China: Provinz will Ehemännern Geliebte gesetzlich verbieten

von Redaktion  |  14. Juni 2007, 11:15

Geplante Verordnung zur Sicherung der Rechte von Frauen wird außereheliche "Liebesnester" einzurichten untersagen

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen (z. B. APA und REUTERS) basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
weitersagen:
drucken
Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2
die rote baronin
30.05.2007 20:03

Hier war aber nicht von Prostitution die Rede.

mond1
30.05.2007 20:38

Das ist schon richtig. Nachdem wissenschaftlich erwiesen ist, dass Monogamie wider die Natur ist, ist es mir als Ehefrau lieber, mein Mann hat eine Geliebte, von der ich nichts weiß als er geht zu verschiedenen Prostituierten, wenn ich mit aller Gewalt meine Ehe zum Schein aufrecht erhalten will.

Tethys
31.05.2007 10:27

Sieht Ihr Ehemann das denn genauso? Dürfen Sie auch einen Geliebten haben?

mond1
31.05.2007 10:47
Ich glaube nicht

Unlängst meinte er bei einer Diskussion machomäßig: "Man verleiht sein Auto nicht und auch nicht seine Frau!" Beachten Sie die Reihenfolge!
Sollte diese Situation in meinem Leben auftreten, werde ich ihn bestimmt nicht fragen, ob es ihm recht wäre.

Tethys
31.05.2007 12:11

Ich wollte Sie damit auch nur auf die Undiffernziertheit des Arguments "von der Natur so vorgesehen" hinweisen. Es ist nun mal so, dass sich Weibchen Partner zur Zeugung und Partner zur Aufzucht wählen. Männchen wählen das Weibchen mit dem besten "Erbgut", Weibchen wählen danach ihre Männchen.
Bloß: Männchen kam irgendwann dahinter, dass er etwas mit Weibchens Schwangerschaft zu tun hatte und wollte daher sicher stellen, dass das Kind seines Weibchens nur ja sein eigenes wäre. Bis heute hat sich dieses Denken erhalten: Männer zeigen durch Fremdgehen ihre Potenz, Frauen, die selbiges tun, werden bestraft. Der Mann sieht sein eigenes Fremdgehen also positiv, das der Partnerin negativ, weil "ja kein anderer ran darf". Ziemlich ungleich das.

Andreas Prucha
05.06.2007 05:27

Meines Wissens nach gehen Frauen und Männer gleich viel fremd.

Tethys
05.06.2007 09:17

Nichts anderes habe ich geschrieben. Mir ging es jedoch in erster Linie um die unterschiedliche Reaktion der Gesellschaft, je nachdem ob Mann oder Frau fremd geht.

María José
31.05.2007 14:55

"Männer zeigen durch Fremdgehen ihre Potenz, Frauen, die selbiges tun, werden bestraft. Der Mann sieht sein eigenes Fremdgehen also positiv, das der Partnerin negativ, weil "ja kein anderer ran darf". Ziemlich ungleich das."

Und Frauen bestrafen Männer nicht, wenn diese fremdgehen?
Steht dem (sicherlich abzulehnenden) männlichen Gedanken: "Die Gebärmutter meiner Ehefrau gehört nur mir"
nicht der weibliche Gedanke: "Aufmerksamkeit, (Frei)zeit, Arbeitskraft, Sexualität und Finanzen meines Ehemannes gehören nur mir" gegenüber?

Oder warum lassen sich Frauen sonst scheiden, wenn ihre Männer fremdgehen? Sehen diese das Fremdgehen ihrer Männer nicht als negativ an?

Oder gehören Sie zu denen, die behaupten, dass Frauen eh fast nie fremdgehen?

Tethys
31.05.2007 15:43

Sehen Sie sich die Welt doch an! Frauen werden vielerorts wie Eigentum behandelt, sie werden verkauft, eingesperrt und bevormundet - nur um sicherzustellen, dass die Frau nur die Kinder des vorgesehenen Mannes bekommt - und nicht etwa die eines anderen.
Sehen Sie mal über den Tellerrand hinaus. Die Welt hört nicht am Grenzübergang auf. Die Welt ist groß und weit - aber nicht immer schön. (Fragen Sie mal die Ehefrauen in China, um die es ja im Artikel eigentlich ging).
Darum ging es in meinem Posting. Und so sollten Sie es auch verstehen.

María José
31.05.2007 21:07
aso

Zugegeben, in China war ich noch nicht, hab es erst einmal bis Japan geschafft - das soll jedoch eine ganz andere Welt sein in China. Die Japanerinnen waren jedenfalls alles andere als eingesperrt. *g*

Da ich 99% meines Lebens westlich vom Ural verbracht habe, ist mein Weltbild halt leider sehr europäisch/amerikanisch zentriert. Und deshalb kenne ich leider keine eingesperrten Frauen. Kann ja sein, dass es die bei uns auch gibt, aber ich kenne jedenfalls keine.

Naja, wieder was gelernt. :-)

mond1
31.05.2007 13:11
Bin ganz Ihrer Meinung. Genauso ist es!

mond1
30.05.2007 19:36
Die chinesischen Provinz-Politiker spinnen

Der richtige Ansatz wäre wohl, die Prostitution per Strafe (die Freier müssen bestraft werden und nicht die Prostituierten) zu verbieten und abzuschaffen, aber nicht die Geliebte per Gesetz.
Was gibt es Schöneres auf der Welt als geliebt zu werden?

Andreas Prucha
05.06.2007 05:33

Wo bitte ist genau der Unterschied? Diese Männer mieten für ihre "Geliebten" Wohnungen an, spendieren sicher auch noch Anderes. Das ist ja auch nichts anderes als Prostitution - nur mit Dauerauftrag.

Im Iran gibts ja auch eine witzige Möglichkeit: Prostitution ist verboten - aber es gibt die Möglichkeit der "zeitlich befristeten Ehe". Die Ehe kann auch nur eine Stunde dauern. Bei der "Scheidung" ist das zuvor vereinbarte Pflichtteil zu zahlen.

Das ist auch Prostitution, genauso wie "Geliebte" die sich aushalten lassen Prostituierte sind. Warum zum Geier wird das eine romantisiert und das andere verteufelt?

mond1
05.06.2007 06:13
Ja, zum Teufel -

wäre dann, Ihre Gedankengänge zusammengefasst, unsere traditionelle Ehe auch Prostitution? Nur halt staatlich und vielfach kirchlich abgesegnete.

Andreas Prucha
10.06.2007 02:58

Wenn sie fast hauptsächlich der finanziellen Absicherung der Frau dient: Ja

Wo ist der Unterschied, ob eine Frau bei der Wahl es Mannes hauptsächlich auf dessen Einkommen und sozialen Status schaut - oder eben wie eine Prostituierte Sex kostet XXX. Eigentlich keiner. In beiden Fällen versucht Frau aus dem Wohlstand des Mannes Profit zu schlagen.

mond1
10.06.2007 06:36
Es gibt auf der Welt nichts, das sich nicht missbrauchen lässt

Und woraus schlägt der Mann bei Ihren Anschauungsmodellen Profit?

Andreas Prucha
10.06.2007 08:55

Bei der klassischen Ehe darin, dass sie ihn sexuell und im Haushalt "bedient".

Ich denke von den frühen ist noch viel übrig in unserem Verhalten. Was hat Homo Sapiens-Weibchen früher gesucht: starkes Männchen das sie gut verteidigen und ernähren kann wenn sie die Kinder gross zieht. Und Männchen wollte gesundes Weibchen.

Jetzt ist Muskelmasse alleine nicht mehr ausreichend. Sozialer Status, Hirn, aber trotzdem auch noch Körpergrösse ist gefragt. Bei den Anforderungen ans Weibchen hat sich nicht viel geändert (schon mal aufgefallen, dass als schön gilt was gleichzeitig auch als gesund gilt)?

Ich glaube vieles hat nichts mit bewusster Unterdrückung zu tun, sondern mehr mit "geerbten" Anforderungen.

der schönste mann v. wien 
30.05.2007 22:16
das schwedische modell?

mond1
30.05.2007 22:29
Warum nicht?

IMHO besser als kein Modell und Geliebte verbieten.

der schönste mann v. wien 
30.05.2007 22:47
eine handvoll freierverurteilungen zu geringen geldstrafen und brostituierte...

...die im untergrund arbeiten müßen - welches problem wird damit gelöst?

genau betrachtet hat man es im autoritären china mit der durchsetzung solcher ideen natürlich leichter: was der tötung von pandas recht ist, kann der bezahlung für sex nur billig sein.

mond1
31.05.2007 06:38

Wieso muss P. in den Untergrund? Wieso halten Sie die Abschaffung für unmöglich? Das hatte man bei der Sklaverei auch einmal gedacht und dennoch ist sie abgeschafft. Halten Männer jetzt auch in Sache Liebe nicht mehr zusammen, unterstützen sie sich nur mehr, dass P. und Gewalt weltweit bleiben und die Unterdrückung der Frau? Die Geliebte soll in dieser chines. Provinz laut Bericht ja gesetzlich verboten werden, um die Ehe zu schützten. Die Ehe, die IMHO ein letztes Relikt der Sklaverei ist. Absurd, aber im gewalttätigen China nicht verwunderlich.

María José
31.05.2007 13:24

Ich bin als Mann selbstverständlich auch ein Gegner der Ehe. Aber was hat Ehe mit Sklaverei gemeinsam? Klären Sie mich diesbezüglich bitte auf!

mond1
31.05.2007 14:17

Sklaverei ist die Ehe nicht nur für mich deshalb, weil der "Job" einer Ehefrau nicht bezahlt wird. Eine Frau erhält kein Arbeitslosengeld, wenn sie diesen nichtbezahlten Job verliert, selbst wenn das für sie und ihre Kinder eine finanzielle Härte bedeutet. Für mich ist die Ehe das hauptsächliche Vehikel zur Verewigung der Frauenunterdrückung. Durch die Rolle der Ehefrau wird die Unterjochung der Frau aufrechterhalten. Daher ist es ganz wichtig, dass Mädchen die beste Ausbildung erhalten,die es gibt, um sich jederzeit aus dieser Sklaverei selbst befreien zu können, falls sie in die Ehefalle geraten sind und ohne Ausbildung anschließend in die Armutsfalle gelangen könnten. 70 % der Armen auf der Welt sind Frauen.

Andreas Prucha
10.06.2007 06:43

Naja, in unseren Breiten kann eine Scheidung schon eher den Mann in den Ruin treiben, als die Frau. Aber ich gebe dir schon recht: Finanzielle Abhängigkeit von Frauen ist nicht gut. Sowohl für Männer als auch die Frauen.

die rote baronin
31.05.2007 18:47

Daran ist nicht die Ehe schuld (die ich gar nicht verteidigen will) sondern dass Frauen Kinder bekommen. Und das werden sie auch weiterhin.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2

Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.