Das Feuer der Baba-Jaga

Redaktion, 10. August 2007, 11:53
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Petra Schönbacher hat sich auf die Spur matriarchalen Urwissens in russischen Märchen begeben - ein Buchtipp

Alte russische Frauen(zauber)welten lässt Petra Schönbacher in ihrem Buch "Das Feuer der Baba-Jaga" wieder neu erstehen. Sie analysiert die Märchen, entwickelt neue Theorien und holt sie damit in unsere patriarchale Lebensrealität. Die Freude an den erstaunlichen Erzählungen und klassischen Matriarchatstheorien schmälern jedoch kleine Fehler: Es fehlt der klare, umfassende Blick von Marie König, eine der großen Forscherinnen aus dem vorigen Jahrhundert. Jenseits diverser Fruchtbarkeitsmythen erforschte Marie König die vielen Symbole der Altsteinzeitlichen Höhlenmalereien und entdeckte eine universale Bildersprache, welche die komplexe Welt der Menschen vor 30.000 Jahren plausibel zu erklären vermag.

Die Autorin bezieht sich in ihren Analysen zumeist auf die Matriarchatsforschung von Heide Göttner-Abendroth und bleibt dadurch in dem Frau/Mann-Beziehungsmodell verhaftet. Somit fließt auch Gabriele Meixners Werk "Frauenpaare" leider nicht ein, wodurch die alten Frauenwelten niemals aus der Sicht von Doppelgöttinnen und Doppelköniginnen wiedererstehen. Zudem bleibt Schönbacher in den veralteten Thesen der "schamanistischen Praktiken" verfangen. Jede religiöse, spirituelle, aber auch alltägliche Handlung wird dem Thema "Fruchtbarkeit" zugeordnet und in jeder Geschichte sieht sie den Ablauf eines schamanistischen Rituals.

Entführung und Erschaudern

Dennoch: In "Das Feuer der Baba-Jaga" spinnt Schönbacher die Leserin ein, entführt sie mit Vasilisa, der Wunderbaren in das Frauenreich der Baba–Jaga, lässt sie erschauern vor den Knochenzäunen einer magisch-mythischen Anderswelt, bezaubert mit "Elena der Allweisen", bringt sie in das Mädchenreich der Zar-Jungfrau, die mit 30 Wahlschwestern u.a. auch den Staat regiert - und viele Mythen und Erzählungen mehr. Einblicke in das Leben matriarchal lebender Menschen heute und Ausblicke auf die aktuelle Matriarchatsforschung ergänzen den Band.

"Sämtliche Wissenschaften basieren auf dem Weltbild des Patriarchats. Die Matriarchatsforschung stellt nun die lange tradierten Grundannahmen dieses Wissenschaftssystems in Frage", sagt Schönbacher. Dies gelingt ihr auch. Sie ermöglicht der Leserin ein Erwachen aus fernen und doch vertrauten Märchenzeiten mit großem Begehren auf mehr Sinnliches, Gewünschtes, Wieder-Erinnertes, Feenhaftes, Erstaunliches, Mächtiges, Eigenmächtiges. Sie hat alles methodisch gut aufbereitet und liefert brauchbare, wissenschaftliche Argumente, warum Matriachate als Gesellschaftsformen lebbare Alternativen zu patriarchalen Herrschaftssystemen sind - ein sinnlicher Lesegenuss, auch für Laiinnen. (Ruth Devime)

Petra Schönbacher.
Das Feuer der Baba-Jaga.
Matriarchales Urwissen als Chance ... oder die geheimen Botschaften in russischen Märchen.
244 S. / 23 Euro.
Edition Roesner 2006.
ISBN 978-3-902300-20-1.

Petra Schönbacher, geboren 1967 in Graz, studierte Russisch und Sinologie. Seit ihrer Diplomarbeit beschäftigt sie sich mit dem Matriarchat und hat unter anderem einen Workshop für Frauen entwickelt, bei dem die matriarchale Kultur eine Inspirationsquelle für die Suche nach neuen Wegen darstellt. Die Autorin ist seit mehreren Jahren Moderatorin der Ö1-Journale des ORF und gibt Stimm- und Atemtrainings. Sie lebt und arbeitet derzeit in Wien.
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19 Postings
Susi Stattnam
00
10.8.2007, 12:10
meine Lieblingsmärchen.

Baba Jaga am drehenden Häuschen :-)

Emil i Lönneberga
00
10.8.2007, 17:16

Das läuft doch auf Hühnerfüssen ?

Susi Stattnam
00
13.8.2007, 10:47
ja!!! Und dreht sich :-)

A.B. Artig
 
00
27.12.2008, 22:49

Aber nur, wenn man es richtig ruft!

augenflimmern
00
10.8.2007, 15:43

jaaaa! mit dem einen hühnerbeinfuß! und den totenköpfen am zaun.

John Connor
00
11.8.2007, 13:25
Männertotenköpfe?

A.B. Artig
 
00
27.12.2008, 22:49

Nein, nein, Gemischtware.
p.s. Und sie hilft auch ab und zu, völlig genderunspezifisch.

Susi Stattnam
00
13.8.2007, 10:48
ist das wichtig fuer Sie?

Es stand niemals da, aber Sie können sich ja das gerne dazu denken, wenn es fuer Sie so wichtig ist, und fuer Sie nur dann Frauen eigenständig und wild sein duerfen, wenn alle Männer tot sind....

Thomas Felder
00
14.8.2007, 11:55

ich denke, er sieht das so, dass in einem matriarchat männertotenköpfe da recht realistisch sind, nicht erst wenn alle tot sind, sondern weil dann die frauen die macht haben

A.B. Artig
 
00
27.12.2008, 22:50

Die Baba Jaga hat traditionell keine Vorlieben bezüglich Männchen und Weibchen.Sie hilft und vernichtet je nach Laune.(p.s. wie jeder andere Herrscher auch)

Susi Stattnam
00
16.8.2007, 15:58
Teil2

dann muss halt dann er den Haushalt auch einmal alleine schupfen können, wenn sie auf Abenteuer oder Innenschau unterwegs ist...
Ich wuerde selbstständige Frauen oder Matriarchat nicht so eng sehen. ...

Aber nach der Biene Maya war ja Willy auch der Faule :-)

Susi Stattnam
00
16.8.2007, 15:56
warum sollten die die männer umbringen?

ich seh das sowieso alles ein bisschen anders:

1) wenn Baba Jaga ein Symbol der selbstständigen unabhängigen freien Frau darstellt, die Hässlichkeit die Unabhängigkeit von Schönheitsunterwerfungen (heisst ja nicht, dass sie nicht auch schön sein kann, wenn sie will, aber sie kann auch nicht schön sein, wenn sie will) und ihre Huette ueberall landen kann, wo sie will, dann ist der wilde Wald ihre Innenschau, der Mann und die Kinder sind an einem anderen Platz, allerdings in einer Art und Weise, dass sie und ihr Mann beide gegenseitig Verständnis dafuer haben, dass neben Intimität und Nähe auch einmal Abenteuer und Unabhängigkeit voneinander (nicht jetzt Sexbezogen, obwohl auch das möglich wäre) möglich sein muss. Und da muss halt dann er

augenflimmern
00
11.8.2007, 16:59

keine ahnung - ist das relevant?

John Connor
00
12.8.2007, 10:34
Natürlich!

augenflimmern
00
12.8.2007, 11:01

und warum?

John Connor
00
12.8.2007, 12:25
Der Feind ist ja das Matriarchat.

Totenköpfe vor den Behausungen sind doch immer von den Feinden.

A.B. Artig
 
00
27.12.2008, 22:51

Oder von der letzten Mahlzeit.

Susi Stattnam
15
13.8.2007, 10:49
oder von dummen Tölpeln.

Thomas Felder
00
14.8.2007, 11:55

rofl

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