Den Frauen fehlen die Netzwerke

von Redaktion  |  16. Mai 2006, 19:57
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Die Sozialwissenschafterin Ilse König in einem STANDARD-Interview über Gender-Mainstreaming

STANDARD: Wie müssen die Gender-Mainstreaming-Programme gestaltet sein?
König: Ganz wichtig ist, zu Beginn klar zu äußern, dass bei eingereichten Projekten auf Genderrelevanz geachtet wird. In der Bewertung ist Gender ein Kriterium. Es gibt dafür Zusatzpunkte, die in die Bewertung der wissenschaftlichen Qualität einfließen.

STANDARD: Wurde der Frauenanteil dadurch gesteigert?
König: Ja. Die Beteiligungen von Forscherinnen an den neuen Programmen und Projekten liegt bei uns bei rund 50 Prozent. Unter den Projektleiterinnen, das ist das eigentlich Entscheidende, haben wir vielfach einen Frauenanteil von mehr als 40 Prozent und damit sogar das EU-Ziel überschritten.

STANDARD: Was oder wer hindert Frauen konkret an einer wissenschaftlichen Karriere?
König: Es gibt ein Bündel von Gründen: Für eine wissenschaftliche Karriere ist immer noch wichtig, dass man ständig verfügbar ist, sehr flexibel arbeiten kann. Aber Frauen sind immer noch für die Kinderbetreuung und Haushaltsarbeit zuständig. Frauen haben an der Uni oder anderen Instituten sehr wenig Möglichkeiten sich zu profilieren. Männer besetzen mit Männern. Den Frauen fehlen noch die Netzwerke.

STANDARD: Talentierte Frauen, die Karriere machen wollen, stoßen im Wissenschaftsbetrieb an die "gläserne Decke" - wer ist dafür verantwortlich?
König: Das Zusammenwirken von Strukturen, die Ungleichheit erzeugen, begünstigen oder verstärken. Institutionelle Kulturen, Abläufe, wissenschaftliche Traditionen. Fehlende Sensibilität, Verteidigung von Revieren. Wichtig ist hier Gender-Mainstreaming und Frauenförderung als zwei Seiten einer Medaille zu begreifen, die zusammenwirken müssen. Gender-Mainstreaming setzt an Strukturen an, Frauenförderung individuell in bestimmten Bereichen.

STANDARD: Welche strukturellen Veränderungen sind vorrangig?
König: In den Gremien, die über Forschungspolitik, Forschungsförderung und die Forschungsagenda entscheiden, muss der Männer-Frauen-Anteil ausbalanciert sein, Personen mit Genderkompetenz müssen in die Gremien. Es sollte letztlich für Männer normaler werden, sich um ihre Kinder und auch um den Haushalt zu kümmern. (jub/DER STANDARD, Printausgabe 17.05.2006)

Ilse König (57) ist Sozialwissenschafterin, sie promovierte an der Universität Innsbruck. Sie war Mitarbeiterin am Institut für Konfliktforschung in Wien, bereitete das Nationalkomitee zur Weltfrauenkonferenz vor und leitet seit 1998 die Abteilung Gesellschafts-Wissenschaften im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
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14 Postings
Highway
24.05.2006 09:02

"Gender Mainstreaming" ist angewandte Kaderpolitik der feministischen Lobby. Die Netzwer-Metapher passt schon.

Frau Tunichtgut
24.05.2006 13:19
Mag sein,

aber ich kenne inzwischen eigentlich nur einen einzigen Mann, der Hardliner-Feminist zu sein scheint. Die Netzwerke der Frauen bestehen ja mehr aus Männern als aus Frauen. Was ändert sich da durch GM? Dass sich Frauen die Visitkarten der benutzen Männer überlassen?

lisi meier
18.05.2006 17:52
"netzwerke" und "seilschaften"

die netzwerk-symbolik halt' ich für ziemlich unglücklich. oder soll' ich sagen "typisch weiblich"? selbstgestrickt, geklöppelt, vernetzt, alles flach und eben, auf dass nur ja keine herausrage!
und die großen zwischenräume sind ideal für die, die sie zum durchkraxeln und nach oben hanteln mittels "seilschaften" verwenden können...

juliush
18.05.2006 10:48
Auch schade ums Steuergeld.

Kill R. Argument
17.05.2006 18:22
Frauen und keine Netzwerke besitzen...

... da lachen ja die Hühner!

Ich hoffe dass für diese Aussagen niemand etwas bezahlt hat. Das Geld wäre verschwendet.

bor
17.05.2006 17:03
"Gläsern" sind auch die Fussböden zum Keller. Darunter finden sich aber (fast) nur Männer.


Was nie gefordert wird ist ein 50-Prozent-Anteil an den (gut bezahlten) (Risiko)Berufen der unteren Prestigeskala.

Die WHO hat eine Liste mit so genannten Todesberufen erhoben wobei von den 25 genannten Berufen 24 nahezu ausschließlich von Männern ausgeübt werden. Bei Minenarbeitern, am Hochofen, Gerüstbauern, Berufssoldaten, in den Industrieberufen findet man kaum Frauen. Zudem kommen bei Arbeitsunfällen in Industrieberufen auf 12 tote Männer eine tote Frau.

Frau hat auch gefährliche Berufe zu ergreiften, sich die Hände (wirklich) schmutzig zu machen und auch das eigene Leben einzusetzen.

Durch den "Gläsernen Fußboden" in den Keller will frau nicht, da ist es zu gefährlich. Mit dem Lift nach oben gefahren zu werden schon.

Lectrice
18.05.2006 22:37

Wie oft haben Sie vor dieses Posting noch zu kopieren??? Es vergammelt nämlich schön langsam.

bor
18.05.2006 22:55

Bis wir 50:50 haben?

das böse Binnen-I
18.05.2006 13:54
Ja,ja.

Sie schreiben immer das Gleiche. Kenn ma schon. Interessant nur, wie Sie so viel Zeit vorm Computer verbringen können, da Sie ja offensichtlich den ganzen Tag am Hochofen, am Gerüst oder an der Front stehen...

bor
21.06.2006 08:12

Und für die Kinder habe ich auch noch Zeit!

Herr Franz, Kellner iR
17.05.2006 16:36
ich fände

netzstrümpfe auch nicht übel, wenns mit den netzwerken nix wird.

Lectrice
18.05.2006 22:41

Na dann nix wie rein in die Netzstrümpfe Herr Franz (nachdem Sie NUR Kellner sind) - vergessen Sie nur nicht sich vorher die Beine zu rasieren. Sie wissen ja Netzstrümpfe und Haare vertragen sich optisch nicht so gut........... ;-)

Harper Lee Kingsley
17.05.2006 22:53

und ihre aussage wäre..?

Tilla Närrin
18.05.2006 14:29
Sozialwissenschafterin?

Wie das da steht, meint man fast, das wäre was.

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