
Der Spot wirbt für die T-Mobile-Aktion Klax Xmas und steht unter dem Motto "Alles unter Kontrolle": "Mit Klax Xmas hast du alles im Griff". Er führt eine junge, weibliche aber recht graue Maus vor, die von ihrem adoleszenten Gegenüber mit externen Fortpflanzungsorganen zum Leben erweckt wird. Quasi. Irgendwie. Ferngesteuert halt. Übers Mobiltelefon, versteht sich. Weiblicher Wille ausgeschalten, nun muss der Dutt weg, denn Haare müssen wallen, mit wildem Schwung, Erotik pur, Teil eins. Finger an nun lasziv gewölbte rote Lippen, Erotik pur, Teil zwei. Hand nach einem Stapel Unterlagen greifen lassen, wie bei orgiastischen Seidenlaken-Spielen. Sex pur, Teil drei. Was hier noch klar fehlt? Brüste! Praktischerweise hat die junge Neo-Sexpuppe eine Bluse an. Ratsch. Der Push-Up zeigt Wirkung und Haut, der Mann an der Fernsteuerung freut sich. Einerseits sicher darüber, dass die Technik super ist, und andererseits, dass sie macht, was er will, auch wenn ihrem Gesichtsausdruck eine schlecht gespielte Perplexität, die zwischen Erschrockenheit und Abscheu schwankt, zu Grunde liegt. Und dass die Technik toll ist, freut er sich dann noch einmal, schließlich hat er die Strip-Show gespeichert und kann sie seinen Freunden zeigen, die sich auch ganz toll freuen. Diese Technik aber auch. Alles unter Kontrolle. Alles im Griff.
Sexuelle Gewalt
Eine der Leserinnen, die uns auf den Spot aufmerksam gemacht haben, konfrontierte T-Mobile in einem Schreiben mit ihren Bedenken: "[...]Ich finde (sexuelle) Gewalt gegen Frauen und infolge diesen Werbespot verabscheuenswert und vermute, dass nicht wenige andere SeherInnen ebenso denken. Ich erwarte mir, dass dieser Werbespot so rasch wie möglich abgesetzt wird und somit zumindest von Ihrer Seite sexuelle Nötigung nicht mehr als Kavaliersdelikt, über das man augenzwinkernd hinweg sieht, dargestellt wird [...]"
Der Mobilfunkbetreiber meinte im Antwortmail relativ schnippisch, dass im Spot "nichts von Gewalttätigkeit und Frauenfeindlichkeit" zu entdecken sei. In dem Spot "sehe man, dass ein Mann und eine Frau einfach das gleiche machen - in diesem Fall sich selbst die 'Kleider vom Leib reißen'."
Die redaktionelle Meinung hierzu: Wenn zwei das scheinbar Gleiche tun, ist es immer noch nicht dasselbe. So einen Spot dann auch noch zu rechtfertigen, versäuert die Angelegenheit umso mehr. You have officially been zitroniert, T-Mobile! (bto)
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derStandard.at/SMS: Nachrichten in Echtzeit auf Ihr Handy! ... etwas spät daherkommt:
als ich diese werbung zum ersten mal gesehn hab, war ich total schockiert.
für mich war das eine öffentlich gezeigte sexuelle nötigung. ich denke, menschen, die schon mal sexuell genötigt wurden mit einem "jetzt stell dich nicht so an", reagieren hier sensibler. wenn schon sex, dann lieber freiwillig. danke.
der blick der frau spricht doch 1000 (schauspieler)worte.
da fällt mir nur die "tolle" p*rnografische rubrik "forced org*sm" ein. anscheinend ist man noch immer breit der meinung, dass es nichts schlimmes ist, wenn frauen zu ihrem "glück" gezwungen werden.
und bei männern sowieso ("ein mann der zu sex gezwungen wird? kann ihm doch nichts schöneres passieren!")
mahlzeit.
damit hat er wohl sein ziel erreicht, der netzbetreiber wird sich freuen.
auch mtv, ("You have officially been zitroniert, T-Mobile!") deren slogans aus weniger niveauvollen sendungen einzig in den standard halten.
und die werbeagentur, weil ihre idee eine zündende war.
wenn es nur spots wie dieser wären, um den sich frauen sorgen müssten, was wäre das für eine heile welt. wenn alle frauen sich über etwas anderes sorgen machen würden, um generelleres, gesellschaftspolitischeres, persönlicheres, wenn frauen anfingen, selbst zu denken, nicht jede mode mitzumachen, sie selbst zu sein, und nicht jede kleinigkeit sofort zum elefanten zu machen, dann wäre mehr zeit für wirklich wichtiges.
sagt eine frau.
schlimmer als das 'fernsteuern' der dame finde ich persönlich, dass das alles dann per handyvideo weitergereicht wird. für mich heißt das: nicht nur erniedrigung ist ok, sondern auch deren multiplikation. hauptsache, dafür wird t-mob verwendet.
lässt mich meinen wechsel weg von t-mob nochmals als richtige entscheidung sehen.
der dreiundzwanzigste dezember sollte ein welttag sein:
"schach dem umgangsboykott".
der 23.12. ist der tag, wenn es ein wochentag ist, an dem eltern und großeltern zu den gerichten pilgern, um wenigstens zu den weihnachtsfeiertagen "umgang" mit ihren kindern und enkelkindern zu erhalten.
es gibt auch kinder, die in heimen "gehalten" werden.
paradebeispiel: schauboden. alles zum wohl der kinder. tatsächlich geht es vor allem um arbeitsplätze.
frauen wird unrecht getan, männern wird unrecht getan. religionsähnliche ideologien stürzen die menschen ins verderben, das war früher so, das ist heute so, ist aber kein naturgesetz.
http://www.karin-jaeckel-autorin.de/erwachsen... lesep.html
ist umgangsboykott ein kavaliersdelikt od. folter?
man muß nicht jedes problem teilen, nichteinmal verstehen um es als eines für andere wirksames zu respektieren.
ich habe mit kastrationsängsten kein problem, ich tät mich hüten über diese zu lästern und sie denen, die noch derart (wenn es jemals war) erzogen wurden.
das was Sie machen ist Probleme, die Sie nie haben werden, die Sie nicht verstehen (wollen) zu bagatellisieren und abzuwerten.
ist aber alles nicht nötig, sie könnten es mit einem *aha* und *wieso das* einfach stehen lassen...
wenn wir frauen solch dämliche werbung ertragen müssen, dann solltet ihr männer mit einer kritik (die auch nicht ganz unhinterfragenswert formuliert ist) ebenso leben können... und diese werbung ist auf best. männer zugeschnitten, auf deren bedürfniss!
ich muss ein geständnis machen: ich habe diese werbesendung kein einziges mal gesehen. immerhin hat sich die (überzogene) kritik als katalysator für diskussionen erwiesen. schauen sie sich das fernsehprogramm durch die brille eines mannes an. bei der werbung ist es wenigstens klar: achtung, vorsicht, manipulation - mehr oder weniger subtil. die ware muss verkauft werden. römerquelle führt selten zum liebesglück (schützt bestenfalls vor muskelkater, osteoporose und nierensteinen).
tag ein tag aus muss ich ertragen, dass männer in den diversen programmen mehr oder weniger subtil auf das reduziert werden, was in den revolverblättern steht oder in gewissen trivialromanen. entspricht das der lebensrealität? schadet das nicht allen männern?
und ja: das meinte ich: für bestimmte männer designed
eine frau, dei auf ihren körper reduziert hat, hat noch immer eine seele, gefühle, intelligenz, erfahrungen... das ganze was über das körperliche hinausgeht..
nur was hat ein mann, der eine frau auf das körperliche reduzieren muß?
und ich stimme mit Ihnen überein: die werbung ist eigentlich aufgrunde des männerbildes das da gezeigt wird latent männerfeindlich... nur warum gibt es keine protestwelle seitens der männer?
im sinne von "die karten auf den tisch" - es ist nicht zu bestreiten - politische gewalt geht in der regel von männern aus - kriege und so weiter. daran ändern auch wenig die negativen beispiele von rice, thatcher, victoria und wie sie alle heißen. die männer sind zu retten - mit dem hinweis auf den "historischen mangel an gelegenheit". oder nicht? was hat golda meir zum frieden im nahen osten beigetragen? ich habe es vergessen. im familienpolitischen bereiche werden bestimmte grausamkeiten von frauen verübt (prokop, haubner, prammer). - oft haben frauen die "helden" mitgewählt und haben mitprofitiert von den eroberungskriegen. hinter jedem erfolgreichen mann steht eine frau (hieß es einmal). haben sie gestreikt (bei kriegseintritt)?
ist selbstverständlich vorhanden... kann aber nicht mehr als ein teil davon sein...
auf der anderen seite ist viel von den gedankenschemata männlich geprägte bilder/ wertvorstellungen.... auch eine frau kommt da nicht immer aus der eigenen haut....
ich denk es ist immer ein wechselspiel aus eigener veranwtortzung und gesellschaftlicher wirkung.
"der winterschlaf der männer ist vorbei" - ein buchtitel.
"der winterschlaf der frauen ist vorbei" - noch zu schreiben.
was wünschen sich die frauen?
welt, national, individuell?
die intellektuellen und ideologen in den medien und den parteien schreiben und sprechen gerne von ihren schichtspezifischen problemen, oder von jenen, die sie individuell dafür halten. ist menschlich. was wissen wir schon von der tragik eines burgenländischen bauern?
die sind auch im aufwachen, denk ich, nur dass wir einen weiteren weg hinter uns haben, als *die männer* tendentiell. was ich meine ist, daß frauen sich vielen tätigkeitsfeldern widmen müssen, von erziehung, haushalt, beruf, altenpflege... wenn was passiert sind es öfters die frau, die das abdeckt.... (die herrlichen familien, die in einklang miteinander in eien richtung arbeiten seien ausgenommen) wir lernen mehr..... und kommen grad drauf, dass nicht nur wir, sondern auch die männer mit der situation aus guten gründen unzufrieden sind!
bevor sie eine Revolution anzetteln:
schauen, dass die Kinder versorgt sind, alle was zum Essen haben, warme Kleidung, Dach ueber dem Kopf, gute Ausbildung, medizinische Versorgung, Saubere Umgebung.
was Männer noch nebenbei erledigen muessen,
bevor sie eine Revolution anzetteln:
dass sie eine Frau haben, die sich um sie und ihre Kinder sorgt.....
man kann nicht immer nur problemfilme bringen, das ist schon klar, statt aufklärung (wirkliches interesse, erziehung zur frage) gibt es infotainment (anspruchsvoll, ästhetisch), auch "universum" gehört dazu (niemand wird überfordert), die bären spielen in den ötschergräben, soll sein, wenigstens wirkt das beruhigend, gefühle sind wichtig.
aber dieser schund ... auch im öffentlich-rechtlichen, diese nivellierung nach unten, dazu braucht es jahrelange gewöhnung, kinder sind viel interessierter (als die meisten erwachsenen).
eine konkrete forderung: keinerlei serien mit eingebauten lachern.
schluss mit gewalt, die nicht hinterfragt wird, mehr probleme aus dem wirklichen leben, kann/soll ja auch humorvoll sein (wie bei michael mittermaier).
"sie wünschen, wir spielen" - in bezug auf die "unterhaltungsindustrie".
wenn man einen menschen auf das reduziert, was sie sind (schlicht, aggressiv, lethargisch, egoistisch) oder manchmal sind, macht man sie schlechter.
es ist nicht schlecht, ab und zu einen film über gewalt zu bringen, wenn es um mehr geht als die oberfläche, als schablonen.
wo erfährt man schon, warum und wie ein mensch so geworden ist? da muss man lange suchen und warten. in diesem sinne handelt es sich um keine aufklärung sondern um "kaugummi fürs gehirn".
das buch ist das medium des erinnerns,
das fernsehen ist das medium des vergessens (zitat dietmar schönherr), zum glück, muss man manchmal sagen.
auch eine vereinfachung - es gibt prägende filme, augenöffner.
bisweilen werden männer auf ihr bankkonto reduziert.
warum gibt es keine protestwelle seitens der männer?
weil sie sich im winterschlaf befinden.
sie "wünschen", wir spielen.
auf allen sendern ist sie zu sehen - nicht unbedingt in der werbung - männergewalt. ab und zu ist es notwendig gewalt anzuwenden: im notfall.
in den medien geht es nicht um notfälle, es geht um dauerzustände. männer werden als unberechenbare, hormongesteuerte monster dargestellt. das haben sie nicht verdient, in der regel. die meisten sind in der lage - extreme stresssituationen und vorurteile ausgenommen - zu differenzieren. die meisten konflikte werden ohne größere gewalt gelöst. die "unterhaltungsindustrie" liefert ein zerrbild. in der feinstruktur: häufig gewalt.
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