Die Unbehüteten

Redaktion, 8. August 2007, 07:00
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    foto: aufbau verlag

Agnes Gergely erzählt in ihrem Roman eine ungewöhnliche Geschichte in bemerkenswerter Sprachmelodie

Mehr als außergewöhnlich kann die Geschichte über die "Unbehüteten" genannt werden, sowohl den Inhalt als auch die Sprache betreffend. Insbesondere die Sprache! Satzbau, Wortwahl und eine Fülle an bemerkenswert intelligenten Aussagen über die Liebe und das Leben im Allgemeinen fügen sich zu einer poetischen Melodie, die Literatur in höchster Form ausmacht. Und dies, obwohl es sich hier um eine Übersetzung vom Ungarischen ins Deutsche handelt.

Das Buch erzählt aus dem Leben der Schriftstellerin Karen, die alleinerziehend mit ihrer Tochter in Budapest wohnt. Als ein befreundetes Paar bei einem Autounfall verunglückt, erhält sie zusätzlich die Verantwortung für deren Tochter Detti. Dann lernt sie den jüdischen Regisseur Carlos kennen und Karens Leben erhält wieder jene Leuchtkraft, die sie nicht mehr für möglich gehalten hätte.

Doch nachdem er aus privaten Gründen ausreisen muss, beginnt eine Lawine an Problemen auf sie zuzurollen. Die ungarischen Behörden verweigern ihm die Rückkehr, der Briefwechsel der beiden wird kontrolliert und Karen selbst wird es nur selten gestattet, das Land zu verlassen. Zusätzlich erkranken beide Mädchen schwer. Karen lebt zwischen extremen Sorgen um ihre Töchter, den Krankenhausbesuchen, den vielen Versuchen, Carlos wieder zu sehen, ihren Sehnsüchten und der Arbeit.

Agnes Gergely, im deutschsprachigen Raum leider so gut wie unbekannt - was haben wir bisher versäumt! - sagte ganz zu Recht über ihren bereits 2002 erschienen Roman: "Hier habe ich alles gesagt, was ich über Leben und Tod weiß".
(dieStandard.at/dabu, 8.8.2007)

Agnes Gergely:
Duie Unbehüteten
Aufbau-Verlag 2002
ISBN-10: 3351029454
Euro 7,80
t 3
 
11
erst mit mann

ist ein frauenleben wieder strahlend? und das gefällt...

Joe Mensch
11
schon was von Liebe als Antriebskraft gehört?

t 3
 
00
ah bah.

das ist doch nur toootaaal unemanzipert.

ausserdem gilt es zu begreifen dass liebe nur der sinnliche überbau ist der zum zwecke der arterhaltung die früchte der triebe bis ins 6te lebensjahr hinein gegen den unbill der umwelt absichern soll.

und ja. ich habe schon mal geliebt, und es war unglaublich schön und unvorstellbar schmerzhaft und es gibt trotzdem noch unfassbar viel andere dinge im leben. die - das sei explicit angemerkt - genau so wertvoll sind...

Tethys
00

Warum unemanzipiert? Warum darf eine emanzipierte Frau in einer Beziehung nicht glücklich sein? Gibt sie Ihre Emanzipation auf, wenn sie sich verliebt?

t 3
 
01
weil

hier das gefühl entsteht eine leben ohne einer glücklichen beziehung könne nicht "leuchten" (und wäre die beziehung dann zu ende würde es ebenso wieder trüb).

und das ist mmn (und nicht nur im feministischen sinne!) unemanzipiert...

Tethys
00
10.8.2007, 10:29

Ob man sich verliebt und dann "leuchtet" ist mMn unabhängig von Emanzipation und Feminismus. Liebe ist ein Glücksgefühl - fällt sie weg, ist man am Boden, egal ob emanzipiert oder nicht. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Haben Sie das Buch schon gelesen?

t 3
 
01
10.8.2007, 16:00
nein,

habe ich nicht. ich beziehe mich auf obige, diesbezüglich ziemlich eindeutige, inhaltsangabe.

darin die reihenfolge:
partnerlos = schlecht
partner = eitelwonnesonnenschein
parnerlos = wieder schlecht

und nochmal: klar, liebe = super. aber die umkehrung ist fatal. es ist nämlich auch ohne liebe toll. bzw. warum muss liebe unbedingt etwas mit partnerschaft zu tun haben? ich liebe vieles, mich selbst eingeschlossen, das macht meinen alltag schön und lebenswert.

ps: emanzipation ist keineswegs ein feministischer begriff. allgemein heisst "sich zu emanzipieren" sich selbst zu befreien. den gesellschaftlichen - aber grossteils unbewussten - druck nur in einer partnerschaft erfüllung zu finden abzulegen halte ich für eine nachhaltige selbstbefreiung...

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