Feminismus ist Kämpfen – auch ums eigene Überleben

Redaktion, 1. Mai 2007, 07:00
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    foto: an.schlaege
    Lea Susemichel und Saskya Rudigier in der an.schläge-Redaktion
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"[sic!]" und "an.schläge": Warum feministische Medien mit Geldnöten kämpfen und es sich trotzdem lohnt mitzuarbeiten

Teil 2 der dreiteiligen dieStandard.at-Reihe zur feministischen Medienlandschaft in Österreich geht am Beispiel der feministischen Magazine "[sic!]" und "an.schläge" der Frage nach den Finanzen und dem Lohn bei feministischen Medien nach.

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"Ich selbst habe verbreitet, dass es die [sic!] vermutlich nicht weiter gibt", gesteht Hilde Grammel. Sie ist neben Ursula Kubes-Hofmann, Susanne Hochreiter und neuerdings zwei Studentinnen, eine der Redakteurinnen der "[sic!]", dem "Forum für feministische Gangarten". Denn nachdem eine Förderung weg fiel, stand die Zeitschrift wieder einmal kurz vor dem Aus. Und das obwohl Anfang der 1990er alles optimistisch und kämpferisch begann: Nachdem die KPÖ wegen finanzieller Probleme die "Stimme der Frau" einstellte, befand eine Gruppe von etwa 20 Frauen, dass eine linke, politische Nachfolgerin, die Platz für verschiedene feministische Zugänge bietet, her muss. Im November 1993 konnte dank tatkräftigem Engagement von Ursula Kubes-Hofmann die "[sic!]" aus der Taufe gehoben werden.

Das Bestreben, eine vierteljährliche Zeitschrift, die sich auch finanziell trägt, auf die Beine zu stellen, ist allerdings zu einem ständigen Kampf um Ressourcen mutiert. Viele ehemalige Redakteurinnen können sich heute nur mehr um ihren Brotjob kümmern und "dank" der letzten schwarz-blauen Regierung müssen Frauenprojekte um kleiner werdende Fördertöpfe buhlen.

Kampf

Hilde Grammel hat dennoch nicht aufgegeben. Sie schätzt, dass sie neben ihrer Arbeit als Lehrerin in ein Frauennetzwerk eingebunden ist und Themen eins zu eins auf Papier bringen kann, ohne gegen männliche Blattmacher ankämpfen zu müssen. Allerdings zehren die Zusatzaufgaben wie Aboverwaltung, Administratives, das Zeitungsarchiv und der ewige Kampf ums Geld auch an den Energien von Hilde Grammel: "Der Stress nervt, Zeit für Erholung bleibt da wenig."

"an.schläge"

Auszeiten gibt es auch beim feministischen Magazin "an.schläge" kaum, da die Zeitschrift als einzige Feministische in Österreich monatlich erscheint. Noch bevor eine Ausgabe verschickt ist, plant das 12-köpfige Redaktionsteam im Alter von 20 bis 50 Jahren, von dem allerdings nur zwei Frauen halbtags bezahlt werden können, bereits das nächste Heft und sucht nach Autorinnen. Dass Aktualität und die Kritik am politischen Geschehen ebenso wie der Einblick in feministische Projekte ein Anspruch des 1983 gegründeten Nachrichten-Magazins sind und bis auf den Druck alle Arbeitsschritte – vom Redigieren über das Layout bis hin zu Versand, PR und Förderansuchen – alles selbst erledigt werden muss, erleichtert die Aufgabe nicht.

Die Arbeit gleicht deshalb auch im feministischen Zusammenhang einem Hürdenlauf, den viele Frauen im Kampf ums finanzielle Überleben aus ihrem Alltag kennen. Deshalb machten die "an.schläge" in der eigenen TV-Sendung auf OKTO mit einem Hürdenlauf selbstironisch auf die Problematik aufmerksam. Trotzdem lohnt es sich für Saskya Rudigier und Lea Susemichel, die beiden koordinierenden Redakteurinnen, und Trainee Irmi Wutscher, an einem feministischen Magazin mitzuarbeiten: "Es geht um Empowerment von Frauen und Transgenderpersonen. Wissen ist Macht, man braucht es, um etwas verändern zu können", meint Lea Susemichel. Deshalb versucht das Team bei möglichst vielen Veranstaltungen präsent zu sein und ständig neue LeserInnen zu gewinnen. "Und Frauen zu vernetzen", betont Saskya Rudigier. Denn eines wissen die Redakteurinnen genau: "You can feminism!"

Dass man trotz aller Selbstausbeutung auch anstrengend bleiben muss, um die Gesellschaft frauenfreundlicher zu machen, haben auch die Youngsters unter den Feministinnen erkannt und mit "fiber" und "lila" zwei weitere feministische Medien beigesteuert. Mehr zur Frage, warum Feminismus auch junge Frauen interessiert, im dritten Teil.
(Martina Madner)

Weiterlesen
Teil 3: Feminismus der Popkultur ("fiber" und "lila")

Nachlese
Teil 1: "Auf" in die feministische Medienlandschaft ("Auf" und "Frauensolidarität")

[sic!] – Forum für feministische GangArten
erscheint vierteljährlich
sic.feminismus.at

an.schläge – das feministische Magazin
erscheint monatlich
www.anschlaege.at
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Posting 1 bis 25 von 30
1 2
Herr Franz, Kellner iR
00
gute frage

ist feminismus per definitionem links, kann er also nur auf linkem humus gedeihen, oder haben ihn die linken einfach nur frech einkassiert?
die frage ist ernst gemeint. weiß das jemand?

Endlichdreißig
00

Ich denke nicht, dass Feminismus links sein muß. Viele frühe Feministinnen hätten sich wohl kaum selbst als Linke bezeichnet und viele von ihnen kamen aus dem Bürgertum.
Ich kann mir aber vorstellen, dass erzkonservative Konservativfe mit dem Konzept, dass Frauen den traditionellen Bereichen ("Ks") entwischen, so ihre Probleme haben und den Feminismus deshalb lieber im gegnerischen politschen Lager ansiedeln.

Herr Franz, Kellner iR
00
möglich

man muß aber nicht gleich ein "erzkonservativer konservativer" sein, nur weil man nicht links ist.

gemäßigte feministische stimmen hört man selten. warum ist das so, wenn es sie doch abseits extremer ränder geben müßte bzw. früher gab, wie sie andeuten? gehen sie unter im lärm der extremistinnen?

Endlichdreißig
00

Was verstehen Sie unter "gemäßitgen feministischen Stimmen"?
Wahrgenommen werden aber meist - in allen Gruppierungen - nicht die moderaten, sondern die, die am meisten auffallen; das sind oft die mit den Extrempositionen, bzw. die, die tatsächlich an die Öffentlichkeit gehen. Dafür braucht man schon gewisses Engagement.

Herr Franz, Kellner iR
00
eben

so wirds wahrscheinlich sein.

Zarathustra
02
Angebot und Nachfrage...

...Österreich besteht zu ca. 50% aus Frauen..wenn es keine von denen Wert findet das Magazin zu kaufen, seh ich auch keinen Sinn hier irgendwelche Förderungen auf Staats- und damit Steuerzahlerkosten zu bringen...ich seh grundsätzlich keinen Sinn hinter Subventionen..egal für wem..

Rote Zecke
22
"...ich seh grundsätzlich keinen Sinn hinter Subventionen..egal für wem.."

Stimmt eigentlich.

Schulbildung gibt es in Ö "auf Staats- und damit Steuerzahlerkosten" und trotzdem beherrscht der Großteil der Österreicher/innen nicht einmal vier Fälle auseinanderhalten - wie man sieht ...

phaidros
04
beherrscht ... auseinanderhalten, wie jetzt?

sorry, aber das musste jetzt wirklich sein. diese verbissenheit, jeden womöglichen tippfehler erbittert anzukreiden, geht mir auf die nerven.

kehren sie doch vor der eigenen tür.

Rote Zecke
00
Touché. Habe umformuliert und nicht aufgepasst.

Aber "egal für _wem_" tut einfach weh ...

johngillis
00
15.4.2008, 22:59

und weils so schön ist beschwere ich mich jetzt noch über die österreicher/innen

Ein lieber Mensch
00

für die armen Frauen soll es mir aber recht sein - wir haben ja sonst keine Probleme.

pauli teufel
20
Was soll diese Null-Berichterstattung über feministische Medien

und dieses ewige Gejammere um Geld?
[sic!] hat bisher 61 Nummern herausgebracht mit Artikeln von mehr als 300 international renommierten Autorinnen, aus Politik, Wissenschaft und Kunst und die außerdem im Bereich des professionellen Journalismus arbeiten.
[sic!] hat außerdem nichts mit der KPÖ zu tun und ist auch keine „Nachfolgerin" der “stimme der frau". [sic!] wurde gegründet um die intellektuelle Kultur von Frauen in diesem miefigen Land mit skandalöser Vergangenheit und Gegenwart in differenzierter Weise sichtbar zu machen.
Die Journalistinnen von diestandard sollten einmal ordentlich recherchieren lernen, bevor sie Interviews machen, um sich Arbeit zu sparen.

duke of adlerhorst
 
00
13.10.2007, 22:25
die außerdem im Bereich des professionellen Journalismus arbeiten.

...scheinbar zu wenig um professionell Geld zu verdienen und das Blatt zu erhalten

Ein lieber Mensch
12

sowie es irgendwo um Frauen oder "Gender" geht, gibt's halt hier einen Artikel drüber, so wie in jedem Magazin von Greenpeace über Umweltgefahren. Wenn damit verbunden auch noch der Stereotyp "arme, ausgebeutete Frau" verkaufbar ist, umso besser.

Herr Franz, Kellner iR
24
zitat

"Nachdem die KPÖ wegen finanzieller Probleme die "Stimme der Frau" einstellte, befand eine Gruppe von etwa 20 Frauen, dass eine linke, politische Nachfolgerin, die Platz für verschiedene feministische Zugänge bietet, her muss."

das soll alle frauen ansprechen? politisch einseitiger gehts ja kaum.

Alleguten Geisterinnen
52
und von Deiner blattfüßigen Kellner-Einheitsbrei-Dauerposting-Kost haben wir hier auch schon genug!

bist du schon in Pension, ist dir fad? Nix Pornogucken im Internet. Dort wärst besser aufgehoben, mit deinem Frauenbild.

der schönste mann v. wien
 
10
der herr franz kann glaub' ich nur mehr 5x...

...täglich pronogucken...eh net schlecht für sein alter.

Herr Franz, Kellner iR
22
hähä

da hab ich ja ins schwarze getroffen. wie schön.

phaidros
12
naja, in nicht"linken" couleurs

finden sie auch keinen feminismus, das ist eben eine tatsache. worin genau liegt nun ihr problem? abgesehen davon darf ich davon ausgehen, dass SIE als mann diese genannten zeitschriften wohl nie gelesen haben, oder?

Natalie Fischer
00
"naja, in nicht "linken" couleurs finden sie auch keinen feminismus, das ist eben eine tatsache."

aha,
links = (ist gleich) Feminismus
und
Feminismus = links;
wusst ich gar nicht, man lernt beim linken Feminismus nie aus.
Tatsachen sind eben Tatsachen. basta

Natalie Fischer
10
"welchen nichtlinken feminismus kennen sie?"

zB den vernünftigen (sachlich begründeten);
Sie haben mit Ihrer Frage eine logische Schlussfolgerung provoziert:
Teilt man den Feminismus in linken und vernünftigen, folgt messerscharf: der linke ist der unvernünftige, dh der, der sachlich nicht argumentierbar ist; was nicht heißt, dass er gerade deswegen viele linke Anhänger hat.

phaidros
03
das nennen sie "logische schlussfolgerung"? was wollen sie eigentlich? einen wortverdrehwettbewerb gewinnen ??

ich habe sie gefragt, welchen feminismus sie kennen, der nicht links ist. damit meinte ich nicht eine aufzählung möglicher theorien, sondern bestehender. namen/autoren/bewegungen etc.
sie haben mir darauf keinen genannt bzw. nennen können.

phaidros
00
naja,

welchen nichtlinken feminismus kennen sie?

Markus H.
 
00

Ich würde beispielsweise weite Teile der katholischen Frauenbewegung dazu zählen. http://www.kfb.at/

Alleguten Geisterinnen
10
11.6.2007, 07:26
ja der grandiose feminismus der kath. frauenbewegung:

da haben lange die Linken geacktert, bis mal was zu "Alleinerzieherinnen" kam, die nicht als Huren angeschaut wurden.... (ganz im Sinne der katholischen Kirche und ihrer Diktate).

Und zur Fristenlösung werden wir von der Kath. Frauenbewegung auch nix Fortschrittliches hören.... nicht in den nächsten 30 Jahren und in Österreich.

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