Danke!

für die superrasche Reaktion der Redaktion!

Adresse nicht mehr gültig

Bitte an die Redaktion: Der Link zum Download exisitert nicht mehr. Gibt es einen neuen Link?
Danke!

Redaktion dieStandard.at
00
10.9.2009, 18:56
bitte sehr!

der link ist upgedated.

mfg
die redaktion

Hervorragende Unterlage!

Gratulation an die Personen, die diese wertvolle Broschüre erstellt haben.

Gell, Sie haben meine Postings entweder nicht gelesen oder nicht verstanden?

Mich als Frau nervt dieses Getue schon ziemlich. Ich bin selbstbewußt genug, mich aus einer neutralen Formulierung nicht herauszunehmen, sondern gehe grundsätzlich davon aus, daß Männer und Frauen gemeint sind. Die haarstreubenden Formulierungen, nur um die Weiblichkeit einbeziehen zu können, finde ich oft schwachsinnig. Ich meine, es gibt Wichtigeres, als sich damit in einem immer größer werdenen Ausmaß zu beschäftigen.

Die Herrschaften, die das verbrochen haben, sollten sich einmal folgende Seite durchlesen:

http://www.bruehlmeier.info/sprachfem... nismus.htm

Interessant finde ich vor allem die Aussage, daß eine solche Sprachregelung den Sprachsexismus erst erzeugt. Und diese Aussage ist im Artikel wohl begründet!

Der Autor schreibt es ja selbst:

"Der Fussgänger" kann Mann oder Frau sein, und wenn auf sein männliches Geschlecht Gewicht gelegt wird, muss dies zusätzlich ausgedrückt werden."

Was schließen wir daraus? Geschlechtsneutrale Schreibweise erhöht den Informationsgehalt einer Nachricht. "Gestern war ich mit FreundInnen unterwegs" hat höheren Infomationsgehalt als "gestern war ich mit Freunden unterwegs".

Verstehen Sie es denn nicht? Die allgemeine Form, die generell Fußgänger meint, wobei nur die Tatsache, daß es sich um Fußgänger handelt wichtig, aber das Geschlecht uninteressant ist, geht verloren! Und die Vehemenz, mit der man diese Änderung der Sprache verteidigt, erinnert sehr an Orwell, was Frau Lorenz auch in ihrem Artikel (siehe mein anderes Posting) anführt!

"FreundInnen" ist im übrigen eben NICHT geschlechtsneutral! (Offenbar haben Sie die Artikel nicht gelesen oder nicht verstanden.)

Ad 1.1: Die Folgerung stimmt nicht. Man kann auch versuchen, den Leuten bewußt zu machen, daß das generische Maskulinum beide biologischen Geschlechter einschließt. In der Broschüre wird der Eindruck vermittelt, Genus sei gleich Sexus. Das ist aber nicht richtig!

Abgesehen davon, steht leider über die dort erwähnten Studien zu wenig drin. Wenn ich z.B. die Frage stelle "Nennen Sie mir 4 Politiker" und das mit den Antworten auf "Nennen Sie 4 Politikerinnen und Politiker" vergleiche, dann muß ich auch den Frauenanteil unter den Politikern, sowie den Bekanntheitsgrad berücksichtigen. Ohne diese Daten sagt so eine Studie überhaupt nichts aus. (Genausogut könnte ich nach 4 Jazztrompetern fragen und daraus schließen, die Sprache sei diskriminierend.)

Daher meine Frage: kennt jemand eine Seite im Internet, die genauere Daten solcher Studien enthält? Würde mich interessieren. (Ich habe leider nicht viel dazu gefunden.)

Meiner Tochter wurde letztens...

bei der Schularbeit das Wort "TeilnehmerInnen" als Rechtschreibfehler geahndet... und bei Beschwerde auch bestätigt... das große I ist politisch scheinbar korrekt, nach dem Lehrplan nicht?

http://de.wikipedia.org/wiki/Binnen-I

Dor steht: "Das Binnen-I entspricht nicht den amtlichen Rechtschreibregeln." Daher wird das zu Recht angestrichen.

Wikipedia ist halt nicht...

das österr. Wörterbuch, und nachdem dort jeder eintragen kann was sie/er will wird wiki von manchen nicht ernst genommen. Eine Schande, wenn Sie mich fragen, andererseits manches, was dort zu finden ist, ist die Bytes nicht wert.

Das ist so nicht richtig. Wenn Sie einen Artikel in der Wiki ändern, dann müssen Sie die Änderung sehr wohl begründen. Andernfalls wird diese nämlich von anderen Wikipedianern ziemlich schnell wieder rückgängig gemacht.

Abgesehen davon: zeigen Sie mir ein einziges Österreichisches Wörterbuch, in dem steht, daß das Binnen-I grammatikalisch richtig ist.

Außerdem hat die Politik nicht vorzuschreiben, wie die Leute sprechen oder schreiben sollen. Das ist schon bei der letzten Rechtschreibreform schiefgegangen und wird auch hier scheitern.

Und wenn Sie Argumente gegen den Schwachsinn wissen wollen, dann lesen Sie mal meine anderen Postings hier - ich habe einen guten Link angegeben (den Sie übrigens auch in der Wiki finden).

„Das große I im Wortinneren wird im amtlichen Regelwerk nicht behandelt. Daraus kann aber nicht geschlossen werden, dass der Gebrauch fehlerhaft ist.“ (Österreichisches Wörterbuch, 2009)

Und wenn Sie noch einen anderen Link suchen, dann verweise ich auf den in der Wiki genannten zum Duden:

http://www.duden.de/index2.ht... llung.html

Innenausschluss gefordert

Wenden Sie sich an die InnenministerInnen. BInnnen Innnen sind keine RechtschreibfehlerInnen.

IchIn

weißInnen baldInnen nichtIn mehrInnen wie IchIn richtig(e) sollErinnen schreibInnen.

Lustig, lustig

Immer wieder diese total lustigen Geschlechts"genossen" die an Wörter, die im Deutschen gar nicht weiblich abgewandelt werden können einen -Innen anhängen.

Und dann immer die tollen Argumenten von wegen "Geschlechtsneutrale Formulierung sei so umständlich.." oder "Frauen sind eh mitgemeint".
Tja, wenn das so ist, dann verwenden wir ab jetzt nur mehr die weibliche Formulierung und alle mit Zumpferl zwischen den Haxn sind mitgemeint.

Bledsinn. Das grammatikalische Geschlecht ist eben nicht das selbe wie das biologische. Beispiele gefällig? Gast, Person, Elite, Mädchen, usw.

Und was wollen Sie mir damit jetzt sagen?

Es ist unmöglich "weißInnen baldInnen nichtIn mehrInnen wie IchIn richtig(e) sollErinnen schreibInnen." zu schreiben, wie der lustige user ober mit.

Es ist
möglich "ArbeiterInnen", "SpielerInnen", "ProduzentInnen" ... zu schreiben.

Und es mMn auch notwendig und gerecht. Welch Aufschrei würde nur unter Männern entstehen, wenn wir sagen "Okay, wir formulieren nur mehr weiblich und die Männer meinen wir eh auch mit".

Stimmt ja nicht.

1. Wenn es unmöglich ist, "weißInnen" zu schreiben, warum steht es dann in unseren Postings?

2. Es ist absolut nicht notwendig, z.B. das Binnen-I zu verwenden. Auch die Doppelnennung ist nicht notwendig und Unsinn. Einen sehr guten Artikel zu diesem Thema finden Sie unter http://www.bruehlmeier.info/sprachfem... nismus.htm
Und bitte: wenn Sie Begriffe nicht verstehen (und das tun Sie offenbar, denn Sie haben ziemlich sicher mein Posting auch nicht verstanden), dann schlagen Sie sie nach. Die Wikipedia ist ein sehr gutes Nachschlagewerk im Internet.

Vielen Dank, Hr. Oberlehrer, ich hab ihr Posting sehr wohl verstanden. Nicht verstanden habe ich jedoch, warum sie meinen, die Doppelnennung, bzw. deren Vereinfachung, das Binnen-I (was tatsächlich eine Neuerung darstellt, aber Sprache kann sie ja auch verändern) nicht notwendig wäre?

Ich schreibe nur mehr geschlechtsneutral und spreche immer öfter auch so. Es ist sogar möglich einen Binnen-I-Sprechweise zu praktizieren.

Zum Glück ist Kultur nichts ewiges sondern veränderlich und passt sich eben von Zeit zu Zeit dem bösen, bösen Zeitgeist an.

"Was man den Geist der Zeiten heißt, ist nur der Herren eigner Geist." (Goethe)

Abgesehen hat das mit Kultur nichts zu tun, wenn man den Leuten aus politischen Gründen mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten vorschreiben will, wie sie zu schreiben und zu sprechen haben. Das erinnert wirklich an Neusprech aus 1984.

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