Sprachkurse für Frauen in der Moschee

von Redaktion  |  17. Mai 2006, 10:52

Leiterin der Integrationsabteilung sieht Ursache für Bildungsproblem in ländlicher Herkunft

Wien - Von "den Muslimen" will Ursula Struppe gar nicht sprechen. Schon allein deshalb hat die Leiterin der Abteilung für Integration im Wiener Magistrat Zweifel an der Studie des Innenministeriums, in der Integration von MuslimInnen angezweifelt wird: "Ich kenne die Studie nicht, halte das aber für problematisch, wenn bestimmte Migrantengruppen extra herausgegriffen werden." Genau davor warne auch ein Handbuch der EU-Kommission zur Integration.

Abgesehen davon ist für Struppe Integration nicht nur eine Bringschuld von MigrantInnen: "Wenn Menschen, die schon lange in Österreich leben, das Gefühl bekommen, dass es besser wäre, sie wären nicht da, dann fördert das den Rückzug. In Österreich wurden die Hürden für die Staatsbürgerschaft ständig erhöht - das bleibt nicht ohne Folgen. Da müssen aber beide Seiten daran arbeiten."

Prinzipiell ist die Bereitschaft, die Staatsbürgerschaft anzunehmen, ein Parameter, an dem die Integrationsbereitschaft gemessen werden kann. Ein anderes Kriterium ist laut Struppe das Bildungsniveau. Gerade das sei unter den in Wien lebenden MuslimInnen sehr unterschiedlich: "Iranische Zuwanderer sind hoch gebildet. Bei Migranten aus der Türkei hingegen ist die Bildungsbereitschaft gering. Das liegt auch daran, dass Zuwanderung aus der Türkei aus solchen ländlichen Regionen erfolgte, wo fünf Jahre Schule der Standard waren."

Geringes Bildungsniveau zieht eine Reihe von weiteren Nachteilen nach sich: geringere Bezahlung, höheres Risiko auf Arbeitslosigkeit. Andererseits garantiert Bildung auch nicht Aufstieg: Laut einer Studie des Zentrums für Soziale Innovation sind 44 Prozent der MigrantInnen in Österreich für ihre Jobs überqualifiziert.

Integration durch Job

Generell ist die Teilnahme am Arbeitsmarkt auch ein international anerkanntes Integrationskriterium. Und dabei ist für Struppe schon eines klar: "Die Erwerbsbeteiligung von Frauen mit Migrationshintergrund ist niedriger. Damit geht natürlich auch Isolation einher. Auch deshalb sind Frauen ein massiver Schwerpunkt bei unseren Sprachkursen."

Wobei Struppe darauf setzt, Frauen zu erreichen, die länger in Österreich leben - aber in einer Parallelwelt, in der sie nicht Deutsch lernen und nicht von selbst in Sprachkurse gehen. Daher fahren Mitarbeiter vormittags, wenn Frauen in Moscheen sind, dorthin und bieten Sprach-und Alphabetisierungskurse an. Oder versuchen, die Frauen in Schulen und Kindergärten, wenn sie ihre Kinder hinbringen, zu erreichen.

Ob Struppe eine Diskussion über Integrationsbereitschaft prinzipiell für notwendig hält? - "Das Thema Integration verdient viel größere Aufmerksamkeit." Andererseits will sie auch nicht dramatisieren: "Ich sehe Handlungsbedarf - aber keine unmittelbare Gefahr." (DER STANDARD, Printausgabe 17.05.2006)

Von Eva Linsinger
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johann potakowskyj  
19.05.2006 13:32
integration ist auch bringschuld österreichs

da stimme ich schon überein und natürlich sind sprachkurse in moscheen zu begrüssen, vor allem wenn das initiativen der glaubensgemeinschaft selbst sind. (ansonst würde es ja der gleichbehandlung von migranten widersprechen :))))

aber eigentlich finde ich sonderstellungen von minderheiten gar nicht abwegig, wenn das dem vorteil der migranten dient. manche brauchen halt mehr hilfe, sich in unserem land zurechzufinden andere eben weniger.

und die hilfe sollte über deutschkurse hinausgehen. z.b. muss man auch erklären, dass in einer demokratie jeder seine eigene ehre besitzt und es keine schande für eine familie oder einen clan ist, wenn eine person aus der reihe tanzt - aber das ist nur ein beispiel.

mfg
johann potakowskyj

charles darwin
17.05.2006 22:37
Hartwig Erlacher
17.05.2006 20:38
der Ärger hat erst angefangen, als irgendwelche

Wahnsinnspoltiker, besonders Grüne und pc-korrekte angefangen haben, den Familienzuzug als das wahre hinzustellen.

Davor waren nämlich die sog. Gastarbeiter alleine hier, haben die Familien besucht oder auch nicht und es hat keinen Integrationsbedarf gegeben,

jetzt gibt es einen, weil genau die gekommen sind und die Kinder produziert haben, die jetzt den Integrationsbedarf erzeugen.

Dazu sind dann noch die Kriegsflüchtlinge gekommen, die nie mehr zurück sind, obwohl von der Politik versprochen.

Ja, und jetzt haben wir das Problem.

Vorschlag: jeder Grüne nimmt ein, zwei Familien ohne Staatszuschuss bei sich auf und integriert sie.

woessman 
17.05.2006 18:40
"Iranische Zuwanderer sind hoch gebildet. Bei Migranten aus der Türkei hingegen ist die Bildungsbereitschaft gering"

ich kenne frau Struppe nicht, halte das aber für problematisch, wenn bestimmte migrantengruppen extra herausgegriffen werden. genau davor warnt auch ein handbuch der EU-kommission zur integration.
mit pauschalisierungen ist niemandem gedient.

charles darwin
17.05.2006 17:24
von Iranern hat auch keiner gesprochen

die die ich kenne haben alle Uni-Abschluss (und sprechen PERFEKT Deutsch).

Schön, wenn es Deutschkurse in der Moschee gibt und schön, wenn die Männer die Fraun hingehen lassen, mal abwarten.

Es gibt viele türkische Männer, die panische Angst vor einer Gattin haben, die plötzlich mit der ö. Nachbarin kommunizieren kann, aufbegehrt und womöglich nicht mehr 1000% kuscht....

Thomas Felder
02.06.2006 12:09
wenn die Männer die Fraun hingehen lassen

stimmt so sehr oft nicht, es sind oft auch Frauen, die sich weigern.

johann potakowskyj  
19.05.2006 13:40
aus ländern

wo der pass zur aureise ein paar tausend euro kostet werden auch kaum massen an gastarbeitern kommen ... sondern eben hauptsächlich personen aus der oberschicht, die es sich leisten können.

was den iran betrifft, so sind manche mit förderprogrammen des schah nach österreich zum studium gekommen und dann nicht mehr zurückgekehrt - wofür man verständnis hat.

mfg
johann potakowskyj

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