
"Die Konstruktion des Hermann-Gmeiner-Gründungsmythos begann ab Mitte der 1950er-Jahre", schreiben die Autorinnen in ihrem Buch. Mit 15 Biografien widerlegen sie, dass Frauen im Kinderdorf auf die Mütter-Rolle allein reduziert gewesen wären.
Insgesamt hatten in den ersten Jahren elf Frauen eine leitende Funktion. Herausragend war die Bedeutung von Maria Hofer, die im Gründungsteam der Kinderdörfer als ausgebildete Fürsorgerin die einzige Fachkraft darstellte. Maria Hofer ließ sich ihr Erbe auszahlen und ermöglichte damit das erste Kinderdorf in Imst. Knapp zehn Jahre blieb sie in leitenden Funktionen, ehe sie dem Kinderdorf den Rücken kehrte und Tirol verließ.
Bei dieser von Hofer selbst nie kommentierten Entscheidung hatte vermutlich Gmeiners alleiniger Führungsanspruch eine entscheidende Rolle gespielt. Eine Zeitzeugin: "Sie wollte auf keinem Gedenkstein stehen, aber sie wollte klar sagen: Der Gmeiner hat das nicht alleine erfunden."
Eine bekannte gesellschaftliche Tendenz wirkte übrigens auch im Kinderdorf: "Sobald die Organisation entwickelt war und an Geltung und Honorierung anziehender wurden, sind die Leitungsstellen meist mit Männern (nach)besetzt worden", schreiben Hofer und Lienhart. (hs/DER STANDARD, Printausgabe 13.12.2006)
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Wahrscheinlich auch daran, dass Frauen nie gelernt haben, Netzwerke zu bilden, sondern nur drauf gedrillt wurden, sich immer als "Konkurrentinnen" zu sehen und sich so damit in den Rücken zu fallen und gegenseitig behindern.
Typisch Kinderdorfidee: Die Mütter sorgen demütig ud aufopfernd für meist ein Duzend Kinder und der männliche Leiter ist der übermächtige Vater aller.
ich leiste immer wieder einen kleinen beitrag und freue mich als auslandsösterreicher über eine gute idee aus österreich
zum ausgleich für die schande die unsere weiblichen und männlichen politker täglich liefern (letzter fall: die dame mit den ausländerkindererlass)
ob der gute herrmann wirklich die idee allein hatte oder wie so viel andere maenner von den weiblichen kolleginnen und weggefährtinnen "abgeschrieben" hat, ist sicher eine interessante frage aber die überschrift sollte positv bleiben.
nicht mit gehässigem unterton: "widerspricht dem mythos" sondern "auch die kinderdorf-idee ist eine leistung von frauen" oder so ähnlich, stolz fröhlich und selbstbewusst !
weil eben - siehe obiges Posting - die Frauen in ihrer aufopfernden und devoten Mütterrolle zementiert wurden als demütige Dienerinnen und sich ein einzelner Mann als übermächtige Vaterfigur aufgespielt hat.
Ausserdem werden die betreffenden Kinder sehr sorgfältig ausgesucht, Schwierige und Problematische werden gar nicht genommen.
fuer die umsetzung vieler ideen braucht es netzwerke und verbindungen zu wirtschaft und politik. davon waren (und sind) frauen vielfach ausgeschlossen. frau hofer lebte in einer zeit in der frau ohne die erlaubnis des holden goettergatten nicht einmal einen kredit aufnehmen durfte.
auf frauen wurde (und wird) gerne wie ein dummerchen herabgeschaut und anfragen/antraege von frauen werden eher abgelehnt. wahrscheinlich war es das geschlecht herman gmeiners, das ihm viel mehr gehoer verschafft hat als die ebenso eifrig engagierten frauen. einiges hat sich seit der zeit herman gmeiners gebessert, aber viele stereotypien und sozialen hemmschwellen hindern frauen nach wie vor an der gleichberechtigten teilnahme an der gesellschaft.
Das ist ein gebräuchlicher Begriff.
http://de.wikipedia.org/wiki/Frau... geschichte
Was Schwachsinn ist, ist doch eine Frage der persönlichen Bewertung, nicht?
Ich bin keine I-Tüpflerin einer geschlechterneutralen Sprache, aber "Herstory" ist für mich ein witziger und gelungener Hinweis darauf, dass Geschichte auch aus Sicht von Frauen für Frauen geschrieben werden kann. Das schließt die Mainstream-Geschichtsschreibung ja nicht aus.
weil eine bettina hofer über maria hofer (verwandte??) solche schlussfolgerungen anstellt??
fakt ist, dass die meisten einrichtungen von männern errichtet wurden (uno usw.), von diesen finanziert werden und wurden und von ihnen geleitet werden
ihnen ist schon klar dass gerade die UNO das jahr 1975 als das "Jahr der Frau" ausgerufen hat und gerade mal 4 jahre später die CEDAW unterschrieben hat?
das ist eine mit Rechtsverbindlichkeit ausgestattete Konvention gegen jede Form von Diskriminierung der Frau. Sie wurde in der Folge in vielen Mitgliedstaaten der UNO in die eigenen Rechtsordnungen aufgenommen und umgesetzt.
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