Die Musikerin, Komponistin, Autorin und Friedensaktivistin Miriam Makeba widmet sich heute der Mädchenförderung
Johannesburg - Kraftvolle Stimme, würdevolles Auftreten
als engagierte Aktivistin im Kampf für Frieden und
Völkerverständigung - so kennt die Welt Miriam Makeba. Die Diva des
afrikanischen Gesangs - die durch ihren Hit "Pata, Pata" weltbekannt
wurde - ist am 4. März 75 Jahre alt geworden. Ihr Geburtstag ist überschattet
von zwei Schicksalsschlägen: erst brach Feuer in ihrem Haus aus, dann
schlugen Diebe zu und stahlen ihre geliebten Designerkleider. "Es ist
eine Schande, wie viel Raum Kriminalität in unserer Gesellschaft
einnimmt", erklärte eine empörte Makeba der Zeitung "Sowetan".
Politische Stimme
Die rüstige Musikerin - die 1966 als erste Künstlerin Afrikas
einen Grammy-Award erhielt - begeistert und berührt nach wie vor.
Zuletzt war es Papa Wemba, der wohl bekannteste Vertreter des
Afropop, der bei einem Treffen in Johannesburg bekannte: "Sie weiß es
vielleicht nicht, aber sie war schon immer mein Idol. Ihre
Selbstlosigkeit und Tapferkeit hat einen bleibenden Eindruck bei mir
hinterlassen." Die Schauspielerin, Komponistin, Autorin und
Urgroßmutter hat ihre Stimme immer wieder gegen Rassentrennung und
Unrecht in ihrer Heimat und auf dem restlichen afrikanischen
Kontinent erhoben.
Vielseitig
In Johannesburg geboren wuchs sie im Jazz der 50er Jahre auf. Die
Künstlerin, die wegen des Apartheid-Regimes 31 Jahres im Exil leben
musste, brachte seit den 60er Jahren als eine der ersten die Musik
ihres Kontinents in den Westen. Sie begeisterte mit einer Mischung
aus Jazz, Protest und Folklore. Ihre Lieder entstammten meist der
Xhosa-Tradition; sie nahm aber auch Songs in portugiesischer,
spanischer oder jiddischer Sprache in ihr Repertoire auf.
"Black Power"
1960 durfte sie nach einem Auslandsaufenthalt wegen ihres
öffentlichen Anti-Apartheid- Engagements nicht wieder nach Südafrika
einreisen. Sie blieb in London, wo sie Harry Belafonte kennen lernte,
der von ihrem Talent beeindruckt war und ihr später in den USA viele
Türen öffnete. Doch als sie 1968 den den "Black Power"-Aktivisten
Stokely Carmichael heiratete, der vom FBI gesucht wurde, wurden ihre
Plattenverträge gekündigt und ihre Konzerte abgesagt. So musste sie
auch die USA verlassen. Makeba ging nach Guinea in Westafrika, wo sie
einen Diplomatenpass erhielt.
Mädchenförderung
Doch zurück nach Hause durfte sie erst wieder 1990, als die
Apartheid zu bröckeln begann. 2006 hat sich Südafrikas Musikstar nach
einer mehr als 50-jährigen Karriere endgültig von der Bühne
verabschiedet - mit einer Abschiedstournee durch mehr als zehn
Länder. Heute widmet sie sich ihrem Lieblingsprojekt: der Förderung
talentierter junger Mädchen in einer von ihr geförderten Schule. (APA/dpa)