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Dichtkunst ist das richtige Wort für diese grauenhaften, bizarren und doch so wahren Geschichten aus dem dörflichen Leben der fünfziger, sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Die Geschichten erzählen vom kärglichen Leben und emotional kaum möglichen Überleben im Banat in Rumänien. Sie könnten aber genauso anderswo - in bäuerlichen, von Faschismus und Diktatur geprägten Gegenden in Mittel- oder Osteuropa, spielen. Schlachtungen, so genannte heilige Messen, Hochzeiten, Begräbnisse, Alltägliches, Familienangelegenheiten, Arbeitstage, Erziehungsmacht; dies alles findet vor dem klaren Blick von Herta Müller kein Erbarmen und wird schonungslos gewalttätig, roh und gefühlsarm dargestellt.
Das Schauderhafte und das Groteske liegen wie zwei Seiten einer Medaille stets beieinander. Die Leserin wird erfasst und mitgerissen von eigenen früheren Empfindungen, Träumen und Schrecknissen, ohne in Ohnmacht zu verharren. Wie kann eine so formvollendete Sätze finden, wenn sie so Beklemmendes beschreibt? Eine große Dichterin wie Herta Müller kann dies. (Ruth Devime, dieStandard.at, )
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