Wer um den
Eingriff bittet, ihn ausführt, unterstützt oder dem Ritual beiwohnt, macht sich nun strafbar
Nairobi - In Eritrea ist ab sofort die Beschneidung von
Frauen und Mädchen verboten. Die Beschneidung gefährde Gesundheit und
Leben der Betroffenen, begründete das Informationsministerium am
Mittwochabend die Entscheidung. Strafbar macht sich, wer um den
Eingriff bittet, ihn ausführt, unterstützt oder dem Ritual beiwohnt. "Die
Genitalverstümmelung ist ein Verfahren, das die Gesundheit von
Frauen ernsthaft gefährdet, ihnen schwere Schmerzen und Leiden
zufügt und ihre Leben in Gefahr bringt", hieß es weiter. Das Verbot
sei bereits am 31. März in Kraft getreten.
Einschnitt in Seele und Körper
Weltweit sind nach UNO-Schätzungen rund 130 Millionen Frauen und
Mädchen betroffen. Hilfsorganisationen sprechen von "weiblicher
Genitalverstümmelung". Zu den unmittelbaren Gefahren gehören
gefährliche Blutungen, Schock, unerträgliche Schmerzen und
Infektionen. In den vergangenen Jahrzehnten kam das Risiko einer
Übertragung des Aids-Erregers hinzu: Dasselbe Messer, dieselbe
Rasierklinge, dieselbe Glasscherbe wird oft für mehrere Mädchen
benutzt. Die hygienischen Umstände sind meist katastrophal.
Zu den Langzeitfolgen zählen laut Weltgesundheitsorganisation
(WHO) Abszesse und schmerzhafte Vernarbungen, Schädigungen des
Harntrakts, Schmerzen und Missempfinden beim Geschlechtsverkehr und
Schwierigkeiten bei der Geburt. Die psychischen Auswirkungen sind
nicht minder schwer.
Praxis weit verbreitet
In mehreren Ländern Afrikas sowie in Regionen des Mittleren Ostens
und Asiens ist die Beschneidung von Frauen und Mädchen verbreitet.
Die Praxis erstreckt sich über ethnische, kulturelle und religiöse
Grenzen hinweg. Obwohl viele betroffene Länder das Ritual verboten
haben, besteht es nach Erkenntnissen von Hilfsorganisationen häufig
weiter. (APA/Reuters)