Beschneidung von Frauen in Eritrea verboten

Redaktion, 06. Juni 2007 13:09

Wer um den Eingriff bittet, ihn ausführt, unterstützt oder dem Ritual beiwohnt, macht sich nun strafbar

Nairobi - In Eritrea ist ab sofort die Beschneidung von Frauen und Mädchen verboten. Die Beschneidung gefährde Gesundheit und Leben der Betroffenen, begründete das Informationsministerium am Mittwochabend die Entscheidung. Strafbar macht sich, wer um den Eingriff bittet, ihn ausführt, unterstützt oder dem Ritual beiwohnt. "Die Genitalverstümmelung ist ein Verfahren, das die Gesundheit von Frauen ernsthaft gefährdet, ihnen schwere Schmerzen und Leiden zufügt und ihre Leben in Gefahr bringt", hieß es weiter. Das Verbot sei bereits am 31. März in Kraft getreten.

Einschnitt in Seele und Körper

Weltweit sind nach UNO-Schätzungen rund 130 Millionen Frauen und Mädchen betroffen. Hilfsorganisationen sprechen von "weiblicher Genitalverstümmelung". Zu den unmittelbaren Gefahren gehören gefährliche Blutungen, Schock, unerträgliche Schmerzen und Infektionen. In den vergangenen Jahrzehnten kam das Risiko einer Übertragung des Aids-Erregers hinzu: Dasselbe Messer, dieselbe Rasierklinge, dieselbe Glasscherbe wird oft für mehrere Mädchen benutzt. Die hygienischen Umstände sind meist katastrophal.

Zu den Langzeitfolgen zählen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) Abszesse und schmerzhafte Vernarbungen, Schädigungen des Harntrakts, Schmerzen und Missempfinden beim Geschlechtsverkehr und Schwierigkeiten bei der Geburt. Die psychischen Auswirkungen sind nicht minder schwer.

Praxis weit verbreitet

In mehreren Ländern Afrikas sowie in Regionen des Mittleren Ostens und Asiens ist die Beschneidung von Frauen und Mädchen verbreitet. Die Praxis erstreckt sich über ethnische, kulturelle und religiöse Grenzen hinweg. Obwohl viele betroffene Länder das Ritual verboten haben, besteht es nach Erkenntnissen von Hilfsorganisationen häufig weiter. (APA/Reuters)

housekat
06.04.2007 14:37
bravo - ein erster schritt!

ich hoffe das gesetz wird auch von der bevölkerung eingehalten. die ältere generation will es so weil es tradition ist - und bestimmt auch über die enkelkinder selbst wenn die mutter nicht damit einverstanden ist.
auch in ägypten ist fgm verboten und wird illegal weiterhin durchgeführt.
aber immerhin ein anfang jetzt sollen auch die restlichen betroffenen staaten gleichziehen.

Thomas Felder
19.04.2007 12:37

eine gute sache, muss aber exekutiert werden

erdbär
06.04.2007 14:24

Na Zeit wirds!

Timagoras
 
06.04.2007 13:32
meine güte!

sogar zu diesem ernsten thema müssen die usual suspects ihre dümmlichen sottisen zum "besten" geben....

:o(

Dagmar Rehak
 
05.04.2007 14:58

Da hat schon wieder jemand vergessen, die Orgasmusfähigkeit zu erwähnen.

Trotzdem: Find ich gut.

Dagmar Rehak
 
07.04.2007 17:45

Ich nehme an, die unnötig-Bewertungen sind deshalb, weil für die Bewerter die Orgasmusfähigkeit einer Frau unnötig ist. Sehe ich das richtig?

Thomas Felder
19.04.2007 12:37

vergessens die Leute,

nein zu beschneidung
ja zu organsmus für alle

Rote Zecke
05.04.2007 14:27
Bravo, Eritrea!

Die übrigen afrikanischen Länder mögen rasch folgen.

Timagoras
 
05.04.2007 20:13
ich kann mich nur anschließen! :o)

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