Die Heilkunst der Frauen

Redaktion, 10. Februar 2007, 12:00
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Sassa Marosis Kräuterbilderbuch widmet sich Kräutern für verschiedene Lebensphasen

Ein feines Kräuterbilderbuch für AnfängerInnen in der Heilkunst der Weisen Frauen hat Sassa Marosi – eine witzige, junge Wiener Apothekerin - geschrieben. Sie berichtet von schlauen Kräuterfrauen, unabhängigen, weisen Amazonengöttinnen, von klugen, umsichtigen Müttergöttinnen und bedeutenden Todesgöttinnen aus aller Frauen Länder. Von all den verschiedenen Göttinnen spannt Sassa Marosi einen Bogen zu den wirksamsten Frauenheilkräutern. Gesundheitstipps und Hinweise zu den verschiedenen Lebensphasen von Frauen und Mädchen ergänzen die alten Frauengeschichten.

Dieses prächtige Zusammenspiel aus Ritualen für die Liebe und das Leben, sinnlichen Räuchermischungen für verschiedenste Belange, reichhaltigen Teerezepten für alle Lebenslagen, alten und neuen Mythen und dem Wissen einer modernen Pharmazeutin, macht Lust auf die Wiederverzauberung der Frauenwelt. Ein schickes Layout mit kitschigen Göttinnenbildern und einigen Fotos der Kräuter runden dieses Frauen – und Mädchengeschichtenbuch ab. Ein Wehmutstropfen jedoch ist, dass zwei Bilder im Kapitel über die Schafgarbe eine andere Pflanze zeigen.

Am HERRschenden Christentum lässt Sassa Marosi kein gutes Haar. Berechtigterweise, schließlich wurde jede Menge – nicht nur medizinisches - Frauenwissen mit den Mitteln der sogenannten Hexenverfolgung von der katholischen Kirche am Beginn der Neuzeit (keineswegs im Mittelalter) vernichtet. Dafür erfreut Sassa Marosi uns mit dem heilenden, mythologischen und volkskundlichen Wissen über die Frauenkräuter und endet mit einer geistreichen Kurzbeschreibung der vielen Göttinnen.

Damiana, ein Frauenheilkraut aus Südamerika, ist übrigens keineswegs nach einem christlichen Heiligen benannt, sondern nach Damiana, einer Hirschgöttin aus dem Balkan. (Ruth Devime)

Sassa Marosi
Die Heilkunst der Frauen
Kräuter im Zyklus des Lebens
avBUCH - Österreichischer Agrarverlag, 2006
144 Seiten / 20,50 Euro
ISBN 3-7040-2173-3

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Sassas Hexenkuchl
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21 Postings
Kamillentee gegen Aortenriss

:)

naja soweit sollten wir uns schon einig sein,

dass die Kraeuter ja die Medizin unterstuetzen soll, bzw. die Bereiche ergaenzen soll, wo die Medizin einfach zu deppert ist.

Aortenriss gehoert ganz sicherlich nicht dazu aber vielleicht die Aufarbeitung des traumas durch den Schock nachher vielleicht.

Wieso sollte ein

naheliegenderweise erst nach der Entdeckung und Erforschung Amerikas benanntes amerikanisches Kraut unmittelbar, bewusst nach einer Hirschgöttin vom Balkan benannt werden? Mitten in der spanischsprachigen Welt gefunden, benannt von Menschen, die ganz sicher schon überhaupt nichts von einer Balkan-Hirschgöttin wussten. Die übliche Ableitung vom Apotherker- und Ärztepatron
Damian oder aber von Peter Damiani erscheint mir tausendfach plausibler. Dass die Vornamen Damian und Damiana ihrerseits einmal von einer Hirschgöttin abgeleitet wurden, das kann schon sein, kann ich nicht beurteilen. Dam- wie im Damhirsch (wenn der hier mitschwingt) stammt jedenfalls vom Lateinischen Damma (Antilope),die Römer haben ihn in Europa wieder heimisch gemacht.

Das ist doch bestimmt eine Form der alteuropäischen Muttergottheit. Zur Zeit des altsteinzeitlichen Matriarchats in ganz Europa verbreitet, vom patriarchalen, misogynen Christentum unterdrückt, wurde der Name von weisen Frauen und Lesben bis in die Neuzeit bewahrt. Nur von Frau zu Frau weitergegeben.
Sie lesen anscheinend nicht regelmässig dieStandard, sonst hätten Sie das sofort erkannt. ;-)

Ich hätte da auch noch eine Theorie.

Obwohl ich auch eher auf den Patron der Apotheker als Namensgeber tippe, kann ich nicht umher mir aus dem botanischen Namen Turnera Diffusa und aus meinen Fingern eine eigene zu saugen.

Aufgrund der berauschenden Wirkung haben die spanischen Männer diffuse Visionen der verschwommenen Bilder die William Turner einst malen wird vernommen.
Nichts mit der Hirschgöttin. Männliche Präkognition!

Wer übrigens Damiana googelt wird bald merken, dass es sich auch wirklich um ein ganz spezielles Frauenheilkraut handelt.
"Damiana wird jedoch auch bei Spermatorrhoe (Samenfluss ohne geschlechtliche Erregung) und Orchitis (Entzündung der Hoden) verschrieben."
Ich würde mal behaupten, es hat für alle Geschlechter was zu bieten.

Sagen Sie bloß, dass wir Frauen was von Männern mit Spermatorrhoe und Orchitis haben! Bei diesem Kraut hat die große Göttin dankenswerterweise auf Umwegrentabilität geachtet. :-)

Da haben Sie selbstverständlich völlig recht, aber ich gebe zu bedenken, dass ein entzündeter Hoden auch eine gewisse Entlastung der Frau darstellen kann. Vor allem in den unseligen Zeiten bevor es gscheite Verhüterlis gab.

Göttinnen und Muttergöttinnen also.

Hoffentlich wurden die anderen HERRschenden Religionen in denen die Mädels nicht gerade viel Einfluss haben und hatten auch erwähnt.

auweia ....

wundert mich, sowas hier zu finden. Sind traditionelle Fraueninteressen auf diestandard.at nicht fast sträflich verpönt?

Wo bleiben Berichte über weibliche Straßenkehrerinnen, weibliche Schweißerinnen und "Der kleine Dachdeckerinnen-Knigge"? Weibliche Glühbirneneinschrauberinnen (damit das die Damen im Haushalt endlich selber mal machen) ?

Ach, brauchen Sie ein Buch um zu lernen, wie man Glühbirnen einschraubt? Wir Frauen schaffen das generell auch ohne. :-)

Auf die Glühbirne gehen Sie ein, auf die Straßenkehrerin nicht.

Ah, hoppla, Sie sind es >30 ;-)

Na, warum die Standard keine Berichte über weibliche Straßenkehrerinnen bringt, frage ich mich auch. Im Prinzip deckt die Standard ein recht konventionelles Spektrum von "Frauenthemen" ab. Deshalb lese ich gerne "Emma", die gehen da mal auch etwas weiter. :-)

Es wird nicht gebracht, weil es zu diesem Thema so gar nichts zu berichten gibt. Nicht einmal hier!

Das gefällt mir

Eine Frau, die naturwissenschaftliche Pharmazie und "altes Frauenwissen" zu verbinden sucht.
Die Weisheit wird wohl darin liegen zu erkennen, wer wann einen Pharmahammer braucht und wann man es durchaus mit Tees und anderen Kräuterprodukten probieren kann. Sehr sympathisch.

Sie haben die Psychosomatosen exakt benannt.

Hä?

Das Thema gibt sicher was her. Dass mit Heilkräutern oftmals gute Erfolge erzielt werden können, steht heute ja außer Diskussion.

Aber warum muss man da wieder unzählige Göttinnen ins Spiel bringen? Mit diesem Esoterikquatsch verliert das Buch von vornherein an Glaubwürdigkeit. Leider.

Solange KatholikInnen und andere EsoterikerInnen besprochenes Wasser als "Weihwasser" und somit als Zaubermittel verkaufen und damit auch noch politisch einflussreich sind, dürfen kundige Frauen sich wohl auch auf Märchenfiguren wie Göttinnen berufen. Und wenn's Kitsch ist: das tut niemandem weh.

Es geht um einfache Anwendungen bewährter Mittel. Und wenn's Placebo ist? Was soll's? Das haben wir im Reich der synthetischen bunten Pillen doch auch zur Genüge :-)

doch es tut weh.

das lesen zu muessen.

kaufen Sie sich eine Brille, wenn Ihnen die Augen

beim Lesen weh tun.

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