Die schmutzige Frau

Redaktion, 28. Februar 2007, 07:00
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    foto: buchcover
    Claudia Redlhammer:
    "Die schmutzige Frau"
    KaMeRu Verlag 2006
    ISBN 3-906739-31-7
    Euro 16,95

Ein fiktiver Roman von Claudia Redlhammer, der auf irreal scheinenden, jedoch ganz und gar realen Geschichten basiert

Was gibt es Gemütlicheres als an einem Wochenende ein Buch auszulesen! Getrieben zu sein von der Spannung und nicht aufhören können. Diesmal war es anders. Spannend ja, gemütlich ganz und gar nicht. Denn die Spannung rührte an jenen Emotionen, die weh tun und Trauer hervor rufen.

Claudia Redlhammer erzählt die Geschichte der 48-jährigen Irene, die alles zu haben scheint: eine glänzende Karriere, ein schönes Haus, ein schnittiges Auto, genug Geld und Liebhaber en masse. Nach außen hin alles paletti. Alleine der reichliche Genuss an Alkohol und der sich steigernde "Verschleiß" an Männern könnte zu denken geben, dass sich hinter der erfolgreichen Fassade "etwas" verbirgt.

Der Zusammenstoß mit einem Unbekannten bringt dieses "Etwas" in Bewegung. Der über jahrzehnte versteinerte Schmerz bricht auf... Nach der Scheidung hatte Irene nach langem Zögern und einer inneren Not und Überforderung heraus ihre beiden Kinder dem Ex-Mann überlassen und im Lauf der Zeit durch dessen brutale Strategie der Entfremdung verloren. Obwohl sie jahrelang im mühseligen Kampf gegen Bürokratismen versucht hatte, wieder Zugang zu ihren Kindern zu erlangen, scheiterte sie.

Diese Geschichte, so dachte ich beim Lesen, besitzt Seltenheitswert. Auch wenn Teile davon real sein sollten, müsse es sich um einen Einzelfall handeln. So grausam kann eine Gesellschaft nicht sein. Doch wenn ich der Autorin Glauben schenke - und das tue ich nach der Lektüre unweigerlich - dann liegt hier leider etwas vor, dass häufiger passiert als denkbar scheint.

Claudia Redlhammer hat aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen, die das Gerüst für das Buch liefern, mit Menschen gesprochen, denen Ähnliches widerfahren ist. Die zu all den Schmerzen der Trennung von ihren Kindern, der Trauer, den Schuldgefühlen, den Gefühlen des totalen Versagens als Mutter (oder Vater) noch zusätzlich verzweifelt erkennen mussten, dass es keine gesetzliche Handhabe gibt, die ihnen nützlich sein könnte.

"Ich träume von der Änderung der Gesetze", schrieb mir Claudia Redlhammer in ihrem Brief, den sie dem Buch beigelegt hatte, und weiter: "Ein großer Traum? Mag sein. Doch jedes Wunder begann mit einem kleinen Funken. Vielleicht kann ich ja dieser Funke sein". (Dagmar Buchta)

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15 Postings
drikoli
00

Ein fiktiver Roman von Claudia Redlhammer, der auf irreal scheinenden, jedoch ganz und gar realen Geschichten basiert.

Das ist aber ganz wirr. Was ist denn ein Roman andes als fiktiv?? und was heißt auf "irreal scheinenden jedoch ganz realen..."

der schönste mann v. wien
 
07
28.2.2007, 14:18
wo bleibt die zitrone für den buchumschlag?

Kantinenessen
66
28.2.2007, 09:08
Bitte, das ist total unrealistisch!!!

Wie wir alle wissen, nehmen nur Mütter nur Vätern die Kinder weg, und zwar ständig.
Umgekehrt gibt es das nicht!!!

Igor Gassner
00
Gibt es aber immer in Verbindung

mit meist einer Krankheit der Frau oder einem Handicap dass die Möglichekeiten der Frau mindert sich zu wehren also so wie in dem Buch gibt es es sicher nicht da wird ein wichtiges Deteil verschiegen.

meist Manische Depression passt zum beschriebenen Inhalt des Buches.

Gerald Kofler
01
Es kann nicht sein, was nicht sein darf

Wer glaubt dass im (Privat-)Leben Ordnung herrscht oder Spielregeln, der ist noch nicht in der Wirklichkeit angekommen

stadtstreicher unterwegs
01
28.2.2007, 15:13
ja genau

und sarkasmus erkennt auf diesen seiten auch niemand! woher genau sollen sonst die ganzen roten donnerbalken kommen? von mir kriegen s grün, weil s offensichtlich in s schwarze getroffen haben!

María José
10
28.2.2007, 15:49

Ich fürchte, die meint das ernst. :-(

Übrigens wird hier schon wieder fleißig zen ziert!

Di Fazz
15
28.2.2007, 10:55

Mit einem Vater, der Frauen "verschleisst" und reichlich Alkohol trinkt hätten Sie sicher auch viel Mitleid, wenn ihm die Kinder von der Mutter entfremdet werden.

Aber wie wir alle wissen, besaufen sich ja nur Männer aus freien Stücken und nicht von der Gesellschaft getrieben.
Umgekehrt gibt es das nicht!!!

Rote Zecke
11
28.2.2007, 14:22
Bei einem Vater, der selbiges täte, wäre ja wiederum die böse, ihm die Kinder vorenthaltende Mutter daran schuld.

Siehe diverse Berichte über Sandler, die leider ihren Job verlieren und ihr gesamtes Hab und Gut haben versaufen müssen, weil die Ex so böse ist.

María José
01
28.2.2007, 19:24
Schön, dass wieder einmal jemand einsieht, dass das gegenseitige Aufrechnen von Leid zwischen den Geschlechtern rein gar nix bringt.

Den Vätern, welche von ihren Kindern ferngehalten werden, bringt es nämlich überhaupt nix, wenn auch einige Mütter von ihren Kindern isoliert werden und umgekehrt. Und beide Gruppen haben genau gar nix davon, wenn hier ein Wettbewerb veranstaltet wird, welches Geschlecht denn nun ärmer dran ist.

Der Versuch, die Gefühle&Ängste der jeweiligen "Gegenseite" zu verstehen, wäre vllt. mal ein Anfang.
Da könnte dieses Buch ev. sogar was dazu beitragen.

Eine Modifizierung der Gesetzeslage wäre vllt. noch hilfreicher, aber da sind halt leider ALLE Parteien zu sehr in der jeweiligen Ideologie verhaftet.

:-(

Di Fazz
00
28.2.2007, 18:56

Kann mir nicht vorstellen, dass Kantinenessen so argumentieren würde.

ralf_w
01
28.2.2007, 10:09

ja, das passiert sicherlich "häufiger, als es einem denkbar erscheint" (Artikeltext) *kopfschüttel*

Das musste definitiv auf diestandard.rein, wo sonst sollten "Reportagen" wie diese hinpassen? :-)

Renate Atzinger
 
00
28.2.2007, 11:30
BUCHTIPP

nicht Reportage...

Kill R. Argument
00
Ralf_w...

... schrieb ja auch "Reportagen". Der Artikel handelt zwar über einen Buchtipp. Am Ende ist aber von "geschieht öfter als man glaubt" und "wünsche mir eine Gesetzesänderung" die Rede. Damit soll schon ein bestimmter Eindruck erweckt werden!

Genau dies meinte ralf_w wohl damit.

ein kaetzchen
00
28.2.2007, 12:49
ja,

aber diesen feinen unterschied nehmen die menschen niht mehr wahr - siehe auch dan brown mit seinem sakrileg.

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