Bewusstseinsarbeit auf allen Ebenen
Die Frauenministerin geht davon aus, dass es sich bei dem Richterinnenspruch um einen Einzelfall handelt. Sie hält trotzdem eine weitere Sensibilisierung von Justiz und Exekutive in der Frage Gewalt in der Familie für dringend notwendig. Was häusliche Gewalt betrifft, sei auf allen gesellschaftlichen Ebenen noch viel an Bewusstseinsarbeit zu leisten. "Es gibt Traditionen, die Gewalt an sich für legitim halten. Gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass Migration in unserer Gesellschaft ein Faktum ist, dürfen wir uns gegen traditionsbedingte Gewalt nicht taub stellen", so Bures.
"Gewalt gegen Frauen muss aus den vier Wänden herausgeholt werden", so Bures, "wir haben zwar Gesetze, aber es herrscht noch kein allgemeines Unrechtsbewusstsein". Die Frauenministerin verweist darauf, dass 90 Prozent aller Gewalttaten im familiären und häuslichen Bereich ausgeübt werden. Besonders in Zeiten von Trennung und Scheidung steigen Gewalttaten gegen Frauen massiv an. Mehr als die Hälfte aller Morde im Jahr geschehen im engsten Familienkreis.
Armutsbekämpfung von zentralem Stellenwert
Ganz entscheidend sei aber, die Wurzeln von Gewalt zu bekämpfen. "Angst, Verunsicherung, Machtansprüche, ein unsoziales Lebensumfeld und vor allem Armut sind die Bedingungen, in denen sich Gewaltbereitschaft entwickelt", so Bures. Armutsbekämpfung nehme auch deshalb in der Regierung einen so zentralen Stellenwert ein, verweist die Ministerin auf das Konzept der Mindestsicherung. (red)
Tendenz von häuslicher Gewalt ist steigend - Rund 2.000 Wegweisungen in Wien, 370 in Tirol
Einsamkeit, Beziehungsprobleme und Gewalt sind die häufigsten Anliegen der AnruferInnen
Vergewaltigungsopfer aus Tschetschenien: Eine Rückkehr in die Heimat kann tödlich sein - doch auch in Österreich sind sie aufgrund des unsicheren Asylverfahrens nie völlig "sicher"
Die Menschenrechtsorganisation präsentiert zwei neue Berichte, die die Situation in Kambodscha und den skandinavischen Ländern beleuchten
Frauenministerin will Innenministerin überzeugen, Gelder aufzustocken - Frauenhelpline mit neuer Gewaltschutzkampagne
In Ciudad Juárez wurden in den vergangenen 15 Jahren hunderte Frauen ermordet, ohne dass die Verbrechen aufgeklärt worden wären
"Da staut sich viel auf": Schwere Gewalttaten nehmen zu - Frauenhaus-Leiterin Rösslhumer: "Brauchen mehr Plätze"
Frauenministerin Heinisch-Hosek nahm in New York Preis entgegen
Kein akuter Anstieg durch Wirtschaftskrise - Im langjährigen Durchschnitt steigen Betreuungszahlen von Gewaltschutzzentren
Stalking-Opfer sollen künftig in der gesammten EU vor Nachstellungen Schutz bekommen
Prozessbegleitung bei sexueller Gewalt: "Es geht um mehr Effizienz und trifft auch fünf andere Vereine", heißt es aus dem Justizministerin
Marokkanerin zeigte ihren gewalttätigen Bruder bei der Polizei an, diese reagierte mit Ausweisung
Der Beitrag der EU zu einem europaweiten Gewaltschutz und zu Präventionsmaßnahmen wurde letzte Woche von ExpertInnen diskutiert
Ein kritischer Blick auf Rollenbilder soll in einem EU-Projekt einen Beitrag zur Gewaltprävention leisten
Keine "direkte Reaktion" auf umstrittenes Totschlagurteil - Keine neuen Strafdelikte für "Zwangsehen" oder "Ehrenmorde" - Kritik von SPÖ und Islamsprecherin
Muslimisches Land wendet Auspeitschung erstmals als Strafe an - Amnesty fordert Stopp der Prügelstrafe
Margot Wallström wird Uno-Sonderbeauftragte zur Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Frauen in Konfliktgebieten
Parlamentarische Anfragen an das Frauen- und Justizministerium wegen fehlenden Polizeischutz gerichtet
Die psychosoziale Einrichtung "Frauen beraten Frauen" ist ab Jänner österreichweit und mit stärkerer Besetzung im Netz aktiv - Spurenloser Service erfreut sich zunehmender Beliebtheit
Kein Personenschaden, aber die meisten Klassenräume zerstört - Taliban sollen verantwortlich sein
Landesgerichtspräsident Forsthuber stellt Paragrafen 76 nun grundsätzlich zur Diskussion. Auch Erlass des Justizministeriums nach kritisiertem Urteil bleibt umstritten
SPÖ-Politikerin Petra Bayr hatte die in der Klinik angeblich angebotene Genitalverstümmlung als "ungeheuerlich" bezeichnet - Ärztekammer-Präsident fordert Beweis
Nach dem Totschlag-Urteil gegen einen gebürtigen Türken schickte das Justizministerium nun einen Erlass aus: Die ethnische Herkunft allein kann nicht als Begründung für eine Affekthandlung dienen
FGM, die weibliche Genitalverstümmelung, ist vor allem in den dörflichen Regionen vieler afrikanischer Staaten immer noch eine grausame Normalität - trotz der Ächtung durch Imame und PolitikerInnen
Erlass des Justizministeriums zum umstrittenen Wiener Totschlags-Urteil "Teil des politischen Geschäfts"
PolitikerInnen melden sich zum internationalen Tag gegen FGM zu Wort - Die Grünen fordern Anerkennung von FGM als Asylgrund, SPÖ sieht keine religiöse Begründung von FGM
"Heftige Gemütsbewegung" laut Staatsanwaltschaft für österreichische Rechtsordnung "gerade noch begreiflich"
Motive für Gewalt seien ihr "prinzipiell wurscht", so Heinisch-Hosek, aber wenn schon, sei der VP-Vorschlag auszuweiten
Gericht begründete Urteil wegen versuchtem Totschlag mit kultureller Herkunft des Täters - SP-Wurm spricht von "Skandal-Urteil"
Mindestens acht Menschen getötet und 76, darunter hauptsächlich Schülerinnen, verletzt
Neue Kritik nach Urteil mit ethnischer Begründung
Einige höchstgerichtliche Entscheidungen scheinen der angenommenen allgemein begreiflicher Gemütsbewegung zu widersprechen
Übergriffe auf Frauen sind im familiären Raum seit 2008 zurück gegangen
Nationalkomitee fordert von Bundesregierung, Bewusstseinsbildung zu fördern, um Einstellung von potenziellen Täter und Justiz zu verändern
Zum Thema gibt es derzeit in praktisch keinem EU-Land wirklich relevante Zahlen
Maggie Jansenberger: "Bei Dingen zählen 'besonders schwierige Lebenssituationen' nichts, wenn es 'nur' um eine Frau geht, wirkt die Herkunft relativierend"
Vor allem Frauen in Entwicklungsländern spüren wenig von den Auswirkungen des UN-Beschlusses, jede Form von Gewalt gegen Frauen zu beseitigen
Einrichtung kann offen bleiben, Burgstaller kürzt aber die Subventionen um zehn Prozent - Versorgungslücken in Tirol, Steiermark, Ober- und Niederösterreich
Im Ausland begangene Verstümmelungen an in Deutschland lebenden Mädchen sollen strafrechtlich verfolgt werden können - Terres des Femmes begrüßt Schritt
Appell des Frauenhäuser-Netzwerkes an niederösterreichische Landesregierung für "menschenwürdigen" Finanzierungsvorschlag
Neuer Bericht von Human Rights Watch präsentiert Ergebnisse einer Gewalt-Studie: Regierung und Behörden nehmen Beschwerden von Frauen nicht ernst
Expertin kritisiert starke rechtliche Benachteiligungen von Gewaltopfern und fordert stärke Vernetzung und Frauen-Lobby
Risiko der Finninnen, von ihrem Partner umgebracht zu werden, doppelt so hoch als in der restlichen westlichen Welt
Kurse für Frauen und Mädchen in Wien
So wird Ungleichheit festgeschrieben: Ein Wiener Gericht hat das Recht einer Frau auf Trennung von ihrem Mann als provokantes Verhalten angesehen - von Christina Keinert
In Österreich gibt es keine Zahlen darüber, wie viele Frauen von ihrem (Ex-)Partner umgebracht werden - Morde an Frauen sind aber bekanntlich keine Einzelfälle
Auch geringe Aufklärungsrate: Nur 17 Prozent der Anzeigen führen zu Verurteilungen, vor allem bei "Fremdtätern"
79 Prozent der betreuten Frauen Opfer körperlicher Gewalt durch Partner - Für Migrantinnen ist Ausstieg aus solchen Beziehungen besonders schwer: Eigener Aufenthaltstitel gefordert
Verein Autonomer Österreichischer Frauenhäuser präsentiert Gewaltstatistik 2008
Laut Grazer Studie wurden bis zu achtzehn Prozent aller Frauen bereits gestalkt - 19 Prozent davon von einer Frau, Großteil von Ex-IntimpartnerInnen
Drei Frauen erzählen in Martina Madners Buch "Bevor der Tod uns scheidet" von ihrem Ausstieg aus gewalttätigen Ehen und wie es überhaupt dazu kommen konnte
Auch in Österreich haben Mädchen, die von Genitalverstümmelung bedroht sind, gute Chancen auf Asyl
Fünffache Erhöhung in zehn Jahren: 1997 waren es 1.449 Wegweisungen und Betretungsverbote, 2006 bereits 7.235 Fälle
Genitalchirurgie und Genitalverstümmelung: Forscherinnen untersuchen diese beiden Praktiken in Brasilien, Afrika und England
Über Tätermotive, Zeitungs- Berichterstattung darüber und Traditionen der weiblichen Ein- und Unterordnung in sexuelle Funktionen
Die Dokumentation der Tagung zeigt die unterschiedlichen Entwicklungen
Publikation der UNO behandelt die Pandemie "Gewalt gegen Frauen" in Texten und mittels Fotografien
Broschüre will zum Nachdenken und Aktivwerden anregen
habe ich schon vor mehr als zwanzig Jahren aktiv mitgekämpft, als die vielzitierte "Migration" noch überhaupt keine Rolle bei diesem Thema spielte.
Damals waren es einfach die bildungsfernen Wirtshauskrakeeler, die sich noch etra Mut angesoffen hatten, um daheim dann alles kurz und klein zu schlagen, aber auch die "Herrenmenschen" des Protzbürgertums, welche den Zufluchtsstätten für misshandelte Frauen die Klientel lieferten.
Und sie liefern nach wie vor.
Fraum BMin Bures hat Recht, wenn sie heutzutage auch vor allem von Armut ut Existenzangst spricht, welche zur Gewalt führen.
Vielfach sind aber auch überzogene Erwartungen personaler und finanzieller Natur ursächlich, wenn Partner aufeinander losgehen.
KONFLIKTMANAGEMENT üben !
nach islam. Ritus verheiratet bin und in einem islam. Land wohne, dann müsste ich einen so dummen Richterspruch wohl akzeptieren, aber dass einem so was in der EU passieren kann, da sollten die Alarmglocken schon klingeln. Und diese Richterin ist auch noch über die heftigen Reaktionen entsetzt.
die da lautet: "Wer einen muslimischen Mann heirat, muss damit rechnen, geschlagen zu werden."
Das ist gleichheitswidrig, intolerant und kommt Verleumdung aller jener muslimischen Männer gleich, die in ihrem Leben noch niemandem etwas zu Leide getan haben, am allerwenigsten ihrer Ehefrau.
Dass im Koran steht, der Mann darf seine Frau schlagen,
oder dass die Richterin mit Berufung auf den Koran deutsche Gesetze außer Kraft setzt?
Sie hat ja nicht gesagt, dass alle Muslime Schläger sind, nur dass die Männer lt. Koran das Recht dazu haben. Ich sehe keine Diskriminierung muslimischer Männer, sondern eine Diskriminierung der Frauen durch den Koran.
Das Problem ist eben nicht die gescheiterte Ehe - Gewalt in der Familie ist auch ein starkes österreichisches Thema.
Der Fehltritt liegt auf der Seite der Richterin, die als offizieller Arm des Staates von einem "Züchtigungsrecht gegenüber der Frau" als zu berücksichtigender Bestandteil der Urteilsbasis spricht.
--> Das ist einfach Rassismus. Ich gebe Seelenklempner Posting recht.
Die Frage ist nicht Islam, Katholisch, sonstwas.
Das Problem ist eine unfähige & Rassistische Richterin.
Schleierhaft bleibt es dann freilich, wie man sich Multikulturalismus vorstellt. Als liebliche Folklore unter dem Diktat einer Leitkultur? Multikulturalität muss in letzter Konsequenz auch unterschiedliche Auffassungen von Rechtskultur miteinschließen. Der Pluralität unterschiedlicher Lebensformen und Weltanschauungen gemäß. In Kanada hat man unter diesem Gesichtspunkt ja übrigens schon die partielle Einführung von Schariagerichten im Auge gehabt. Das Vorhaben ist zwar vorerst am Widerstand der Mehrheitsbevölkerung gescheitert, aber deswegen noch nicht für alle Zeiten vom Tisch. Die demographische Entwicklung lässt auch für Europa noch einiges erwarten. Frauenrechte adé.
Medienberichten nach zu schließen ist diese Art "kulturell sensibler Rechtsprechung" lange schon kein Einzelfall mehr. Immer mehr Richter und Richterinnen verhalten sich einfach politisch korrekt. Wer lässt sich auch schon gern als Rassist vorführen, als islamophob schimpfen und auf Internetseiten irgendwelcher antirassistischer Initiativen anprangern. Die Richterin fällt für mich offensichtlich in die Kategorie politischer Correctness. Wobei sie sich bei der Einschätzung öffentlicher Befindlichkeiten ein wenig vergriffen hat.
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.