Große Frauen Afrikas

Redaktion, 6. Mai 2007, 09:00
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    foto: peter hammer verlag

Königinnen, Kriegerinnen, Amazonen, religiöse und widerständige Frauen - Sylvia Serbin stellt große Frauen der Weltgeschichte vor

Sylvia Serbin's achtjährige Tochter wollte wissen, wer die berühmten schwarzen Frauen Afrikas sind. Sylvia Serbin, eine Stadträtin, Journalistin und Geschichtswissenschafterin aus Frankreich, die auch auf den französischen Antillen, in Senegal, an der Cote de Ivoire und in der schwarzen Gemeinschaft in Paris gelebt hat, begab sich daher auf die Suche, wurde fündig und jetzt können wir alle dieses wunderbare Buch über Königinnen und die Frauen aus der schwarzen Diaspora lesen. 22 große afrikanische Frauen hat Sylvia Serbin ausgewählt: Königinnen, Kriegerinnen und Amazonen, religiöse Frauen, widerständige Frauen, wenig bekannte und viele sehr wichtige Frauen der Weltgeschichte.

Widerstand gegen die Kolonialisierung

Das Buch schildert eine große Reise durch die Geschichte verschiedener afrikanischer Länder und Zeiten und dies alles am Beispiel mächtiger Frauen. Die Königinnen Anna Nzinga von Angola, Königin Pokou, Tassin Hangbe (Königin von Dahomey) und Ranavalona die Dritte, die letzte Herrscherin von Madagaskar vermitteln ein lebendiges Bild vom Leben am Hof, von unterdrückerischer Missionierung und von Anpassung und Widerstand. Frau kann es nicht oft genug sagen: der schwarze Kontinent war sich lange Zeit selbst genug. Seine Bevölkerung kannte keinen Hunger und seine Ressourcen trugen zum Wohlstand großer Zivilisationen bei. Viele Frauen leisteten tatkräftigen Widerstand gegen die grausame Kolonialisierung.

Besonders beeindruckend die Lebensgeschichte und der Kampf von der Königin des Aurés, einer Berberin aus dem 8. Jahrhundert: Die Kahena (Prophetin) wird sie genannt, die mit eigentlichem Namen Dihija oder Damija heißt. 700 Jahre später wird von ihr erzählt: "Wie ein Stern, der am Himmel aufblitzt und den Weg weist, führte sie den Widerstand der Berber gegen die arabische Eroberung Nordafrikas". Noch heute gilt sie als Symbol für die Würde und den Unabhängigkeitswillen der BerberInnen. Nicht weniger ergreifend die Geschichten von Marthe- Rose von Delgrés und Solitude, die in Guadeloupe – Sylvia Serbin beschränkt die afrikanische Geschichte nicht auf den afrikanischen Kontinent – erbitterten Widerstand leisteten.

Weltgeschichte auf einmal anders

Auch die große Kämpferin Harriet Tubman, die in den USA des 19 Jahrhundert gegen die Sklaverei kämpfte, wird in diesem Band gewürdigt. Die Geschichten von Donna Beatrice, die kongolesische Jeanne d´Arc, von Alice Lenshina, die Gründerin der Lumpa-Kirche in Sambia, von Nongqawuse, der tragischen Prophetin der Xhosa, lebendige Berichte über die Mütter großer Männer und die Liebesgeschichten und Romanzen verschiedener Prinzessinnen auf diversen afrikanischen Höfen, lassen die Weltgeschichte auf einmal ganz anders aussehen.

Ein wichtiges Buch, das in alle Schulbibliotheken gehört. Alle die aktiv etwas gegen Rassismus unternehmen wollen, sollten es sowieso lesen. Mit den Worten von Sylvia Serbin: "Die höchste Ehre, die wir diesen Frauen erweisen können, besteht darin, dafür zu sorgen, dass frau (und auch man) sich immer Ihrer erinnern wird". (Ruth Devime)

Sylvia Serbin:
Königinnen Afrikas
407 Seiten, 24 Bildtafeln
Peter Hammer Verlag 2006
ISBN-10: 3779500663
Euro 25

Kommentar posten
17 Postings
robert nkolo Awono
01
25.6.2007, 18:25
Königinnen Afrikas - Fälschung von Peter Hammer Verlag

Königinnen Afrikas - Fälschung von Peter Hammer Verlag
Written by Sylvia Serbin
Sunday, 24 June 2007
"Königinnen Afrikas"
"Eine Fälschung meines Buches verkauft sich
im deutschsprachigen Raum. Ich rate vom Kauf ab"

http://www.afrikanet.info/index.php... iew&id=671

Emil i Lönneberga
00
"....von der Königin des Aurés..."

War da der Verlag mit dem Honorar für die Übersetzung im Rückstand, dass es für ein "Königin der Aurés" bzw "Königin der Aurés-Berge" nicht gereicht hat ?

Ingen Ting
01

Hoffe, dass auch die Königinnen Amanishaketo und Amanitore von Meroe (Nordsudan) sowie Rosa Parks
in dieses wertvolle Buch Eingang gefunden haben. Jede Frau, die gezeigt hat, dass auch Frauen viel bewegen können, verdienen unsere Anerkennung. Für das Bemühen des Sichtbarmachens dieser Frauen ein großes Dankeschön der Autorin.

emma goldman
00

parks wäre dann natürlich "gr0ße amerikanerinnen"

Jürgen Rembremerding
02
Aha!

"der schwarze Kontinent war sich lange Zeit selbst genug. Seine Bevölkerung kannte keinen Hunger und seine Ressourcen trugen zum Wohlstand großer Zivilisationen bei."

Was für ein verkitschter Quatsch!

spamhunter
00
wie lebt sich´s eigentlich als Ignorant?

Jürgen Rembremerding
00
Ha?

roman_lenzhofer
02

sie kamen mir zuvor, hunger ist ein begleiter der menschheit, erst die dritte landwirtschaftliche revolution (stickstoff, neue maschinen, massentierhaltung,...) hat ihr im westen den garaus gemacht.

und zu den resourcen: stimmt es denn nicht, dass mit der abschaffung der sklaverei (durch din westen wie ihr sicher wißt) der wirtschaftliche niedergang begann, weil eben diese resource verschwunden ist? sicher da wäre noch mali deren resource ihr gold war.

Alleguten Geisterinnen
20
wurde die Sklaverei nicht gerade deshalb abgeschafft, weil die Sklaventreiber für sie nicht mehr aufkommen wollten?

roman_lenzhofer
00
zu wenig zeichen, wie so oft

p.s. die roten strich sind nicht mir zu verdanken. denn für eine frage, noch dazu eine ganz gute (immerhin wurde sie kontrovers diskutiert, sieh mein post unten), sollte man keine negaive bewertung abgeben.
eigentlich danke ich ihnen sogar weil ich mich schon für die geschichte der sklaverei interessiere, aber erst eine recherche, eben durch ihre frage, mir zwei sachen klar werden lies.
1. dass es tatsächlich argumente für die hypothese "der abschaffung, weil unrentabel gibt"
vorallem aber
2. dass meine theorie bestätigt wird. nämilch: dass die christliche religion der wegbereiter des humanismus und der menschenrechte war. das oberste gebot ist die freiheit, diese verletzt die sklaverei. und eben diese sklaverei wurde von christen ....

roman_lenzhofer
01

amerikanischer bürgerkrieg weil die sklaventreiber nicht auf ihre sklaven verzichten wollten.
brasilien 1888 aufstand der großgrundbesitzer, nachdem die sklaverei abfgeschafft wurde.
nachdem die briten einseitig den sklavenhandel beendeten, zwangen sie die anderen dazu es ihnen gleichzutun. damit ihnen, den briten, kein wirtschaftlicher nachteil entsteht.

eric williams argumetation, der sie folgen, hat ihre schwächen. den hauptgrund in der abschaffung sieht man in der christlichen religion der briten. chrstliche denker haben die sklaverei schon zu zeiten byzanz abgelehnt. später, in spanien, wieder. endlich untersagte ein papst die versklavung, ferdinad der V akzeptierte, verbot die versklavung und kaufte sie aus afrika (trick 17).

emma goldman
10

ganz falsch ist das tatsächlich nicht.

der durchshnittl. lebensstandard vieler westafrikan. ländern war bis etwa 1700 weit höher als in fra, gb, k u. k. u.s.w.

Emil i Lönneberga
11

Wieso denn nicht? Nur die westlich-imperialistische, patriarchale Geschichtsschreibung kann das leugnen!

Jürgen Rembremerding
00
Darum nicht!

Emil i Lönneberga
00

In Ordnung:

;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-) ;-)

Man verzeihe mir, dass ich vergass wie ernsthaft und seriös die Forumsgemeinde hier ist.

erna hopp
00
"...dass frau (und auch man) sich immer Ihrer erinnern wird."


Was heißt "frau" auf französisch?

der postingggenerator
10
"femme"

oder meinen sie das unpersönlich "on"?

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