Nachlese

Die vergessenen Frauen des Kinderdorfes

Redaktion, 11. Jänner 2007, 19:24
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    foto: der standard/karl hofer
    Hermann Gmeiner (ganz rechts) und einige Kinderdorf-Pionierinnen im Kinderdorf Imst. Maria Hofer (Vierte von links) ist 1997 im Alter von 84 Jahren gestorben.

"Da gibt es eine andere Geschichte, von Anfang an": Neues Buch von zwei Pädagoginnen widerspricht dem Hermann-Gmeiner-Mythos

Innsbruck - Die Geschichte der 1949 gegründeten SOS-Kinderdörfer ist eng mit der Person Hermann Gmeiners verbunden. In den letzten Jahren änderten sich die Aufgabenstellung und der Zugang zu seiner Geschichte. Nun haben die beiden Pädagoginnen Bettina Hofer und Christina Lienhart die Rolle von Frauen in der Gründungszeit untersucht. "Da gibt es eine andere Geschichte, von Anfang an", sagt Lienhart.

"Die Konstruktion des Hermann-Gmeiner-Gründungsmythos begann ab Mitte der 1950er-Jahre", schreiben die Autorinnen in ihrem Buch. Mit 15 Biografien widerlegen sie, dass Frauen im Kinderdorf auf die Mütter-Rolle allein reduziert gewesen wären.

Insgesamt hatten in den ersten Jahren elf Frauen eine leitende Funktion. Herausragend war die Bedeutung von Maria Hofer, die im Gründungsteam der Kinderdörfer als ausgebildete Fürsorgerin die einzige Fachkraft darstellte. Maria Hofer ließ sich ihr Erbe auszahlen und ermöglichte damit das erste Kinderdorf in Imst. Knapp zehn Jahre blieb sie in leitenden Funktionen, ehe sie dem Kinderdorf den Rücken kehrte und Tirol verließ.

Bei dieser von Hofer selbst nie kommentierten Entscheidung hatte vermutlich Gmeiners alleiniger Führungsanspruch eine entscheidende Rolle gespielt. Eine Zeitzeugin: "Sie wollte auf keinem Gedenkstein stehen, aber sie wollte klar sagen: Der Gmeiner hat das nicht alleine erfunden."

Eine bekannte gesellschaftliche Tendenz wirkte übrigens auch im Kinderdorf: "Sobald die Organisation entwickelt war und an Geltung und Honorierung anziehender wurden, sind die Leitungsstellen meist mit Männern (nach)besetzt worden", schreiben Hofer und Lienhart. (hs/DER STANDARD, Printausgabe 13.12.2006)

"Idealistisch und wagemutig - Pionierinnen im SOS-Kinderdorf" ist im Studienverlag (ISBN: 3-7065-4345-1, Euro 29,90) erschienen.
Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 43
1 2
helis bälls
01
13.12.2006, 19:43

die idee hätte schon von einer frau kommen können, aber umsetzen kanns anscheined nur der mann.
wie so oft- das erleb ich fast jeden tag hier(in der firma)

Rosa Stahl
01
14.12.2006, 12:55

Woran das wohl liegt? Vermutlich auch daran, dass Frauen ihre Ideen zum Nulltarif "verkaufen" und schon glücklich sind, wenn sie sehen, dass IHRE Idee umgesetzt wird. Lob und Geld kriegt dann wer anderer.

Black Widdow
10
28.12.2006, 08:29
"Woran das wohl liegt?"

Wahrscheinlich auch daran, dass Frauen nie gelernt haben, Netzwerke zu bilden, sondern nur drauf gedrillt wurden, sich immer als "Konkurrentinnen" zu sehen und sich so damit in den Rücken zu fallen und gegenseitig behindern.
Typisch Kinderdorfidee: Die Mütter sorgen demütig ud aufopfernd für meist ein Duzend Kinder und der männliche Leiter ist der übermächtige Vater aller.

muterl
03
13.12.2006, 06:49
ich finde es gut, dass es die kinderdörfer gibt

ich leiste immer wieder einen kleinen beitrag und freue mich als auslandsösterreicher über eine gute idee aus österreich
zum ausgleich für die schande die unsere weiblichen und männlichen politker täglich liefern (letzter fall: die dame mit den ausländerkindererlass)

ob der gute herrmann wirklich die idee allein hatte oder wie so viel andere maenner von den weiblichen kolleginnen und weggefährtinnen "abgeschrieben" hat, ist sicher eine interessante frage aber die überschrift sollte positv bleiben.

nicht mit gehässigem unterton: "widerspricht dem mythos" sondern "auch die kinderdorf-idee ist eine leistung von frauen" oder so ähnlich, stolz fröhlich und selbstbewusst !

Black Widdow
00
29.12.2006, 07:53
Mir hat diese Idee schon deswegen nie gefallen

weil eben - siehe obiges Posting - die Frauen in ihrer aufopfernden und devoten Mütterrolle zementiert wurden als demütige Dienerinnen und sich ein einzelner Mann als übermächtige Vaterfigur aufgespielt hat.
Ausserdem werden die betreffenden Kinder sehr sorgfältig ausgesucht, Schwierige und Problematische werden gar nicht genommen.

Delboy
00
13.12.2006, 14:51
kann mich dieser meldung nur anschliessen

~~~~!!
01
12.12.2006, 22:26

ist doch nichts neues. die maenner ernten anerkennung, ehre und finanzielle unterstuetzung, die frauen duerfen im hintergrund die ganze arbeit leisten.

Rosa Stahl
00
14.12.2006, 12:56

dürfen? Tja, warum tun sie es eigentlich, die Frauen. Niemand zwingt sie ihre Ideen abzuliefern wie ein Packel Dreck aus dem die Jungs dann einen Patzen Gold machen.

~~~~!!
00
14.12.2006, 14:14

fuer die umsetzung vieler ideen braucht es netzwerke und verbindungen zu wirtschaft und politik. davon waren (und sind) frauen vielfach ausgeschlossen. frau hofer lebte in einer zeit in der frau ohne die erlaubnis des holden goettergatten nicht einmal einen kredit aufnehmen durfte.
auf frauen wurde (und wird) gerne wie ein dummerchen herabgeschaut und anfragen/antraege von frauen werden eher abgelehnt. wahrscheinlich war es das geschlecht herman gmeiners, das ihm viel mehr gehoer verschafft hat als die ebenso eifrig engagierten frauen. einiges hat sich seit der zeit herman gmeiners gebessert, aber viele stereotypien und sozialen hemmschwellen hindern frauen nach wie vor an der gleichberechtigten teilnahme an der gesellschaft.

ero
00
13.12.2006, 08:54

Nicht immer und nicht überall, aber es ist gut, auch die Herstory zu kennen. Ich wusste das mit Frau Hofer zB auch nicht.

florus flagrantius
00
13.12.2006, 11:34
sie übertreiben wohl mit ihrer femalen orthographie

das binnen I würde sprünge machen

ero
00
13.12.2006, 12:19
Warum?

Das ist ein gebräuchlicher Begriff.

http://de.wikipedia.org/wiki/Frau... geschichte

Rosa Stahl
00
14.12.2006, 12:57

Nur weil es in Wikipedia steht ist es noch lange kein gebräuchlicher Begriff. Und auch wirklich gebräuchliche Begriffe können einfach Schwachsinn sein.

ero
00
15.12.2006, 13:12

Was Schwachsinn ist, ist doch eine Frage der persönlichen Bewertung, nicht?
Ich bin keine I-Tüpflerin einer geschlechterneutralen Sprache, aber "Herstory" ist für mich ein witziger und gelungener Hinweis darauf, dass Geschichte auch aus Sicht von Frauen für Frauen geschrieben werden kann. Das schließt die Mainstream-Geschichtsschreibung ja nicht aus.

ElisaHa
03
12.12.2006, 19:13
Wenig überraschend, oder?

pimp jur weiffordenextsentury
80
12.12.2006, 22:06
das ergebnis

weil eine bettina hofer über maria hofer (verwandte??) solche schlussfolgerungen anstellt??

fakt ist, dass die meisten einrichtungen von männern errichtet wurden (uno usw.), von diesen finanziert werden und wurden und von ihnen geleitet werden

Endlichdreißig
00
13.12.2006, 22:12

Ja. Und die zahlreichen Kinderdorfväter halten as Werkel am Laufen. Dream on.

pimp yourself
02
13.12.2006, 14:57
fakt ist auch,

dass sie ein troll sind.

pimp jur weiffordenextsentury
10
13.12.2006, 16:15
"fakt ist auch..."

dieses auch bedeutet, dass sie mir recht geben

ob ich ein troll bin oder nicht, das ist ihre subjektive vermutung und daher sehr fragwürdig ob sie stimmt

fire eater
03
13.12.2006, 19:54
ich fürchte, sie erkennen sarkasmus nicht einmal, wenn er ihnen ans bein pinkelt.

leider sind sie dann falsch hier.

pimp jur weiffordenextsentury
10
13.12.2006, 22:08
mit euch habe ich viel zu lachen

danke für die gratisunterhaltung zur späten stunde

du sprichst von sarkasmus, wissen sie überhaupt was das ist??

fire eater
00
14.12.2006, 08:43
ich möchte mir völlig ohne sarkasmus verbeten,

dass sie mich duzen, sie troll.

pimp jur weiffordenextsentury
10
14.12.2006, 14:37
warum so aufgebracht

und das beharrliche bestehen auf ein sie, ist ja auch nur ausdruck ihres minderwertigkeitskompexes anderen gegenüber

das unentbehrliche Handbuch
01
14.12.2006, 19:10
ach was, ein hobbypsychologe.

genau des hamma da noch gebraucht!

nikiki
01
13.12.2006, 11:03

ihnen ist schon klar dass gerade die UNO das jahr 1975 als das "Jahr der Frau" ausgerufen hat und gerade mal 4 jahre später die CEDAW unterschrieben hat?

das ist eine mit Rechtsverbindlichkeit ausgestattete Konvention gegen jede Form von Diskriminierung der Frau. Sie wurde in der Folge in vielen Mitgliedstaaten der UNO in die eigenen Rechtsordnungen aufgenommen und umgesetzt.

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