Drei-Jahres-Studie
Die wissenschaftliche Untersuchung wird in der neuesten Ausgabe einer der angesehensten Medizin-Fachzeitschriften, dem "New England Journal of Medicine" (10. Mai), veröffentlicht und stand unter der Leitung von Laura Koutsky von der Abteilung für Epidemiologie der Universität Washington. 12.167 Frauen im Alter zwischen 15 und 26 Jahren bekamen entweder drei Mal die echte Vakzine oder ein Scheinmedikament injiziert.
Die Beobachtungszeit betrug drei Jahre. Dann wurde untersucht, ob die Frauen entweder Vorstufen eines Zervixkarzinoms oder gar Krebs durch eine Infektion mit den HPV-Stämmen 16 bzw. 18 entwickelt hätten. Die Vakzine schützt gegen diese beiden Virus-Varianten und gegen jene mit der Bezeichnung 6 und elf, welche Genitalwarzen hervorrufen.
Das Hauptergebnis
Bei den durch HPV 16 und 18 verursachten Krebsvorstufen bzw. Karzinomen lag die Schutzrate bei 98 Prozent. Unter jenen Probandinnen, die schon einmal durch diese Papilloma-Viren Probleme gehabt hatten, lag die Schutzrate bei 44 Prozent. Der Effekt trat recht schnell ein. Zwischen allfälliger Infektion und dem Entstehen von Zervix-Karzinom-Vorstufen lagen oft nur weniger als zwei Jahre. Damit dürfte die Wirkung einer breiten Anwendung der Vakzine auch binnen weniger Jahre - und nicht erst nach Jahrzehnten - in der Krebsstatistik zu beobachten sein.
Zwei weitere Studien mit guten Ergebnissen
In der selben Ausgabe des "New England Journal of Medicine" werden auch noch die Ergebnisse zweier weiterer Studien mit der Vakzine veröffentlicht: In einer Untersuchung mit 5.455 Frauen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren wurde die gesamte Schutzwirkung vor HPV-Erkrankungen bei jungen Frauen untersucht (auch gegen Genitalwarzen, Veränderungen an Vulva und Vagina). Daran nahmen auch österreichische WissenschafterInnen unter der Leitung des Wiener Gynäkologen Sepp Leodolter (Universitäts-Frauenklinik am Wiener AKH) teil. In dieser Untersuchung betrug die Schutzrate sogar 100 Prozent.
Österreichische Expertinnen und Experten haben in der jüngeren Vergangenheit immer vehementer die Aufnahme der HPV-Impfung zumindest für alle Mädchen vor ersten sexuellen Kontakten - HPV wird beim Intimverkehr übertragen - gefordert. Regulär kostet jede der drei Dosen Impfstoff in den Apotheken 208 Euro, im Rahmen einer Aktion der Apothekerkammer gemeinsam mit dem Großhandel beträgt der Preis derzeit 155 Euro.
Geld fehlt
Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky hat erklärt, dass die Durchimpfung eines Jahrganges derzeit 25 Mio. Euro kosten würde. Das Geld dafür sei nicht da. Laut Herstellerangaben würden die Ausgaben für den Bund aber nur bei der Hälfte bis deutlich darunter liegen. (11,88 Mio. Euro für die Durchimpfung von 85 Prozent der Mädchen und 50 Prozent der Buben). In Österreich sterben pro Jahr rund 180 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Etwa 5.000 müssen sich wegen Krebs-Vorstufen chirurgischen Eingriffen unterziehen. (APA)
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Zitat: "Bei den durch HPV 16 und 18 verursachten Krebsvorstufen bzw. Karzinomen lag die Schutzrate bei 98 Prozent." Die Überschrift müßte folglich heißen: "Durch HPV-Vakzine fast 100-prozentiger Schutz gegen durch HPV ausgelösten Gebärmutterhalskrebs". Interessant wäre nun, wie hoch der Prozentsatz desselben an der Gesamtheit Gebärmutterhalskrebsfälle ist.
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