Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
In den ersten beiden Jahrzehnten meines Menschenlebens leistete ich den getreulichen weiblichen Beitrag an die Gesellschaft. Kleidete mich hübsch und adrett mit bunten Kleidchen, trug artig meine Affenzöpfchen und war ganz ein liebes Mädchen.
In der Schule leistete ich keinen Widerstand und benahm mich unauffällig und folgsam. Auch das Meistgehasste – nämlich "Mädchen Handarbeiten" überstand ich mit Mutters Hilfe gut. Später sollte ich dieses als Frauen-Solidarität noch mehr zu würdigen wissen.
Immerhin leistete ich mir den Luxus doch manchmal aufzufallen – "sie ist so eine Träumerin und passt nicht auf" – und kam so in den Genuss, nachsitzen zu dürfen. Dies sollte der erste Schritt eines langen Weges werden.
In der Tat es war ein Genuss, so saß ich im Laufe der Zeit immer lieber nach und bekam dadurch viel von dem "Bubenfach" Geometrisches Zeichnen mit...
"Warum muss ich das blöde Häkeln machen, mir gefällt GZ viel besser" – Fragen dieser Art veränderten meine Leistungsbereitschaft in "Mädchen-Fächern" vehement.
Ich beschloss also einen individuellen Weg zu gehen und so zu leisten, wie es mir gefällt.
Mit nicht geringen Stolz stieg mein Interesse an naturwissenschaftlichen Inhalten und während der Körper immer mehr "weiblich" wurde, flossen im Kopf die so gar unweiblichen Ideen mehr und mehr.
Meine derart, abartige Leistungsbereitschaft stieg ins Unermessliche und ich fand meine wahren Berufungen in weiblich unterdeterminierten Bereichen.
So verbrachte ich das dritte Jahrzehnt meines Daseins in rebellischer Unangepasstheit und erhielt täglich genug Bestätigung um weiterzugehen.
Doch kaum war die berufliche Schiene in Betrieb, stellte sich die alles entscheidende Frauen-Frage – "Wenn du dir nicht bald einen Mann findest, bleibst du übrig". Klarerweise kam dieser Auftrag von "außen".
Doch wie sollte Frau unter solchem Leistungsdruck etwas "Herzeigbares und Brauchbares – ach ja und Männliches" aufzutreiben auch nur annähernd erfolgreich sein?
Da ist es doch am besten sie lässt es gleich bleiben und leistet sich am Beginn ihres vierten Jahrzehntes die Genugtuung, genau das zu tun, worauf sie Lust hat.
Immerhin kann ich es mir heute leisten, denn ich bin alt genug um die ausgedienten, gesellschaftlichen Erwartungen an die Frau zu ignorieren und meine eigenen Vorstellungen zu leben und es funktioniert, denn ich bin glücklich.
Ich kann es mir leisten, Frau zu sein, in allen Bereichen – weil ich seit Jahrzehnten Widerstand EINE FRAU zu sein leiste.
I.F. (38 Jahre)
Eine Frau mit Behinderung entwickelte aus dem Scheitern Stärke
Für Si.Ha. gibt's aber auch die schöne Seite mit Spaß
Ilse zwischen Anforderung und Flucht: Leistung allein macht nicht zufrieden, Faulheit für sich mitunter schon
Leserin C. berichtet von einer prägenden Erfahrung
Rebecca zieht ihre persönliche Bilanz
Marianne Moringer hat unzählige Bewerbungen abgeschickt und versteht den Arbeitsmarkt nicht
Ein "Wordrap" zum Thema Leistung von Anni Bürkl
Annemarie K. denkt beim Wort "Leistung" vor allem an Erschöpfung