Ein brennendes Problem

Redaktion, 8. August 2006, 19:41
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    foto: apa/dpa/rolf haid
    Chronische Harnwegsinfekte sind für Betroffene eine wahre Folter, viele können nicht mehr zur Arbeit gehen

Blasenentzündungen zählen zu einem der häufigsten Frauenleiden - Sie beeinträchtigen die Lebensqualität und können nachhaltig Schaden anrichten

Vor allem Frauen kennen das Gefühl, das meist aus heiterem Himmel über einen hereinbricht: gesteigerter Harndrang, mit jedem Mal heftiger werdende Schmerzen und sehr bald die Sicherheit, dass es eine Blasenentzündung ist. Viele haben das mehrere Male pro Jahr, die Erkrankung beeinträchtigt die Lebensqualität beträchtlich und kann im schlimmsten Fall zum "schmerzhaften Blasensyndrom" bis hin zur Schrumpfblase führen.

Langer Leidensweg

Durch die besondere Anatomie der Harnröhre bezüglich Lage und Länge sind Frauen besonders anfällig für bakterielle Harnwegsinfektionen. Oft beginnt ein jahrelanger Leidensweg mit einer so genannten unkomplizierten Zystitis (Harnblasenentzündung), die in den meisten Fällen durch das Bakterium Escherichia Coli ausgelöst wird und nicht optimal behandelt wurde. Die Folge: Immer wiederkehrende, so genannte rezidivierende Harnwegsinfekte, die dann ohne Vorwarnung mit heftigen Symptomen auftreten. Betroffene empfinden die Erkrankung als wahre Folter, die einen normalen Tagesablauf unmöglich macht und sogar in Arbeitsunfähigkeit resultieren kann.

Rasche Behandlung wichtig

Daher gilt: Bereits bei den ersten Anzeichen eines Blasenkatarrhs unbedingt eine ÄrztIn aufsuchen, der/die anhand von Harnstreifentests und Harnkultur eine eindeutige Diagnose stellen und ein geeignetes Antibiotikum verschreiben kann. "Vor allem Kinder und Männer, bei denen eine Infektion schnell ernste Ausmaße annehmen kann, gehören sofort in medizinische Behandlung", betont Primar Claus Riedl, Urologe im Thermenklinikum Baden.

Defekte Schleimhaut

Der auf Harnwegsinfekte spezialisierte Facharzt leitet derzeit eine internationale Studie über das so genannte "painful bladder syndrome" (schmerzhaftes Blasensyndrom), das durch chronische Schmerzen und gesteigerten Harndrang bei geringster Füllung der Harnblase gekennzeichnet ist und Betroffene bis zu 70-mal am Tag auf die Toilette drängt. Das Syndrom wird auch als Interstitielle Zystitis oder "therapierefraktäre Reizblase" bezeichnet, wenn ein therapieresistentes Krankheitsstadium erreicht wird, in dem Antibiotika und blasenberuhigende Medikamente versagen.

Mögliche Ursachen gibt es viele

Außer ständig wiederkehrenden Harnwegsinfekten zählen auch falsche Ernährung und übermäßiger Kaffeekonsum, häufige Kälteexposition, Stress und sexuell übertragbare Krankheiten zur Palette der möglichen Ursachen. Lange Zeit war der Entstehungsmechanismus des "painful bladder syndrome" unklar. Heute weiß man, dass aufgrund einer chronischen Schädigung der Schleimschicht auf der Blasenoberfläche Urin in die tieferen Gewebsschichten der Blasenwand eindringen kann und dort zu lokalen Reizungen der Nervenfasern führt. "Das erklärt, wieso schon geringe Urinmengen bei den Betroffenen einen starken Harndrang hervorrufen", erläutert Riedl. "Reflektorisch entsteht dann ein Spasmus der Schließ- und Beckenbodenmuskulatur mit beträchtlichen Unterleibsschmerzen, die nicht auf krampflösende Mittel ansprechen." Frauen mit diffusen Bauchschmerzen sollten also nicht nur auf Endometriose, sondern auch auf Reizdarmsyndrom untersucht werden.

Schwierige Diagnose

Problematisch ist, dass das Leiden nur selten exakt diagnostiziert wird. "Vor allem im Frühstadium versagen gängige Diagnoseverfahren wie Blasenspiegelung oder Biopsien", erläutert Riedl. Um eine Funktionsstörung der Blasenschleimhaut nachzuweisen, wendet er den modifizierten Kaliumtest an, bei dem mit Kochsalz- und Kalium-Lösung die maximale Füllkapazität der Harnblase gemessen wird. Unterscheiden sich die beiden Messwerte, kann davon ausgegangen werden, dass die physiologische Barriere zwischen Harn und Blasenwand defekt ist.

Therapie

Für Prognose und Therapie ist die Erkenntnis von großer Bedeutung , so Riedl: "Diese Störung zeigt ein frühes Krankheitsstadium, das sehr gut auf eine Therapie mit schleimhautschützenden Substanzen wie Hyaluronsäure anspricht." Hyaluronsäure, eine körpereigene Substanz, hat den Vorteil, dass eine einmalige Instillation (tropfenweise Injektion über Katheter) pro Woche ausreicht, um den gewünschten Schutzeffekt und Heilungsraten von bis zu 85 Prozent zu erzielen.

Nach langjährigem Bestehen des "painful bladder syndrome sind die Therapiemöglichkeiten allerdings einschränkt. Riedl: "In diesem Fall ist der Einsatz von effizienten Schmerzmitteln wie Opioiden angezeigt." Bisweilen bleibt nur noch die Entfernung der geschrumpften Harnblase als letzte Möglichkeit, um die Patientinnen von den Schmerzen zu befreien.

Sanfte Prophylaxe

So weit muss es nicht kommen. Um Harnwegsinfekten vorzubeugen, empfehlen ExpertInnen einfache hygienische Maßnahmen, eine ausreichende tägliche Flüssigkeitszufuhr, Scheidenzäpfchen zur Erhaltung der Vaginalflora und alte Hausmittel. Der Saft von Preiselbeeren beziehungsweise Cranberries (Moosbeeren) reduziert die Anfälligkeit für bakterielle Harnwegsinfekte, da die enthaltenen Anthocyane das Anhaften der Bakterien an der Blasenschleimhaut verhindern. Als weitere Propyhlaxe eignen sich Akupunktur, chinesische Spezialkräuter, Homöopathie sowie orale Immunstimulation mit rezeptpflichtigen Bakterienextrakten (z. B. Urovaxom®). (DER STANDARD, Printausgabe, Andrea Fallent, 7.8.2006)

beluga
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warum haben die betroffen meist eine weiß belegte zunge (mit roten inseln)

weil sie eine kälte im körper haben (schnee ist auch weiss). da durch kann es zu einer lokalen gegenreaktion, also hitze (wir würden sagen: ententzündlicher Prozeß) kommen.

will ich also die hitze bekämpfen, muß ich in diesem fall etwas gegen die kälte tun, also zb warmes temperaturansteigendes Fussbad (oder ev. Thermophor zu den Füßen)

das ganze soll aber angenehm sein, sonst hat man sich bei der zungendiagnose geirrt, die ja eigentlich Profis machen sollten.

Schönen Gruß von der TCM

PS: die roten Inseln auf der Zunge sind die Hitzereaktionen auf die Kälte.

wide awake
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22.11.2006, 20:32

hatte es vor vielen jahren, wirklich extrem, sehr schmerzhaft. eine dreiteilige impfung, die aus deutschland importiert wurde, wurde mir vom urologen empfohlen: seitdem keine einzige mehr gehabt. wissen wenige; war ein urologe in 8010 Graz, dr. reinhofer.

alle sanften methoden, trinken, homöopathie etc haben bei mir nicht mehr angeschlagen...

Scherzerl
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Ich kenne da ein gutes Buch vom Angela Kilmartin, Blasenentzündung ein Selbsthilfeleitfaden, ISBN: 3830431759
Wenn man sich ein bischen an die Tipps hält ist man das Leiden los.

Dorothea Zauner
 
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SUPER TIPP!!

Kürbiskern-Kapseln für Blase und Prostata mit Preiselbeerextrakt, Vit E und C vom Billa: seitdem keinen einzigen HWI mehr gehabt!

da schau
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sehr intelligent, sich mit solchen

"schreckensartikeln" hervorzutun. das erleichtert gleich das leben vieler frauen......

athene 2003
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26.10.2006, 23:16
blasenentzündung ist keine schreckenserkrankung

da gibt es wirklich schlimmeres. mir fehlt die anmerkung zum genetischen risiko. wenn es in der familie liegt, kann man vorbeugen. es kann nur dann gefährlich werden, wenn man es auf die leichte schulter nimmt. vor allem nicht zu unterschätzen, dass es bei einer nicht bleibt, wenn man die erste nicht richtig auskuriert, und wenn es eine schlimme ist, kann es an die nieren gehen.

snake
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"schreckensartikel"?

erinnert mich an jemanden, der keinen aids-test machen wollte, weil "ich habe so angst vor dem ergebnis!". scheuklappen schützen nicht vor gefahren, information aber schon.

Queen of Borg
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Schreckensartikel? Sie haben wohl noch keine Blasenentzündung erlebt... ich hatte vor nicht allzu langer Zeit vier davon in Folge, und es ist tatsächlich eine extrem schmerzhafte Sache.

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