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Dieses prächtige Zusammenspiel aus Ritualen für die Liebe und das Leben, sinnlichen Räuchermischungen für verschiedenste Belange, reichhaltigen Teerezepten für alle Lebenslagen, alten und neuen Mythen und dem Wissen einer modernen Pharmazeutin, macht Lust auf die Wiederverzauberung der Frauenwelt. Ein schickes Layout mit kitschigen Göttinnenbildern und einigen Fotos der Kräuter runden dieses Frauen – und Mädchengeschichtenbuch ab. Ein Wehmutstropfen jedoch ist, dass zwei Bilder im Kapitel über die Schafgarbe eine andere Pflanze zeigen.
Am HERRschenden Christentum lässt Sassa Marosi kein gutes Haar. Berechtigterweise, schließlich wurde jede Menge – nicht nur medizinisches - Frauenwissen mit den Mitteln der sogenannten Hexenverfolgung von der katholischen Kirche am Beginn der Neuzeit (keineswegs im Mittelalter) vernichtet. Dafür erfreut Sassa Marosi uns mit dem heilenden, mythologischen und volkskundlichen Wissen über die Frauenkräuter und endet mit einer geistreichen Kurzbeschreibung der vielen Göttinnen.
Damiana, ein Frauenheilkraut aus Südamerika, ist übrigens keineswegs nach einem christlichen Heiligen benannt, sondern nach Damiana, einer Hirschgöttin aus dem Balkan. (Ruth Devime)
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dass die Kraeuter ja die Medizin unterstuetzen soll, bzw. die Bereiche ergaenzen soll, wo die Medizin einfach zu deppert ist.
Aortenriss gehoert ganz sicherlich nicht dazu aber vielleicht die Aufarbeitung des traumas durch den Schock nachher vielleicht.
naheliegenderweise erst nach der Entdeckung und Erforschung Amerikas benanntes amerikanisches Kraut unmittelbar, bewusst nach einer Hirschgöttin vom Balkan benannt werden? Mitten in der spanischsprachigen Welt gefunden, benannt von Menschen, die ganz sicher schon überhaupt nichts von einer Balkan-Hirschgöttin wussten. Die übliche Ableitung vom Apotherker- und Ärztepatron
Damian oder aber von Peter Damiani erscheint mir tausendfach plausibler. Dass die Vornamen Damian und Damiana ihrerseits einmal von einer Hirschgöttin abgeleitet wurden, das kann schon sein, kann ich nicht beurteilen. Dam- wie im Damhirsch (wenn der hier mitschwingt) stammt jedenfalls vom Lateinischen Damma (Antilope),die Römer haben ihn in Europa wieder heimisch gemacht.
Das ist doch bestimmt eine Form der alteuropäischen Muttergottheit. Zur Zeit des altsteinzeitlichen Matriarchats in ganz Europa verbreitet, vom patriarchalen, misogynen Christentum unterdrückt, wurde der Name von weisen Frauen und Lesben bis in die Neuzeit bewahrt. Nur von Frau zu Frau weitergegeben.
Sie lesen anscheinend nicht regelmässig dieStandard, sonst hätten Sie das sofort erkannt. ;-)
Obwohl ich auch eher auf den Patron der Apotheker als Namensgeber tippe, kann ich nicht umher mir aus dem botanischen Namen Turnera Diffusa und aus meinen Fingern eine eigene zu saugen.
Aufgrund der berauschenden Wirkung haben die spanischen Männer diffuse Visionen der verschwommenen Bilder die William Turner einst malen wird vernommen.
Nichts mit der Hirschgöttin. Männliche Präkognition!
Wer übrigens Damiana googelt wird bald merken, dass es sich auch wirklich um ein ganz spezielles Frauenheilkraut handelt.
"Damiana wird jedoch auch bei Spermatorrhoe (Samenfluss ohne geschlechtliche Erregung) und Orchitis (Entzündung der Hoden) verschrieben."
Ich würde mal behaupten, es hat für alle Geschlechter was zu bieten.
wundert mich, sowas hier zu finden. Sind traditionelle Fraueninteressen auf diestandard.at nicht fast sträflich verpönt?
Wo bleiben Berichte über weibliche Straßenkehrerinnen, weibliche Schweißerinnen und "Der kleine Dachdeckerinnen-Knigge"? Weibliche Glühbirneneinschrauberinnen (damit das die Damen im Haushalt endlich selber mal machen) ?
Na, warum die Standard keine Berichte über weibliche Straßenkehrerinnen bringt, frage ich mich auch. Im Prinzip deckt die Standard ein recht konventionelles Spektrum von "Frauenthemen" ab. Deshalb lese ich gerne "Emma", die gehen da mal auch etwas weiter. :-)
Eine Frau, die naturwissenschaftliche Pharmazie und "altes Frauenwissen" zu verbinden sucht.
Die Weisheit wird wohl darin liegen zu erkennen, wer wann einen Pharmahammer braucht und wann man es durchaus mit Tees und anderen Kräuterprodukten probieren kann. Sehr sympathisch.
Das Thema gibt sicher was her. Dass mit Heilkräutern oftmals gute Erfolge erzielt werden können, steht heute ja außer Diskussion.
Aber warum muss man da wieder unzählige Göttinnen ins Spiel bringen? Mit diesem Esoterikquatsch verliert das Buch von vornherein an Glaubwürdigkeit. Leider.
Solange KatholikInnen und andere EsoterikerInnen besprochenes Wasser als "Weihwasser" und somit als Zaubermittel verkaufen und damit auch noch politisch einflussreich sind, dürfen kundige Frauen sich wohl auch auf Märchenfiguren wie Göttinnen berufen. Und wenn's Kitsch ist: das tut niemandem weh.
Es geht um einfache Anwendungen bewährter Mittel. Und wenn's Placebo ist? Was soll's? Das haben wir im Reich der synthetischen bunten Pillen doch auch zur Genüge :-)
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