G-8-Programm für Frauen in Afrika angedacht

Redaktion, 16. März 2007 15:16

Deutschland will fixe Hilfsgelder für Kranke und weibliches Wirtschaftsleben stärken - Schuldenerlass bei nationaler Unterstützung in Aussicht

Berlin - Deutschland will die wichtigsten Industrienationen beim nächsten G-8-Gipfel auf mehr Engagement für Frauen in Afrika einschwören. Auf dem Gipfel Anfang Juni in Heiligendamm müsse unter deutscher G-8-Präsidentschaft ein fester Betrag an Hilfsgeldern zusagt werden, der gezielt zur Bekämpfung von HIV/Aids bei Frauen und Kindern in Afrika eingesetzt werde, sagte Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

"Im südlichen Afrika sind mittlerweile weit über 60 Prozent der Infizierten Frauen. Das hat sich dramatisch verstärkt über die vergangenen Jahre", so die Ministerin.

Frauen ins Wirtschaftsleben integrieren

"Darüber hinaus wollen wir für nachhaltige Investitionen in Afrika selbst werben", kündigte die SPD-Politikerin an. Dazu müsse für die arme Bevölkerung in den afrikanischen Staaten der Zugang zu Krediten erleichtert werden. "Das ist auch für Frauen besonders wichtig." Bisher würden den meisten Afrikanerinnen Kredite verwehrt und damit die Chancen auf Beteiligung am Wirtschaftsleben erheblich beeinträchtigt.

Spezielle Schuldenprogramme

Unter deutscher Präsidentschaft in der Gruppe der führenden Industrienationen in diesem Jahr sollten die Mittel zur Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose aufgestockt und spezielle Schuldenprogramme angeboten werden, betonte Wieczorek-Zeul. "Die Schulden werden nur erlassen, wenn die freiwerdenden Mittel durch nationale Mittel ergänzt und für die Bekämpfung von HIV/Aids eingesetzt werden - in Kooperation mit dem Globalen Fonds."

Außerdem müssten die G-8-Staaten größere Verpflichtungen für die Entwicklung der Gesundheitssysteme in den Partnerstaaten übernehmen. "Damit bis zum Jahr 2010 für alle Betroffenen Vorsorge, Behandlung und Pflege gewährleistet werden, braucht es Gesundheitsversorgung vor Ort." Der Deutsche Bundestag berät am Freitag über die Afrika-Politik Deutschlands sowie der EU und der G-8. (APA/Reuters)

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