Das Kind überlegt nicht lange - und schlägt mit der Faust auf die Frau mit dem Kopftuch neben sich ein. Die Türkin reagiert klassisch wienerisch assimiliert: "Bist deppat?" und bekommt in der Folge eine ordentliche Portion "Goldenes Wienerherz" ab.
"Was fallt da ein? Du wirst mei Kind net schimpfen!", nimmt die Mutter den Sohn in Schutz. "Und des von ana Türkin! Scheiß Tschusch! I lass mei Kind von kan Tschuschn schimpfen!" Die Türkin steht auf, stellt sich mit etwas Sicherheitsabstand zur Türe und meint noch: "Ihr Kind hat keine Kultur." Die Mutter: "Mei Kind hot ka Kultur, des is zu 50 Prozent behindert!"
Weiter hinten im Bus sitzen drei Rapidfans, die sich für das anstehende Match bereits ordentlich Mut angetrunken haben. Also beginnen sie, an ihren Bierdosen Halt suchend, nun ihre Kultur verteidigen: "Z'Haus hat s' nix z'reden, aber hier die Goschen aufreißen." - "Kauf da an Fahrschein und fahr ham. Brauchst gar nimmer z'ruck kumman."
Und dann noch, weil eh keiner im Bus dagegen redet und nur ein paar Köpfe geschüttelt werden: "Hoffentlich gehst in Hietzing net zur U-Bahn. Weil i steß di a glei obe auf die Gleis."
Die Mutter tröstet derweilen ihren schlagfertigen Sohn.
Anm.: Um allfälligen Zweifeln gleich vorweg zu begegnen - dieser Vorfall ist weder erfunden noch übertrieben. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD, Print, 11.4.2006)
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und wenn ich da gewesen wäre, hätte ich den paar wiener deppen schon was erzählt. sowas hab ich schon öfter gemacht.
aber es gibt schlimmeres in der u bahn, was so meist gar nciht notiert wird. nämlich, dass selbsternannte "österreicehr" türkische kinder von sitz stubsen udn diesen dann einnehmen, sie lautstatk und entblösend zurechteweisen ...
und so freu ich mich nicht nur schon auf weitere rottenbergsche rassismusberichte. sie könnten jaacuch wieder über ausgebeutete in/ausländische lehrlinge schreiben ...
da es ja ausser keinen islamstandard neben dem schüler- und unistandard keinen lehringsstandard gibt, ist diese pragmatische aufgabe auch noch frei.
mfg
johann potakowskyj
also wenn mich ein schwächerer grundlos schlägt, schlag ich zurück. auch bei kindern.
wenn ich seh dass jemand geschlagen wird versuch ich helfend einzugreifend.
sollt sich jeder mal selber fragen wie er reagiert hätte wenn ihm obiger vorfall passiert wär - als opfer, als mutter, als zuseher.
"also wenn mich ein schwächerer grundlos schlägt, schlag ich zurück. auch bei kindern."
Sie sind ein Wohltäter der Menschheit.
Ich würde das ganz einfach sehen: Kinder müssen Manieren lernen, und Erwachsene müssen ihnen das vorleben. Die Reaktion der Türkin war auch nich optimal, aber noch am wenigsten peinlich.
also ich hab schon "sandkistenmütter" gesehen die mit durchaus massiven gegenständen von ihren kindern geschlagen wurden und versucht haben durch gutes zureden und verbales überzeugen (mit schmerzverzerrtem gesicht, den so ein blechschauferl ist hart) etwas zu bewirken - ohne erfolg. und zurückschlagen heisst ja nicht ko schlagen sondern in etwa der gleichen intensität. wenn klar ist dass es sich um geistig behinderte handelt wär hände festhalten oder weggehen wohl angebrachter. falsch war jedenfalls die reaktion der mutter denn sie hätte sofort gegen ihr kind einschreiten um weitere schläge zu verhindern.
ist das skandalöse der blöde opportunismus der (angesoffenen?) rapidler, die offenbar jeden wirbel für rassistsiche keppeleien (und schlimmeres) ausnützen müssen.
mir ist etwas ähnliches passiert - als ich mich über die g'schaftigkeit einer professionellen mutter beschwerte, die ihren kinderwagen im bus (13A) auf meinem fuß parkte, wurde ich (offenbar weil ich "schriftsprache" spreche) als depperter piefke, der hier gar nix zu sagen habe, beschimpft. auf meinen hinweis, ich sei ö staatsbürger, hieß es es werde ja schon jeder dahergelaufene eingebürgert und darauf könne ich mir gar nix einbilden.
mir scheint ein teil des problems die überschätzung der eigenen wichtigkeit von müttern kleiner kinder zu sein.
In dem Artikel zeigt sich lediglich, dass man den Spruch biste behindert auf seinen Bekanntenkreis reduzieren sollte oder ganz streichen. Das die Mutter, gerade als Frau so viel Empörung über die Empörung ob des unerwünschten körperlichen Kontacktes zeigt, finde ich doch wunderlich, wo doch bereits ein streifen über dem Arm oder Bein ein Fall für den Rechtsanwalt ist.
Jeder der behauptet, das gäbe es nur in Wien, hat noch nicht viel von der Welt gesehen.
Ich benutze die Öffis seit Jahren und habe sowas noch nie beobachtet. Als Wiener fühle ich mich von solchen Pauschalisierungen angegriffen und diffamiert.
Ein anderes, angeblich typisches Verhalten, das ich neulich das erste mal erlebt habe, war das von drei türkischstämmigen Halbstarken in der U-Bahn. Die deckten nonstop alles was weiblich und unter 45 war mit "Schatzi", "Mausi", "Puppe" und Pfiffen ein. Ich habe den Rädelsführer mit meinem Wiener Schmäh konfrontiert und danach war eine Ruh.
Als feiger Journalist hätte ich stattdessen wohl geschwiegen und 99.9% aller Türken, die sich eben nicht so verhalten, in einem Artikel diffamiert.
Ich bin eine Frau, bin oft genug von Österreichern angestänkert worden. Das soll nicht heißen daß Anstänkern gut ist, nur das es unabhängig von Nationalität passiert. Das Problem hier ist der alltägliche Rassismus - sowohl der Mutter als auch der Rapid Anhänger. Wann werden die Österreicher (nicht nur die Wiener - Rassismus gibt's sonstwo in Österreich auch) lernen daß Menschen Menschen sind, unabhängig von Hautfarbe, Sprache oder Kultur? Behinderung ist kein Grund Rassist zu sein - ich kenne behinderte Kinder die alle Menschen unabhängig von Kultur, Religion, etc. akzeptieren. Wenn es geduldet wird Türken zu schlagen sind wir wieder im 3. Reich gelandet - eine Menschengruppe wird aufgrund ihrer Religion Freiwild. Wollen Sie das?
Das ist doch schon ein Hoffnungszeichen. Dass ein vielleicht sogar behindertes Kleinkind sich nicht ordnungsgemäß verhält, sollte eigentlich keine Schlagzeile wert sein - das pöbelhafte, fremdenfeindliche Verhalten der Mutter (der man immerhin zugute halten kann, löwinnenhaft ihre Nachkommenschaft zu verteidigen) und der Rapidler schon eher, wäre es nicht zu alltäglich. Die Reaktion der türkischen Dame scheint hingegen vorbildlich zurückhaltend. Wie ist die Geschichte aus- und weitergegangen? Wer ist wann ausgestiegen etc.?
Und was soll mit diesem Artikel ausgesagt werden?
Dass sich ein behindertes Kind nicht zu benehmen weiß? Dass es Proleten gibt? Hüben wie drüben (ethnisch gesehen)?
Wie würde wohl in diesem Forum ein Bericht ankommen über den siebenjährigen Sohn einer katholischen Religionslehrerin, der aufgrund seiner Aussage: "Den Allah gibt es nicht." von türkischen Schulkollegen verprügelt wurde?!
Fazit: Schlechte Manieren gibt es überall.
Also ich begreife nicht wieso man seinem Kind schlechte Manieren durchgehen lässt.
Ich würde dem Kleinen erklären, dass er andere Leute - egal ob Kopftuchträgerin oder nicht - einfach nicht schlagen darf.
Und wenn er tobsüchtig wird, dann darf er halt nicht dort sitzen oder stehen wo er auf andere Leute einprügeln kann.
Bei der Frau würde ich mich entschuldigen.
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