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Diese Absurdität wird von anderen oft von genau umgekehrt erlebt. Es gab Zeiten, da wäre ich bereit gewesen, eine Scheinehe einzugehen, nur damit es aus ist mit dieser chronischen Rechtfertigungsposition... Es gibt auch mir zu denken, wenn das Single-Dasein als Übergangsform angesehen wird, das Alleinerzieherinnentum als besonders belastend. Was ist los mit mir, dass ich keine solchen Sehnsüchte habe? Kunst, Wissenschaft, Kommerz,... überall spielen sie die Hauptrolle. Habe ich aus einer Not eine Tugend gemacht? Leide ich gar an einem Mangel, weil ich einen Mangel nicht als Mangel spüre?
Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich meinem Kind eine Mann-Frau-Familie vorenthalte und ihm damit schade. Die Lebensform zwei Erwachsene, ein Kind, das ist nicht erstrebenswert für mich. Eine Erwachsene und ein Kind, das auch nicht, aber wegen meines Kindes in eine WG zu ziehen, das wäre mir dann doch zu viel.
Sex ist kein Thema für mich. Ohne Kind habe ich manchmal mit irgendwelchen Männern geschlafen, wohl meist, weil es "sich so ergeben hat". Die ganze Rederei über Sex ist mir fremd (fast so fremd wie Fußball oder Cluburlaub). Und auch da denke ich mir manchmal: Was ist los mit mir?
Freundinnen haben in meinem Leben eine große Rolle gespielt, vor allem in der Jugend bis in die frühen 30ern. Vielleicht habe ich in ihnen gesehen, was andere Frauen in ihren Männern sehen. Einige dieser Freundschaften sind auseinander gegangen, die meisten der Männer der Freundinnen wegen. Weil die Priorität nicht mehr gepasst hat für mich (und für sie).
Vor dem Alter fürchte ich mich sehr, auf eine Sache freue ich mich: Mit 80 fragt mich (offen oder verdeckt) dann niemand mehr, warum ich keinen Mann habe. Hoffentlich.
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