
Susanne Schaefer-Wiery ist seit April 2002 Leiterin des Polycollege.
Schaefer-Wiery: Die VHS kommen nahe an die Bürger heran. So gibt es fast in jedem Wiener Bezirk eine VHS-Zweigstelle. Bestimmte Menschen machen den Schritt zur Bildung nicht von sich aus, darum gehen wir auf sie zu. Wir bieten z. B. Deutschkurse in Moscheen an. Dazu versuchen wir, sozial verträgliche Preise anzubieten. Die Grundbedürfnisse der Menschen haben sich in den 120 Jahren nicht gravierend verändert, unser Auftrag blieb im Wesentlichen derselbe.
STANDARD: "Bildung für alle" war seit jeher Anspruch des Polycollege: Bringen Sie Handwerker, Hausfrauen und Hochschullehrer unter einen Hut?
Schaefer-Wiery: Ja, die bringen wir zusammen. Aber wie viele klassische Arbeiter gibt es heute noch? Das Ausbildungsniveau hat sich verschoben, das ist klar. Dennoch hat Österreich zu wenig Maturanten und Akademiker. Es ist nicht alles so perfekt, wie es oft dargestellt wird. Wir springen ein, wo man uns braucht, und das ist nicht nur bei Bildungsabschlüssen der Fall. Tatsache ist, dass Maturanten und Uni-Absolventen kaum praktisches Wissen mitbekommen. Und da sitzt unser Anspruch! Die reine, hehre Wissenschaft ist nicht unser Auftrag.
STANDARD: Welche Rolle spielen die VHS künftig? Der Trend geht weg vom Gemeinschaftslernen, hin zu neuen Medien ...
Schaefer-Wiery: Am Polycollege spielt E-Learning eine Rolle, aber nicht in dem Sinn, dass jeder daheim sitzt, wie es früher gedacht war. Das funktioniert kaum, weil Menschen direkten Kontakt brauchen! Man muss die Technik einsetzen, wo es Sinn macht, aber es wird nie so sein, dass man den PC einschaltet und plötzlich alles kann. Man kommt nicht um das echte Lernen herum.
STANDARD: Sie feiern 2007 ein persönliches Jubiläum: fünf Jahre Direktorin am Polycollege. Ihr vorläufiges Fazit?
Schaefer-Wiery: Wichtig war die Einführung des Qualitätsmanagements für unser Angebot. Zudem bin ich Geschäftsführerin von Polyfilm und dem Filmcasino. Die Trennung dieser Bereiche, die vollkommen aus dem Volkshochschulbetrieb genommen wurden - das war organisatorisch nicht leicht, aber sehr wichtig.
STANDARD: Auch das neue Filmcollege geht auf Ihre Kappe ...
Schaefer-Wiery: Ja, das wurde im Vorjahr gegründet, da bin ich auch stolz drauf. Die Anregung kam von außen, weil unsere geschäftlichen Grundlagen das anbieten. Ich denke, es ist uns gut gelungen - im Februar startet der zweite Jahrgang. Eine Herausforderung ist, dass aufgrund der Ausbildungsdauer - drei Jahre - ein Schulcharakter entsteht, was in der Erwachsenenbildung unüblich ist. Wir entschärfen das mit der Arbeit in Modulen.
STANDARD: Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
Schaefer-Wiery: Da steht vor allem unsere räumliche Erweiterung an: Wir eröffnen bald eine neue Filiale, und unser Werkstättenzentrum wird erweitert und näher am Hauptstandort angesiedelt.
STANDARD: Gibt es noch dieses klassische Männerbedürfnis nach handwerklicher Arbeit?
Schaefer-Wiery: Im Mittelpunkt steht das gehobene Kunsthandwerk, etwa das Vergolden und Restaurieren alter Möbel. Das hat definitiv eine Zukunft. Es ist ein Ausgleich zum Schreibtischjob, und es ist kein Zufall, dass man viele ehemalige Manager in diesen Kursen findet. Wir merken auch, dass beim Heimwerken die Frauen im Vormarsch sind. Die praktische Tipps, um verschiedene Dinge selbst zu erledigen. Denn Wohnen ist schließlich etwas Essenzielles. (Die Fragen stellte Bernhard Madlener, DER STANDARD, 27./28.1.2007)
Fast jede dritte Lehrerin arbeitet in einem Teilzeitmodell - "Ausgebrannt" sind vor allem ältere LehrerInnen
55 Prozent der BewerberInnen waren weiblich: Erfolgsquote mit 43 Prozent enttäuschend
Studie zeigt steigende Zahlen - Vorallem Frauen, MigrantInnen und junge Menschen betroffen
1,4 Millionen Frauen sorgen allein für ihre Kinder: 60 Prozent sind berufstätig, armutsgefährdet sind besonders Mütter von Kleinkindern
Drei geflohene Frauen alarmierten die Behörden - Gefangene mussten mehrere Jahre ohne Entlohung putzen
Katharina Günther wird neue Leiterin der Rechtsabteilung
Der Dessousriese Triumph verschiebt die Schließung seines Werkes in Hartberg und lässt 300 Frauen kurzarbeiten - Die Region hofft auf einen Lebensmittelhersteller, der bis zu 150 Jobs verspricht - Die Zeit drängt
Die Kriminalpsychologin Christina Rieder wurde mit der Aufklärung der Frauenmorde beauftragt
56 Prozent der österreichischen BewerberInnen waren Frauen, nur 43 Prozent bekommen Studienplatz
Gutachten der Gleichbehandlungskommission stellt Sachlage klar: Gleiche Leistungen seien unabhängig vom Geschlecht der KundInnen gleich zu behandeln
Vor 40 Jahren durften die ersten Frauen in Wien eine Straßenbahn führen - unter argwöhnischer Beobachtung ihrer Kollegen. Isolde Feiwikl ließ das kalt: "Ich hab mir gedacht: Was ein Mann kann, das kann ich auch."
Krankenstände durch Burn-Out und Co. werden mehr - Gründe dafür sieht Arbeitspsychologe in Doppelbelastung und den Anforderungen der "typischen" Frauenberufe
Brigitte Schmied, Präsidentin der österreichischen Aids-Gesellschaft, benötigt keine Panikmache um Aufmerksamkeit zu erlangen
Prinzip Freiwilligkeit: Gesetzlich bindende Auflage als "letztes Mittel"
Führungskräfte-Monitor zeigt beste Zukunftschancen für gut ausgebildete Frauen - Aktuell ist "gläserne Decke" aber noch deutlich sichtbar
Verhandlung endet mit Vergleich: Pharma-Riese finanziert zusätzlich Frauenförderprogramm
Novelle zum Gleichbehandlungsgesetz in Begutachtung: Heinisch-Hosek nimmt ab Jänner Großunternehmen in die Pflicht
"Allseits unbestrittene und höchst kompetente Frau an der Spitze einer der wichtigsten Abteilungen", so Generaldirektor Wrabetz
Frauen bekamen 610 Euro Entschädigung wegen Altersdiskriminierung - Steuerberatungskanzlei wollte jüngere Mitarbeiterin
Je niedriger das Ansehen eines Schultyps, desto weniger Männer: An Volks- und Sonderschulen beträgt Frauenanteil 90 Prozent
Flammender Protest gegen Lohnschere bleibt nicht nur symbolisch: Über 10.000 Euro verbrannt
Welche Auswirkungen hat die Fußball-WM auf die Arbeitsbedingungen von TextilarbeiterInnen? - Katharina Weßels fragte bei einer Gewerkschafterin nach
Frauenministerin präsentiert Aktionsplan zur Gleichstellung am Arbeitsmarkt: "Es braucht auch neue Männerbilder und weniger Rollenklischees"
Gehaltstransparenz als praktikabler Ansatz und wichtige Maßnahme gegen Benachteiligung - Gehaltsrechner eingefordert
Gezielte Frauenförderung: Im Herbst startet an der Johannes-Kepler-Universität in Linz ein Management- und Leadership-Universitätslehrgang ausschließlich für Frauen
Kurzfilme unter dem Motto "Fair Cut" können bis 13. September eingereicht werden
20 Stunden putzen pro Woche für 500 Euro im Monat ist der Alltag von Reinigungskräften in Österreich – Die Reinigungs-Branche ist ausgelagert, feminisiert und ethnisiert
"Wenn du eine der ihren bist, ist das plötzlich etwas anderes": Heidi Schröck aus Rust hat ihren Status als eine der wenigen Frauen in der österreichischen Weinbranche erfolgreich genutzt
Auszeichnung für weibliche Führungskraft
Frauenministerin will mit dem Vorurteil aufräumen, dass es nicht genügend hochqualifizierte Frauen gibt
Franchising: Gründerinnen sollen bei ihrem Weg in die Selbstständigkeit besser unterstützt werden
Eva Matt von der Gleichbehandlungskommission über die beschränkten Möglichkeiten der geplanten Einkommenstransparenz und über ungewollte Pensionskündigungen
Eindrücke von der Verleihung der "Spitzen Feder" an Ina Freudenschuß von dieStandard.at
Am Töchtertag wurden Mädchen zum Basteln animiert und zum Weg in die Forschung motiviert
Kostenlose Broschüren im Frauenreferat Vorarlberg zu beziehen
Die Studie der WU ist nun fertigestellt und steht zum Download bereit
Die Katholische Sozialakademie Österreichs bietet ab September einen Lehrgang zum Thema "Geld und Leben" an
Aufständische Pädagoginnen: Sie sind viele, sie sind laut - und jetzt auch im Internet
Für ein Institut der VOLKSBILDUNG finde ich die Kurse ganz einfach zu teuer. Gibt es für diese Bildungssparte keine Subvention? Mit einem Nettogehalt von ca. € 900 - 1000 sind Kurse mit € 150 ganz einfach zu teuer. Und eigentlich sollte diese Institution ja nicht das Freizeitvergnügen von Managern fördern, sondern die untere bis mittlere Bildungsschicht, die vom Elternhaus nicht eine entsprechende Ausbildung finanziert bekommen haben. Auch die Kosten für Studienberechtigungsprügungen, Sprachzertifikatslehrgängen etc. sind wesentlich zu teuer.
Insgesamt sind die Kurse zu teuer, so kosten z.B. in deutschen Volkshochschulen vergleichbare Sprachkurse (Bereich € 115 - 140,-) lediglich € 30,-.
Zum Glück gibt es die Bildungsgutscheine der Arbeiterkammer Wien (jährlich € 100,-), die aber leider nicht auf alle Kurse anwendbar sind.
K
Leider sind diese nicht auf alle Personen anwendbar.
Die Politik und die Medizin fordert immer lebenslanges lernen, ein Pensionist (soferne nicht Beamter) kann sich diese Kurse nicht leisten.
Und gerade Sprachkurse würde Demenzkrankheiten entgegenwirken. Abgesehen von der Lebensqualität.
...und wir sind der Vermittler" so stehts geschrieben im Programmheft des Polycollege. Eine sehr befremdliche Auslegung von Bildung - eine Volkshochschule die "Macht" vermittlen will (möglicherweise auch eine maßlose Selbstüberschätzung?!).
Gerade weil ich die Institution sehr schätze, ist mir dieser Zugang zuwider.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.