Frauenspülapparat & Co

Redaktion, 13. Juni 2007, 07:00
  • Darstellung einer Vaginalspülung ... auf der Homepage des Museums für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch
    foto: www.muvs.at
    Darstellung einer Vaginalspülung ... auf der Homepage des Museums für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch

Das Verhüten von Schwangerschaften war bis 1900 verboten, dennoch existierten damals viele skurrile und schädliche Methoden

Obwohl das Verhüten einer Schwangerschaft, also die Trennung von Sexualität und Fruchtbarkeit, seit Jahrtausenden ein wesentliches und oft ökonomisch bedingtes Anliegen der Menschen darstellt, war es bis etwa zum Jahr 1900 verboten.

"Mit Gefängniß bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark ... wird bestraft, wer ... Gegenstände, die zu unzüchtigem Gebrauche bestimmt sind, an Orten, welche dem Publikum zugänglich sind, ausstellt oder solche Gegenstände dem Publikum ankündigt oder anpreist", hieß es in Paragraf 184/3 des Deutschen Strafgesetzbuches, das von 1900 bis in die 1970er-Jahre hinein Gültigkeit besaß.

Leben des Kindes vor jenem der Frau

Aufgrund dieser Strafandrohung zeigten die meisten GynäkologInnen und GeburtshelferInnen wenig Interesse an der Vermittlung von Methoden zur Schwangerschaftsverhütung bzw. erwiesen sich fast ausnahmslos als GegnerInnen. Dabei wurde zwar die Notwendigkeit derselben in bestimmten Fällen anerkannt, jedoch betont, dass auch "in denjenigen Fällen, in denen zwar Schwangerschaft und Geburt die Mutter in beträchtliche Lebensgefahr bringen, die Möglichkeit der Geburt eines lebenden, gesunden Kindes aber vorhanden ist ... Ebenso wenig allgemein gültig als Grund ... ist die Befürchtung, dass Kinder lebensunfähig und krank zur Welt kommen, wenn die Mutter selbst durch Schwangerschaft und Geburt nicht wesentlich gefährdet erscheint" (Enzyklopädie der Geburtshülfe und Gynäkologie, 1900).

Befürworter der Verhütung

Eine Ausnahme bildete der Flensburger Frauenarzt Wilhelm Peter Mensinga (1836 - 1910), dessen These lautete: "Wo das Leben, die Wohlfahrt der Mutter, durch fernere Gravidität ... irgendwie gefährdet erscheint, ist es Pflicht des Menschenfreundes, Conception zu verbieten, facultative Sterilität eintreten zu lassen". Entgegem dem Spott seiner Kollegen entwickelte er das Okklusivpessar, den Vorläufer des Diaphragmas, als einigermaßen zuverlässiges Verhütungsmittel.

Erst achtzehn Jahre später erfolgte der nächste Vorstoß in Richtung brauchbare Verhütungsmethoden, welche der Gynäkologe Walter Pust wie folgt beschrieb: "Es muss sicher, billig und unschädlich sein, möglichst wenig gegen die Ästhetik verstoßen und möglichst nur vom Arzte anzuwenden sein".

Angesichts von Proletarisierung, Massenarmut und Wohnungsnot um die Jahrhundertwende formulierte Hugo Sellheim im Jahr 1911 als Erster das Recht der Frau, über den Zeitpunkt einer Schwangerschaft selbst zu entscheiden. Ab 1926 entwickelte sich die Sexualwissenschaft und Beratungsstellen wurden eingerichtet. 1929 publizierte Theodor Hendrik van der Velde die Schrift "Die Fruchtbarkeit in der Ehe und ihre wunschgemäße Beeinflussung", die sich zum Bestseller entwickelte. Obwohl von der katholischen Kirche auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt, erreichte das Buch bereits 1932 in Deutschland 42 Auflagen.

Tarnbegriffe und Methoden

Um das gesetzliche Verkaufsverbot zu umgehen, wurden für Verhütungsmittel Tarnbezeichnungen und verschleierte Werbung eingesetzt wie "Frauenschutz", "Frauenspülapparat", "Maßnahmen zum Gesundheitsschutz", "Vorrichtung zum Aufspreizen natürlicher Körperkanäle" und vieles mehr. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert bestanden bereits viele unterschiedliche Methoden zur Kontrazeption, von denen jedoch einige gesundheitsschädlich und die meisten unzuverlässig waren:

Coitus interruptus, Kondome aus Gummi, Fischblasen und dem Blinddarm von Wiederkäuern, Okklusivpessarien, Portiokappen, Vaginalzäpfchen aus Kakaobutter, Chinin und pulverisierte Säuren sowie Lysol bzw. Essig getränkte Schwämmchen. Daneben wurden Spülungen mit Wasser, Schwefelkupfer, Karbol-, Essig- oder Alaunlösungen über Mutterspritzen bzw. Frauenduschen, das Bidet, den Irrigator oder das Mutterrohr angewandt. Auch das Einspritzen chemischer Substanzenmittels Scheidenpulverbläser war weit verbreitet. Weitere und detailliertere Informationen finden Sie auf der Homepage des Museums für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch. (Quelle: Newsletter des Museums/dabu)

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Und wem hatten die Frauen dieses Verhütungs-Verbot zu verdanken?

Der katholischen Kirche! Der hl.Augustinus verkündete,das Ehebett sei ein Bordell u.eine Ehefrau eine Hure,sofern der eheliche GV nicht zur Zeugung von Kindern vollzogen werde.1930 erließ Papst Pius XI.verlautbaren,dass alle Menschen,die Geburtenkontrolle praktizierten,von Gott "mit dem größten Ausmaß des Hasses" verfolgt würden,u.im Jahr 1980 wurde die Geburtenkontrolle von päpstlicher Seite noch immer als "Ehebruch mit der eigenen Gattin" bezeichnet.Ausnahmslos wurde Empfängnisverhütung als Todsünde klassifiziert, u.bis 1917 vom Kirchengesetz als Mord bezeichnet.
In ihrem Kampf gegen die Sexualität zeigt die KK bis zum heutigen Tag mehr Engagement als gegen die Vernichtung des menschl.Lebens in Krieg u.Massenmord u.durch die Todesstrafe.

Um 1830 (Erfindung der Dampflokomotive) waren Mediziner weiters der Meinung, dass bei Geschwindigkeiten über 30 km/h Blut und Hirn zu kochen beginnen.

Noch 1903 mußten Autos mancherorts im Schrittempo fahren und davor jemand zur Warnung mit einer roten Fahne laufen.

In den 70ern hat ein Informatiker prognostiziert, dass die Welt etwa 500 PCs brauchen wird.

Was will ich damit sagen? Aussagen, die Kirchenvertreter (und nur diese!) zT vor Jahrhunderten getätigt hat, werden NIE im Kontext mit dem damaligen Wissensstand und allgemeinen Weltbild gesehen, sondern dienen den Kirchenhassern als Grundlage für ihre blinde Ablehnung.

Grundsätzlich nett gedacht,

und auch die "Wissenschafter" irren natürlich oft, oder verschätzen sich ganz grob.
NUR !!!
Die katholische Kirche hat noch immer die selbe Einstellung zum Thema, und zwar genau jetzt, in diesem Moment, in dem ich das hier tippe, und da muss es erlaubt sein unseren heutigen kulturellen und wissensmäßigen Kontext anzuwenden.

mit dem Unterschied ..

dass die Aussage, dass mehr als 500 Computer nicht benötigt werden, Sie nicht in Ihrer persönlichen Freiheit und Lebensglück beschränkt. Die Meinung wurde auch nicht Millionen von Menschen als Wahrheit eingeimpft ...

Der Kirche wird ja nicht vorgeworfen,

falsche Prognosen abgegeben zu haben, sondern das Selbstbestimmungrecht der Frauen mit Füssen getreten zu haben. Zur Rechtfertigung diente die sog. heilige Schrift.
Kleine Kostprobe gefällig:
(1. Mose 19,8): "Siehe, ich habe zwei Töchter, die wissen noch von keinem Manne; die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt."

Wem da nicht das Speiben kommt, der hat einen guten Magen.

Die Kirche hat jahrhundertelang das Weltbild _geschaffen_ und tut es in weiten Teilen der Welt noch heute.

30 Millionen AIDS Tote in Afrika gehen auf das Konto der Kirche, weil Verteter irgendwelcher Götter es halt lieber so haben. Wo bleibt Ihr toller Kontext dabei?

Werbeveranstaltung

Das "Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch" wird innerhalb einer privaten Klinik geführt, die unter anderem auch Schwangerschaftsabbrüche vornimmt. Ich finde es toll, dass sich eine Privatperson die persönliche und finanzielle Mühe macht, diesen Aufklärungsraum (und er ist kaum mehr als das)
eingerichtet zu haben. DENNOCH: Es ist ein Skandal, dass dort ganze Schulklassen reingeschleust werden und EINSEITIG aufgeklärt werden. Es ist eine einzige Werbeveranstaltung für den Schwangerschaftsabbruch, und bitte schön gleich nebenan komfortabel zu erledigen. Klinik und "Museum" sind wichtige Einrichtungen, aber bitte schön UNABHÄNGIG von einander zu führen. Und dies sollte bitte schön auch von einer kritischen Presse beachtet werden.

wohl ein Freund von Bush u dgl.

ewiggestrig

mit ihrer überflüssigen und halblustigen beschimpfung...


sprechen sie sich hier doch tatsächlich gg objektive information aus???!!!?? nichts anderes fordert eigentlich ihr vorposter.

net schlecht; habens sonst noch gute ideen?
von mir aus dürfens ruhig für schwangerschaftsabbruch sein - bis zum 9. monat - is ihre sache (schlachten wir die dinger ab, wen interessierts?!? hab noch kein baby gesehen das sich darüber beschwert hätte.)

glauben sie sie schaffen es in ihrem von missionars- und diktaturgedanken geprägten weltbild zu akzeptieren dass andere menschen vielleicht ihre eigene meinung vertreten? ein stichwort dazu wäre zb "toleranz", die sie sicher auch schon oft für sich selbst eingefordert haben.

übrigens der vergleich mit bush is total super, neu, cool und wahnsinnig originell!

Ein Skandal ist nur

das Schwangerschaftsabbruch und Verhütung noch immer gern tabuisiert werden - vor allem letzteres! Unverantwortlich!

*****

sind sie polens kaczynski/giertych anhänger ?

Ich habe hier nicht den Schwangerschaftsabbruch in Frage gestellt, sondern die Befangenheit und Subjektivität dieser privaten Einrichtung. Ich empfinde es als problematisch, wenn eine private Klinik ein sogenanntes Museum zu diesem Thema führt und auf der Homepage nicht darauf hinweist, dass beides ein und das selbe ist. Dass in der Presse auf diesen Manktum an Objektivität nicht hingewiesen wird, wie es sich bei einer Berichterstattung zu einem "Museum" gehören würde, zeigt nur wie leicht die Presse sich durch "gutgemeinte Privatinitiative" einlullen lässt. Läge dem Betreiber objektive Darstellung von historischen Sachverhalten wirklich am Herzen, hätte er sicher einen Weg gefunden, dies auch anders und woanders zu verwirklichen.

du hast ja im prinzip recht mit deiner argumentation

lass die militanten bullies nur zuhauen, denn sie wissen nicht was sie tun.
ich kenne diese ausstellung nicht und kann daher spezifisch nicht stellung nehmen.
grundsaetzlich: die legalitaet des schwangerschaftsabbruchs will ja niemand in frage stellen. allerdings soll tunlichst vermieden werden, dass schwangerschaftsabbruch quasi als geburtenkontrolle eingesetzt wird, so wie das im ehemaligen ostblock wohl gang und gaebe war.
der fokus bei jugendlichen muss absolut auf effizienter schwangerschaftsverhuetung beruhen.

schwangerschaftsabbruch ist nicht legal. es ist verboten bloß bis zu einem gewissen zeitpunkt nicht strafbar. da muss man unterscheiden.

nicht nur verhütung

der focus sollte uU darauf liegen, die gesellschaft wieder familienfreundlicher zu machen.

Familienwerte werden vielzusehr überbewertet und verursachen ein falsches Gefühl an Zusammengehörigkeit.
Soziale Verantwortung sollte sich nicht auf die Verwandschafft beschränken.
In unserer Gesellschafft ist es unumgänglich dass man gewisse Pflichten und Verantwortungen (z.b.: gegenüber seinen Kindern) erfüllen muss
aber das verleitet viele dazu zu glauben besondere Ansprüche auf seine Kinder, Enkel, Ehepartner, sonstige Verwandte, zu haben, während man gewisse selbstverständliche Verantwortungen gegenüber Fremden vernachlässigt.

ich glaub das kann man gar nicht hoch genug bewerten...

wie gut kinder (und später erwachsene) die aus zerrütteten fam-verhältnissen kommen ihre soziale verantwortung der gesellschaft über wahrnehmen sieht man ja eh täglich.

in welcher weise sollte man denn das lernen wenn nicht in einem familienverband (in verschiedensten ausprägungen...)
sollmas in der schule unterrichten, staatliche anstalten zur entwicklung der sozialen ader...?

schauns einmal zb leute an, die aus grossfamilien kommen und die eigene großmutter pflegen mussten. und urteilen sie dann nochmal über über deren einstellung zur gesellschaft und deren verantwortungsvolles handeln.

Mit verlaub, die meisten familienverbände lehren, und je enger der "familienverband" unso stärker, daß es ein "wir" (die familie) und ein "die" (alle anderen) gibt, und die familie wichtiger ist als alles andere.

wer sagt das?

klar gibt es völker, in denen alle kinder von allen erzogen werden, macht in den kleingruppen durchaus auch sinn, nur in unserer komplexeren gesellschaftssturkturen, und der jetzt schon fehlenden bereitschaft zu solidarität kann ich mir keine version vorstellen, die nicht auf einer familären einheit beruht... zumal von entwicklunsgpsych.. standpunkten für menschen enge bindungen entscheidend sind....,
meine erfahrung ist übrigens, dass sich menschen, die in der familie sozial agieren, zumeist auch fremden gegenüber sozial verhalten.
und nein, ich meine fremden gegenüber keine verantwortung zu tragen, nur wenn ich helfen kann, tu ich es....

die hormongeladenen jugendlichen haben mit familienplanung eigentlich

wenig am hut, deswegen soll bei ihnen schwangerschaftsverhuetung vorrang haben
es stimmt, das land braucht kinder. in laendern wie oesterreich wird das kinderkriegen eigentlich schon gefoerdert. aber darauf kommt es vielleicht gar nicht so an. in den usa, wo die staatliche unterstuetzung fuer kinder nur ein bruchteil von dem in europa ist (im prinzip nur minimale steuerliche vorteile), hat eine signifikant hoehere geburtenrate. es kommt auf die einstellung der gesellschaft an.

wie sie vielleicht wissen...

...beträgt die geburtenrate weitaus weniger als die zur erhaltung der bevölkerung "notwendigen" 2,1 kinder pro frau.
ergo wird kinderkriegen gesellschaftlich udn staatlich viel zu wenig gefördert und teilweise auch unmöglich gemacht, nur dass es ein staat noch schlechter macht als österreich, ist imho KEIN ausreichendes qualitätskriterium.

im übrigen denke ich auch, dass vielmehr auf aufklärung in bezug auf schwangerschaftsverhütung bei jugendlichen gesetzt werden sollte.
aber...ein schwangerschaftsabbruch ist die entscheidung der frau und ggf. des partners. niemand sonst trägt das kind aus, niemand sonst ist für das kind verantwortlich, niemand sonst muss mit der entscheidung ein kind zu bekommen oder eben nicht leben. punkt.

sorry, aber scheint's wohl meinen punkt nicht zu verstehen

trotz relativ starker finanzieller anreize in Oe u.a. europ. laendern faellt die geburtenrate im alten kontinent stetig. in anderen industrielaendern wie z.b. usa u. canada, wo das kindergrossziehen noch dazu wesentlich teurer ist, gibt es deutlich weniger staatliche foerderungen und dennoch ist die geburtenrate quer durch alle sozio-oekonomischen schichten substantiell hoeher als in europa. so, das ist mein punkt. und nein, 2,1 kinder pro gebaerfaehiger frau ist nicht genug um ein schrumpfen der bevoelkerung zu verhindern. in den klassischen einwanderungslaendern wie usa, canada u. australien ist bevoelkerungszuwachs durch einwanderung ein selbstlaeufer. europa soll sich nicht so anstellen und die tore oeffnen.

was ist ein und das selbe?

also was jetzt: Aufklärung ja, Museumsbesuche nein?

Die Räumlichkeiten des Museums sind getrennt vom Ambulatorium, das dürfte genügen.
And by the way: Oft besuchen Schulklassen nicht nur an einem Tag das Verhütungsmuseum, sondern werden auch in das "Lebensschutz"zentrum von Human Life International gebracht. Und dort findet der wahre Skandal statt: Indoktrination und Lügen, katholisch verbrämter moralinsaurer Quatsch wird den SchülerInnen dort einedruckt. Dort ist die Antiabtreibungsmafia stationiert, die tagtäglich Frauen und Mädchen vor Kliniken ums Eck drangsaliert.
Und sagen Sie nicht, Sie hätten das nicht gewusst!
www.schutzzone.at.tf

solange sich mäner den komfort nehmen

als vater nicht anwesend zu sein, sollt man vorsichtig sein, den müttern komfortdenken zu unterstellen.....

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