
STANDARD: Wurde der Frauenanteil dadurch gesteigert?
König: Ja. Die Beteiligungen von Forscherinnen an den neuen Programmen und Projekten liegt bei uns bei rund 50 Prozent. Unter den Projektleiterinnen, das ist das eigentlich Entscheidende, haben wir vielfach einen Frauenanteil von mehr als 40 Prozent und damit sogar das EU-Ziel überschritten.
STANDARD: Was oder wer hindert Frauen konkret an einer wissenschaftlichen Karriere?
König: Es gibt ein Bündel von Gründen: Für eine wissenschaftliche Karriere ist immer noch wichtig, dass man ständig verfügbar ist, sehr flexibel arbeiten kann. Aber Frauen sind immer noch für die Kinderbetreuung und Haushaltsarbeit zuständig. Frauen haben an der Uni oder anderen Instituten sehr wenig Möglichkeiten sich zu profilieren. Männer besetzen mit Männern. Den Frauen fehlen noch die Netzwerke.
STANDARD: Talentierte Frauen, die Karriere machen wollen, stoßen im Wissenschaftsbetrieb an die "gläserne Decke" - wer ist dafür verantwortlich?
König: Das Zusammenwirken von Strukturen, die Ungleichheit erzeugen, begünstigen oder verstärken. Institutionelle Kulturen, Abläufe, wissenschaftliche Traditionen. Fehlende Sensibilität, Verteidigung von Revieren. Wichtig ist hier Gender-Mainstreaming und Frauenförderung als zwei Seiten einer Medaille zu begreifen, die zusammenwirken müssen. Gender-Mainstreaming setzt an Strukturen an, Frauenförderung individuell in bestimmten Bereichen.
STANDARD: Welche strukturellen Veränderungen sind vorrangig?
König: In den Gremien, die über Forschungspolitik, Forschungsförderung und die Forschungsagenda entscheiden, muss der Männer-Frauen-Anteil ausbalanciert sein, Personen mit Genderkompetenz müssen in die Gremien. Es sollte letztlich für Männer normaler werden, sich um ihre Kinder und auch um den Haushalt zu kümmern. (jub/DER STANDARD, Printausgabe 17.05.2006)
aber ich kenne inzwischen eigentlich nur einen einzigen Mann, der Hardliner-Feminist zu sein scheint. Die Netzwerke der Frauen bestehen ja mehr aus Männern als aus Frauen. Was ändert sich da durch GM? Dass sich Frauen die Visitkarten der benutzen Männer überlassen?
die netzwerk-symbolik halt' ich für ziemlich unglücklich. oder soll' ich sagen "typisch weiblich"? selbstgestrickt, geklöppelt, vernetzt, alles flach und eben, auf dass nur ja keine herausrage!
und die großen zwischenräume sind ideal für die, die sie zum durchkraxeln und nach oben hanteln mittels "seilschaften" verwenden können...
Was nie gefordert wird ist ein 50-Prozent-Anteil an den (gut bezahlten) (Risiko)Berufen der unteren Prestigeskala.
Die WHO hat eine Liste mit so genannten Todesberufen erhoben wobei von den 25 genannten Berufen 24 nahezu ausschließlich von Männern ausgeübt werden. Bei Minenarbeitern, am Hochofen, Gerüstbauern, Berufssoldaten, in den Industrieberufen findet man kaum Frauen. Zudem kommen bei Arbeitsunfällen in Industrieberufen auf 12 tote Männer eine tote Frau.
Frau hat auch gefährliche Berufe zu ergreiften, sich die Hände (wirklich) schmutzig zu machen und auch das eigene Leben einzusetzen.
Durch den "Gläsernen Fußboden" in den Keller will frau nicht, da ist es zu gefährlich. Mit dem Lift nach oben gefahren zu werden schon.
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