
Ist dies der Fall, so ist laut ministeriellem Begleitschreiben der Anspruch auf Grundversorgung streng zu überprüfen. Die Grundversorgung besteht aus Sozialversicherung und maximal 290 Euro pro Monat, jedes Einkommen, das 100 Euro monatlich übersteigt, wird davon abgezogen.
"Wir sollen die Frauen, wenn sie bei unserer Servicestelle vorsprechen, befragen, ob sie die Prostitution gewerbsmäßig ausüben und wie viel Einkommen sie daraus beziehen", schildert FSW-Sprecher Florian Winkler im Standard-Gespräch. Auch bei der von der Caritas betriebenen Servicestelle wird der Erhalt der Liste bestätigt. Schon 2004 sei ein solches Schreiben gekommen, zum Teil stünden jetzt dieselben Namen auf der Liste wie damals.
"Woher kommen die Namen auf der Liste?", fragt indes Renate Blum vom Wiener Verein Lefö, der unter anderem Sexarbeiterinnen berät. Die Daten der Frauen - übrigens zum Großteil Afrikanerinnen - könnten eigentlich nur von dorther stammen, wo sich Prostituierte registrieren lassen, wo sie ihren "Deckel" bekommen: von der Polizei. Im Innenministerium weiß man von Namenslisten nichts, bundesweit sei derzeit eine Grundversorgungsüberprüfung im Gang.
Stigmatisierend
"Eine solche Liste stigmatisiert die Frauen zutiefst", sagt Blum. Die Bemühungen von Lefö, Frauen aus der illegalen in die legale Prostitution zu holen, würden auf diese Art "zunichte gemacht". Im Jahr 2003 hatten Lefö-Mitarbeiterinnen mehrere Asylwerberinnen beim "Deckel" holen begleitet. Angesichts der Existenz von Listen würden diese und andere Frauen vielfach wieder die Illegalität vorziehen - "und wenn sie dann bei einer Razzia geschnappt werden, ist ihr Asylverfahren in Gefahr".
Die Lage der betroffenen Frauen - die unter Asylwerberinnen nur eine kleine Minderheit darstellen - sei alles andere als rosig, bestätigt Eva van Rahden vom Prostituiertenberatungsprojekt Sophie. Zur Sexarbeit kämen sie, weil sie wie alle Asylwerber keine Chance auf Jobs hätten. Der Gang in die Prostitution, die sie als "neue Selbstständige" ausüben, werde ihnen hingegen nicht verwehrt: "Wenn es sich herumspricht, dass die Frauen von der Liste Probleme bekommen, wird es mehr illegale Prostituierte geben", meint auch van Rahden. (Irene Brickner/DER STANDARD, Printausgabe 18.04.2007)
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Versteh ich den Artikel richtig? Da kommen Asylwerberinnen nach Österreich, lassen sich dann bei der Polizei als Prostituierte registrieren und arbeiten dann so? Und das geht ohne Folgen? Also so gesehen, schaut das für mich als Asylmissbrauch aus.
Abgesehen davon ist die Weitergabe von der Liste an die defacto Öffentlichkeit eine Frechheit.
Selbstverständlich ist nichts verwerfliches dabei, wenn Prostituierten die Möglichkeit gegeben wird, sich durch eine Eintragung in ein Gewerberegister/Handelsregister, wie es auch Handwerker und andere Unternehmer tun, sich Sozial-, Kranken-, Arbeitslos- und Rentenversichern zu lassen. Allerdings ist es absolut unmöglich diese Liste dann in einem Asylverfahren gegen die Betroffenen einzusetzen.
Es gibt hier in Österreich klare Gesetze, und die AsylerWERBERInnen haben sich gefälligst daran zu halten, sonst möge die sich anderwos umschauen!
Einerseits eine Grundversorgung aus den Taschen der österr. Steuerzahler zu erhalten und andererseits illegal/daneben einem lukrativen Gewerbe nachzugehen ist absolut inkompatibel!
Mir ist es gleich, was die betreffenden machen, solange sie es legal machen und solange sie sich dazu/daneben nicht Sozialleistungen aus unseren Taschen erschleichen
Eine Frechheit sondergleichen ist Ihr Mosern über die angeblich zu geringen Gelder für die Asyl-WERBER, die sollen hier über die Runden kommen und nicht eine Sozial-Zumutung für kleine österreichische HackerlInnen sein!
das ist nicht überprüfen.
das ist
1. völlig inakzeptable weitergabe sehr sensibler daten (die bei der polizei erfasst werden)
2. stigmatisierung einer gruppe, die legal als selbständige arbeitet
3. pauschale zuordnung dessen, wieviel die frauen verdienen würden
4. verbreiten einer rassistischen liste zur verstärkung der bestehenden rassistischen strukturen
abgesehen davon, daß das zuverdienstverbot bei einer grundsicherung von EUR 290 pro monat wohl ein witz ist!
natürlich hat der österr. Staat das Recht zu überprüfen ob der Asylbewerber sich an die Vorgaben hält.
Wenn sich der/die Asylbewerber/in nicht daran hält kommt es eben zu Konsequenzen, egal ob weiss,schwarz oder andersfarbig.
Ob 290.- Euro ein Witz sind oder nicht, der Mensch wird von Österr. aufgenommen, bekommt Unterkunft, Essen, Geld. Und das ist ok so.
Österreicher, die illegal arbeiten und erwischt werden, spüren genauso die Konsequenzen (Finanzamt, Sozialversicherung, usw).
sie fantasieren.
asylwerberInnen bekommen EUR 290 pro person und monat - maximum. und aus.
das beinhaltet EUR 180 und - bei vorlegen eines mietvertrages - EUR 110 mietzuschuss. dieses geld inkludiert *alles*, wovon asylwerberInnen leben sollen. außer: sie gehen bestimmten selbstständigen tätigkeiten nach, die für sie zugänglich sind (und nicht z.b. gewerbe mit "inländerschutz" sind). u.a. z.b. die arbeit in der prostitution.
leben sie mal von EUR 290 pro monat und fühlen sich dann noch dankbar und als gast von österreich "aufgenommen".
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