"Berta – Bücher und Produkte" hat sich auf feministische und Lesben-Literatur spezialisiert
"Bücher von und für Frauen", insbesondere solche feministischer Ausrichtung, sowie "sonstige politische Themen" – so umreißt Geschäftsführerin Leni H. Kastl das Programm der neuen Buchhandlung, die "Berta – Verein zur Förderung und Verbreitung feministischer und politischer Inhalte" eröffnet hat. Sie konzentriert sich auf Literatur über Gender und Queer Theories, Frauengesundheit, (feministische) Ökonomie, "linke" Theorien, Leben mit Behinderungen, Migration und Rassismuskritik sowie Ökologie. Außerdem will die studierte Soziologin Kastl ein Kontrastprogramm zu den klassischen Bestsellerlisten bieten: "In diesen finden sich jeweils maximal ein oder zwei Bücher von Frauen. Wir möchten auf Autorinnen aus aller Welt, auch jene aus Ländern des Südens, aufmerksam machen."
Am umfangreichsten ist die Auswahl bislang bei Romanen, Sachbüchern, CDs und DVDs zum Thema Lesben. Vertreten sind auch Bücher über Künstlerinnen. Ebenfalls nicht fehlen darf eine Schiene "Feministische Spiritualität" – breit ausgelegt, wie Kastl erklärt: "Da stehen die 'Demokratischen AtheistInnen' neben den Christinnen und Matriarchatsforscherinnen." Schließlich kauft und verkauft "Berta" auch gebrauchte Bücher.
Bio und Transfair
Daneben führt die Buchhandlung auch einige Bio- und fair gehandelte Produkte – dazu passt ein eigenes Bio-Kochbuch-Sortiment –, außerdem Kunsthandwerk von Frauen, aktuell Keramikgeschirr. Zusätzlich organisiert sie Veranstaltungen, etwa Lesbenfilmabende, und kommt auf Wunsch mit Büchertischen auch zu anderen Organisationen. Die Homepage des Buchladens ist passenderweise beim feministischen Frauen-Portal www.wolfsmutter.com angesiedelt, das viele Buchrezensionen bietet.
Insgesamt deckt das Angebot in der Breite alle Bereiche ab, die man von einer Frauenbuchhandlung erwartet, der Umfang des Angebots ist allerdings noch recht schmal. Kastl betont, dass sich "Berta" im Aufbau befindet und der Nachfrage entsprechend laufend erweitert wird.
Lesemöglichkeiten
Das Geschäft ist barrierefrei gestaltet und bietet Sitz-Platz zum Lesen und Schmökern. Erschwerend sind allerdings Lage und Öffnungszeiten. Die Buchhandlung liegt einigermaßen am Stadtrand in der Siebenundvierzigergasse (Bezirk Gries), Nähe Triester Straße. Zur Lage führt Kastl ins Treffen, dass der Laden per Bus (Linie 39) aus der Innenstadt ebenso gut zu erreichen sei wie für "Auswärtige", die ohnehin eher am Wochenende in die Stadt kommen.
Offen hat sie nur Freitag und Samstag. Der Grund: "Berta" ist ein Kleinunternehmen, Kastl muss auch anderweitig Geld verdienen.
(Gerlinde Pölsler)