Opfer waren laut Staatsanwaltschaft hauptsächlich Prostituierte - In Russland verschwinden jährlich tausende Mädchen spurlos
Moskau - Ein Massengrab mit den Leichen von etwa 30
jungen Frauen ist im russischen Ural-Gebiet entdeckt worden. Viele
der Opfer im Alter zwischen 13 und 26 Jahren seien Prostituierte
gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft in der Stadt Jekaterinburg,
1.400 Kilometer östlich von Moskau, am Freitag mit. Die Polizei habe
eine Gruppe von acht Männern festgenommen. Die Behörden vermuten, dass
die in den Jahren 2002 bis 2005 verschwundenen Frauen sterben
mussten, weil sie Zeuginnen von anderen Verbrechen waren.
Verdächtige waren Bordell-Besitzer
Die Leichen der Mädchen seien über Jahre zu der abgelegenen Stelle
im Wald gebracht und nur notdürftig verscharrt worden. BewohnerInnen einer
Siedlung aus Wochenendhäusern seien von einem Hund zum Massengrab
geführt worden. Nach ersten Erkenntnissen betrieben die
tatverdächtigen Männer ein Bordell in der Stadt Nischni Tagil. Einer
der Kriminellen soll in den Dörfern der Umgebung Mädchen
falsche Versprechungen gemacht und sie dann zur Prostitution
gezwungen haben.
In Russland verschwinden jedes Jahr tausende junge
Frauen spurlos. Viele von ihnen brechen den Kontakt zu ihren oftmals
durch Alkohol oder Krankheiten zerrütteten Familien ab, um in Moskau
oder anderen Großstädten ihr Glück zu suchen. Ein Teil der jungen
Frauen gerät ob der schwierigen ökonomischen und sozialen Verhältnisse in die Fänge von MenschenhändlerInnen und wird zur
Prostitution in Europa oder in asiatischen Ländern gezwungen. (APA/dpa)