Mutiges Eintreten

von Redaktion  |  13. Juni 2006, 07:00
  • Artikelbild: Bei der "Gleichheitsparade" in Warschau marschierten am Wochenende Tausende gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung. - Foto: APA/EPA/Tomasz Gzell
    Bei der "Gleichheitsparade" in Warschau marschierten am Wochenende Tausende gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung.

Kommentar: "Gleichheitsparade" erinnert daran, dass "Homophobie tötet" - Menschenrechte gehen uns alle an

Am Wochenende konnte die "Gleichheitsparade" in Warschau das erste Mal legal stattfinden - ein erster, kleiner Schritt in Richtung Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen und Transgender Personen in Polen. Zuvor hatte sich der damalige Bürgermeister und nunmehrige Staatspräsident Lech Kaczynski quergestellt und damit nicht nur die Versammlungsfreiheit unterbunden sondern auch homophoben Kräften im Lande Auftrieb gegeben.

Nach zahlreichen Verboten und gewalttätigen Vorfällen demonstrierten nun Tausende - darunter auch viele junge Familien - gegen Diskriminierung von homosexuellen Menschen im katholisch geprägten Polen. "Homophobie tötet" (so das Plakat an der Spitze des Demonstrationszuges) - das ist weltweit immer wieder und letztlich auch in Europa traurige Realität. Unterstützung vor Ort kam von vielen aus dem Ausland angereisten Sympathisantinnen und Sympathisanten, darunter auch die deutschen Grünen-Politiker/innen Claudia Roth, Renate Künast und Volker Beck.

Menschenrechte

Inzwischen sind die ersten der diesjährigen CSD- und Regenbogen-Paraden über die Bühne gegangen, um weltweit zu zeigen, dass es um lesbischwule Menschenrechte in vielen Ländern keineswegs rosig steht. In knapp 75 Staaten der Welt besteht noch ein Totalverbot einvernehmlicher homosexueller Handlungen unter Erwachsenen (zum Teil mit Todesstrafe als Folge) und in den anderen Staaten sind Lesben und Schwule und ihre Partnerschaften keineswegs Heterosexuellen gleichgestellt sondern werden zumeist benachteiligt. So demonstrierten vergangenes Wochenende zum Beispiel auch in Zürich rund 10.000 Homosexuelle und Transgender Personen für ihre volle gesellschaftliche Akzeptanz.

Einen weit reichenden Schritt hat die Nationalsynode der Schweizer Altkatholiken am Wochenende mit dem Bewusstsein, sich "weit aus dem Fenster zu lehnen", beschlossen. In Hinkunft kann homosexuellen Partnerschaften von der christkatholischen Kirche der Segen erteilt werden. Davon ist die katholische Amtskirche noch weit entfernt und von politischer Seite hat hierzulande ein schweigender Bundeskanzler schon lange die Fenster geschlossen ...

Mut

Die Menschen in Polen, die für Toleranz eintreten, sind mutig - das kann nicht genug betont werden. Sie stehen gewalttätigen Rechten, populistischen und rechtsklerikalen Politiker/innen gegenüber. Durchaus auch etwas ängstlich, wie manche Teilnehmer/innen der Parade Medienvertreter/innen erzählten, machen sie sich für Menschenrechte stark - in einem Land, in dem Bildungsminister Roman Giertych kürzlich einen Fortbildungsleiter wegen "Werbung" für Homosexualität entließ (es ging um die Verbreitung einer Broschüre des Europarates, eines Ratgebers für Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen von Jugendorganisationen), einem Land, in dem ein hochrangiges Mitglied der mitregierenden, nationalkatholischen Partei "Liga Polnischer Familien" nach Angaben eines britischen EU-Abgeordneten Prügel für lesbische und schwule Demonstrierende forderte.

Abgeordnete des Europäischen Parlaments werden immer wieder aktiv, wenn es um die Verletzung von Menschenrechten geht. So haben einige Abgeordnete im Mai gefordert, die Europäische Union möge Polen vor Homosexuellen-Feindlichkeit warnen. Trotz der nunmehr erfolgten Genehmigung der Demonstration in Warschau ist die EU aufgefordert, Signale zu setzen und vermehrt auf die rasche Umsetzung demokratischer Grundrechte in den Mitliedsländern zu achten, wenn den jeweiligen Politiker/innen der Wille dazu fehlt - denn wie Volker Beck richtig unterstrichen hat, ist es die Sache aller Europäer/innen. (dy)

13.06.2006
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15adu
13.06.2006 14:27

dass die türkise sich für sowas hergibt - okay. aber die grüne, die hat doch eh zwei prachtexemplare - verstehe ich nicht.

Lichtfreak
15.06.2006 12:53
Keine Ahnung hä?

Man gibt sich nicht für sowas hin, man ist Homosexuell oder eben nicht....

15adu
15.06.2006 13:18

für die demo, nicht für die homosexualität

woessman 
14.06.2006 00:04

verstehe Ihr posting nicht.
wer soll "die türkise" sein? etwa die bundesempörungsbeauftragte?

15adu
14.06.2006 15:09

nein, die mit dem türkischen shirt auf dem photo oben :)

UsThem
13.06.2006 15:19
Notstand? Sie Ärmster!

der schönste mann v. wien   
14.06.2006 17:41
machen Sie sich nichts draus. nicht alle männer...

...stehen auf riesent***en. so manchen bringt ein händchen voll, halbvoll nur vielleicht sogar, zur raserei!

15adu
13.06.2006 15:21

nein, für die türkise kann ich mich nicht begeistern

Nimue Sikra
14.06.2006 20:51

wenn die wüsste, dass sie von so einem prachtkerl verschmäht wird, wäre sie sicher schon in eine tiefe depression verfallen!

15adu
14.06.2006 21:09

das glaub ich nicht, sie hat ja ihre demo

Nimue Sikra
14.06.2006 21:22

na gehn's, so eine demo ist doch kein ersatz für ein g'standenes mannsbild, oder!?! ;-)

15adu
15.06.2006 02:16

aus meiner sicht kann ich ihnen da nur beipflichten, bei den heutigen dirndln bin ich mir da nicht mehr so sicher

reiner nutzwert
18.06.2006 11:30
du stehst...

...auf gstandene mannsbilder? ;-)

15adu
18.06.2006 12:11

kann ich für mich, aufgrund dieser, meiner sexuellen orientierung widersprechenden, aussage, nicht bestätigen. treffe allerdings die annahme einer derartigen präferenz der damenwelt.

Diona007
13.06.2006 10:48
...Volker Beck richtig unterstrichen hat, ist es die Sache aller Europäer/innen.

Also meine Sache ist es nicht. Was mich ein wenig nervt, ist eine Berichterstattung die so tut, als ob die Masse der Menschheit homosexuell wäre. Es sind weniger als 10%, was natürlich nicht bedeuten soll, dass diese <10% schlecht behandelt werden sollen.
Es muss allerdings auch gestattet sein, dass ich der Meinung bin Homosexualität ist nicht normal (=der Norm entsprechend).
Und jedem/jeder der/die einen kirchlichen Segen für eine homosexuelle Partnerschaft haben möchte, empfehle ich mal nachzulesen was in der Bibel über Homosexualität steht.
So, und jetzt haut mich mal Alle...

Rosa Stahl
14.06.2006 14:24

Ihren "Wunsch", Sie zu hauen kann ich nicht erfüllen. Sie haben nämlich recht.

woessman 
14.06.2006 00:06
"Und jedem/jeder der/die einen kirchlichen Segen für eine homosexuelle Partnerschaft haben möchte"

wer will denn das?
bringen Sie nicht berechtigte forderungen gegen diskriminierung bzw. gegen bedrohung gegen leib und leben mit unsinnigen erfindungen homophober zeitgenossen in zusammenhang!

RH84
13.06.2006 21:59

1) Wo tut eine Berichterstattung, als ob "die Masse" homosexuell wäre?
2) Was soll "die Masse"? Interessiert etwa Sie "die Masse" der Menschen und auf welchen Erdteilen sie wie und unter welchen Bedingungen sie leben?
3) Wer stellt "die Norm" auf? Der liebe Gott? Sie? Die ÖVP? Und bitte nicht Statistik sagen, die Statistik erfasst und wertet nicht - und kennt außerdem keinen Normbegriff
4) Was hat es für Konsequenzen, nicht "normal" zu sein? Keine? Dann ist diese Feststellung komplett sinnlos.

lugalbanda enkidu 
13.06.2006 16:56

na, wissen Sie, in der Bibel steht auch, daß man seine Tochter verkaufen darf. Und jetzt kommen Sie bitte nicht damit, daß das das AT ist, das ist auch in der Bibel.
Und was noch viel mehr zählt: Die Bibel ist ein Märchenbuch, und wenn ich sie anerkenne, dann muß ich quasi auch das große fliegende Spaghettimonster anerkennen...

h 90
15.06.2006 13:38

Sie beleidigen meine Religion.
Machens mir das Spaghettimonster nicht schlecht und vergleichen Sie es nicht mit solch Aberglauben wie Christentum.
Oh heiliges Spaghettimonster, Deine Nudeln seien unendlich......

lugalbanda enkidu 
29.06.2006 14:00

es tut mir leid, das ich war hier eher im sinne von man gemeint, da ich auch eine anhängerin des fliegenden spaghettimonsters bin...

scooby200179
13.06.2006 14:40

die Bibel ist (neben anderen religiösen Glaubenswerken) das am weitesten verbreitete Märchenbuch der Welt(geschichte) und wurde im übrigen von Menschen (= Männern) geschrieben und nicht von Gott oder seinem Sohn persönlich.

außerdem: wie sehr leben sie persönlich nach der Bibel, wenn sie hier schon auf diese verweisen? kein Sex vor der Ehe, innerhalb der Ehe nur zum Zwecke der Fortpflanzung, keine Onanie und so weiter und so fort.

hurchzua
13.06.2006 15:50
Man kann zum Christentum stehen wie man will.

Aber die Bibel als Märchenbuch zu bezeichnen, zeigt doch ziemliche Ignoranz. Wir reden hier vom einflussreichsten literarischen Werk der Geschichte.

Aussagen wie "kein Sex vor der Ehe, innerhalb der Ehe nur zum Zwecke der Fortpflanzung" finden sich SO übrigens nicht in der Bibel.

Nimue Sikra
14.06.2006 21:17

als märchenbuch würde ich die bibel auch nicht bezeichnen. kein märchen wurde und wird so dermaßen falsch, weil oftmals wortwörtlich, verstanden. meiner meinung nach kann man die inhalte der bibel nur unter berücksichtigung der kultur und lebensumstände ihrer verfasser interpretieren, weshalb sie sich auch oft nicht auf unsere heutige zeit übertragen lassen.
außerdem finde ich, dass viele katholische würdenträger weit davon entfernt sind, im sinne jesu zu handeln, der sich ja gerade um sog. "randgruppen" gekümmert hat.

h 90
14.06.2006 12:58

ja maerchenbuch ist viel zu aufwertend.
Maerchenbuecher sind zumeist wenigstens spanned, die Bibel ist langweiliger Stumpfsinn (was nicht heissen soll, dass alle Maerchenbuecher Stumpfsinn sind).
Ach ja einflussreicher Stumpfsinn.
Und es scheint doch fuer einige eine brauchbare Onanievorlage abzugeben.

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